Umzug

Der Bauernmarkt im Stühlinger bekommt ab Oktober einen neuen Standort

Fabian Vögtle

Wegen der Sanierung der Stadtbahnbrücke muss der Bauernmarkt im Stühlinger umziehen. Er soll an einem anderen Standort am Stühlinger Kirchplatz stattfinden. An den Markttagen soll sich nichts ändern.

Der Umzug des Stühlinger Bauernmarktes wegen der Sanierung der Stadtbahnbrücke verschiebt sich weiter. Nicht wie zuletzt geplant kommende Woche, sondern erst im Oktober sollen am neuen Standort am Rande des Stühlinger Kirchplatzes Gemüse und Obst verkauft werden. Die Marktleute haben bereits die Stellprobe hinter sich und hoffen, dass die Kunden ihnen auch am neuen, nicht überdachten Platz die Treue halten.


Es ist die größte Veränderung in 27 Jahren Marktgeschichte. Nur einmal, erinnert sich Roswitha Hug, mussten sie und die anderen Beschicker ihre Stände für ein paar Wochen mitten auf dem Kirchplatz rund um den Brunnen aufbauen. Ansonsten, so die Blumenverkäuferin und Marktmeisterin, habe sich das rege Treiben mittwochs und samstags immer unter der Stadtbahnbrücke abgespielt.

"Der neue Platz ist auch ganz schnuckelig." Roswitha Hug, Marktmeisterin
Hug schätzt den Schutz und Schatten bei Wind und Wetter. Klar sei sie ein bisschen traurig, dass sie bald für rund ein Jahr nicht mehr von ihrem angestammten Ort aus Blumen verkaufen kann. "Aber der neue Platz ist auch ganz schnuckelig", sagt sie. Die Stellprobe mit allen Ständen neulich habe gezeigt, dass es enger wird und ein wenig mehr Flexibilität gefordert ist. Doch Hug ist zuversichtlich:"Das müsste schon hinhauen."

Die Marktleute haben bereits die Stellprobe hinter sich

Das denkt auch Christa Binder vom Lindenbrunnenhof in Forchheim. Zunächst sei sie skeptisch gewesen mit der Umstellung, sagt Binder, die seit der Gründung des Marktes 1992 dabei ist. Doch der ausgeguckte Ersatz-Standort an der Ecke Wentzingerstraße/Engelbergstraße sei gar nicht so klein, wie sie anfangs dachte. "Der Platz hat sogar richtig Flair", findet sie.

Ähnlich wie andere Kollegen hat sie bisher weder Schirm noch Zelt über ihrem Stand – das wird sich bald ändern, denn künftig fehlt das schützende Brückendach. Zudem könnten die Verkäufer künftig nur noch von einer Seite mit dem Transporter an den Marktplatz heranfahren, doch da müsste man einfach ein bisschen rangieren, sagt Binder.

Der Umzug des Markts vertagte sich mehrmals

Da die Marktleute auch Gebühren für ihren Standplatz zahlen, müsse man ihnen auch eine gewisse Infrastruktur bieten, findet Daniela Ullrich, Vorsitzende des Bürgervereins Stühlinger. Sie findet die Lösung gut und den Platz schön, doch eins müsse geregelt sein: eine Toilette für die Beschicker, ganz in der Nähe, "vielleicht auch ein Dixiklo".

Wann genau es auf dem Schotterplatz, auf dem sich bisher eine Boulebahn befand, losgeht, steht noch nicht fest. Weil sich der Beginn der Sanierung der Brücke mehrfach verschob, vertagte sich auch immer wieder der Umzug des Markts, geplant war zuletzt 4. September. Jetzt wird es aber noch circa vier Wochen dauern.

Boulebahn musste dem Marktplatz weichen

Das Garten- und Tiefbauamt beginnt voraussichtlich am 7. Oktober mit der Sanierung der Stadtbahnbrücke. Das teilt Rathaussprecherin Martina Schickle auf BZ-Nachfrage mit. Der Bauernmarkt könne eine oder zwei Wochen vorher umziehen. Bereits jetzt ist alles vorbereitet: Die Altglascontainer sind schon weg, die Einfassung des Bouleplatzes ist in Absprache mit den Spielern entfernt worden. Zudem informierten die Streetworker des Kontakt-Netzes die regelmäßigen Benutzer des Platzes über die Veränderungen. Auch die Marktleute wollen noch Flyer verteilen. Denn nicht alle Stammkunden wissen schon Bescheid.

Anastasia Cobet erfährt es, als sie mit Tochter Alma einkauft. Sie ist seit Jahren hier und dem Markt nach ihrem Umzug vom Stühlinger nach Brühl treu geblieben. Daran wird sich auch jetzt nichts ändern, sagt sie und lobt die Auswahl mit Bioprodukten aus der Region und den familiären Charakter.