Der älteste Ohrwurm der Welt

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass der Barock-Komponist Johann Pachelbel das erste One-Hit-Wonder war? Ungefähr im Jahre 1680 komponierte er "Kanon und Gigue in D-Dur für drei Violinen und Basso Continuo" und konnte damals nicht einmal ahnen, was er mit dem einzigen Kanon, den er je aufschrieb, in der Musikgeschichte anrichtete.

Das Basso Continuo beginnt mit der simplen, zweitaktigen Akkordfolge d-A-H-Fis/G-D-G-A und wiederholt diese ständig. Die drei Violinen stimmen darüber einen dreistimmigen Kanon an, der sehr leicht ins Ohr geht.


Dieses bekannteste, vielleicht auch das einzige bekannte Stück Pachelbels hat sehr viele modernere Komponisten dazu inspiriert, einfach die Akkordfolge zu klauen; Lizenzgebühren sind nach 300 Jahren ja nicht mehr fällig.

So schrieb Paul McCartney das Lied "Let it Be" auf diese Akkorde. Von diesem Erfolg angesteckt, nahmen unter vielen anderen auch die Village People für "Go West", Coolio für "C U When You get There", Aerosmith für "Crying", die Puhdys für "Wenn ein Mensch lebt", Green Day für "Basket Case", Die Firma für "Die Eine", Mattafix für "Big City Life", The Farm für "All Together Now" und Bob Marley für "No Woman, No Cry" diese Akkorde und Teile der Melodie, und nicht mal Oasis ("Don't look back in Anger") und die Ärzte ("Langweilig") konnten davon die Finger lassen.

Un wer ein sehr lustiges Medley vieler dieser Songs hören will, dem sei folgender Videoclip empfohlen.