Dende geht durch

Andreas

Die einen sagen, sie könnten seine kratzige Stimme nicht leiden. Andere behaupten, er sei eine Legende. Daniel Ebel alias Dendemann, schon seit 1994 im Hip Hop Biz, tritt mit Schmackes in die "Pfütze des Eisbergs". Am Mittwoch bewies er, dass deutscher Hip Hop immer noch einiges zu bieten hat.

Bis 2003 war er einer von "Eins Zwo". Die Zwo war Dj Rabauke, bekannt als Tour DJ von Fettes Brot. Vor drei Jahren startete Dendemann seine Solokarriere, die ihn nun nach Freiburg führte. Der Sauerländer schaffte es, die Zuschauer im gut gefüllten Jazzhaus zum Mitsingen zu bringen. Er präsentierte sein neues Album "Die Pfütze des Eisbergs", das sich durch leicht überheblichen Humor von vielen anderen abhebt.


Mit launigen Metaphern und Vergleichen ("Es lässt dich nie wieder los wie Curse seine Ex") animierte er das Auditorium zu gehobener Laune.

Alle, die ihn noch nicht kannten, bemerkten, dass Volker Racho eine gute Alternative zum Mainstream bietet. Bei der anhaltenden Diskussion um “Realness” und “Credibility” sorgt er mit Autoironie und Wortwitz für Erfrischung. Für die Fans der ersten Stunde gibt es auf der "Pfütze" mit einem Remake des Klassikers "Ich so, er so" einen besonderen Hinhörer. Musikalisch sind ihm nicht alle Lieder auf dem neuen Album gelungen, denn viele seiner Beats klingen elektronisch überproduziert. Kracher wie “Endlich Nichtschwimmer” hauen dennoch gut rein. Dendemann hat die Show mit seinem Dj fleißig einstudiert, die Überleitungen wirkten gekonnt.

Getoppt wurde das Ganze lediglich von Mc Nat Ill und Dj Static, die für Dende eröffneten. Static kommt aus Dänemark und wurde dort mehrfach zum besten Dj des Landes gewählt.

Seine Mixtapes sind super. Obwohl er sich technisch nicht auf dem Level eines Dj Babu von den Dilated Peoples bewegt, überzeugt er in einer absolut mitreißenden Show. Mc Nat Ill ergänzte ihn perfekt.

Für 16, 50 Euro bekam man am Mittwochabend die Bestätigung, dass die alten Hasen des gehobenen Reimstalls noch nicht tot sind. Schade nur, dass das Jazzhaus, wie bei den meisten Konzerten, für diesen Eintrittspreis keine Aftershowparty anbot und die Gäste gegen 23 Uhr den Keller verlassen mussten.