Freiburg

Demonstration gegen das Verbot des Internetportals "linksunten"

Frank Zimmermann

Zwischenzeitlich bis zu 800 Anhänger politisch linker Gruppen haben am Samstagabend in der Freiburger Innenstadt friedlich gegen die Sperrung des Internetportals "linksunten.indymedia.org" demonstriert.

Zwischenzeitlich bis zu 800 Anhänger politisch linker Gruppen haben am Samstagabend in der Freiburger Innenstadt friedlich gegen die Sperrung des Internetportals "linksunten.indymedia.org" demonstriert. Am 25. August hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière "linksunten" als linksextremen Verein eingestuft und die Internetseite verboten. Zudem waren mehrere Wohnungen der Betreiber der bundesweit in linken Kreisen bekannten Seite in Freiburg und das autonome Zentrum KTS durchsucht worden. Inzwischen haben die Betreiber Klage beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht.


Linke Aktivisten aus Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz

Zu den 800 Demonstranten gehörten linke Aktivisten aus Süddeutschland, Frankreich und der Schweiz. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, zog der Protestzug ab 19.30 Uhr vom Bertoldsbrunnen durch das Ausgehviertel "Bermuda-Dreieck" zum Platz der Alten Synagoge, wo es eine Kundgebung gab, und dann weiter ins Sedan-Viertel und zum Hauptbahnhof.

Sprecher der Initiative, die die Demonstration organisiert hatte, wütend auf das Verbot

Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Gruppierung "Sumpf - Solidaritätsgruppe für unabhängige Medien in Freiburg". Ein Sprecher bezeichnete das Verbot der Seite als Absurdität, von den Beschlagnahmungen in der KTS seien zudem Initiativen, die mit "linksunten" gar nichts zu tun hätten, betroffen. In Zeiten, in denen die AfD durch die Decke gehe, seien linke, antifaschistische Portale sehr wichtig. Das Durchgreifen des Bundesinnenministeriums bezeichnete der Sprecher als "Aktionismus vor der Wahl": "Wir prangern an, dass wir eine große, gewaltbereite Gefahr sein sollen." Wie man Bomben bastle - dass es auf "linksunten" Artikel dazu gab, war ein Vorwurf des Ministeriums gewesen -, finde sich im Internet zigfach, auch auf Facebook oder YouTube. Ein anderer Aktivist sagte, Deutschland zeige auf Länder wie die Türkei und Russland, verhalte sich aber ähnlich. Dies sei Heuchelei.

Gegen einen Auftritt der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hatte am Samstagmittag auf dem Geländer der Badischen Zeitung an der Lörracher Straße nur eine Handvoll linker Demonstranten protestiert, auch hier blieb alles friedlich.

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