Landgericht Freiburg

Dem Angeklagten im Fall Maria H. droht Sicherungsverwahrung

Joachim Röderer

Der Fall hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Im Mai 2013 war die damals 13 Jahre alte Freiburgerin Maria H. mit dem 40 Jahre älteren Bernhard H. untergetaucht. Nun kommt es zum Prozess.

Vom 8. Mai an muss sich der heute 58 Jahre alte Bernhard H. vor dem Freiburger Landgericht wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger und schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Die Staatsanwaltschaft erwägt die Unterbringung des Angeklagten in Sicherungsverwahrung.


Vorwürfe reichen weiter zurück als bisher bekannt

Rückblende: Die minderjährige Maria H. hatte den 40 Jahre älteren Familienvater, der aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen stammt, in einem Internetchat kennengelernt. Maria H. und ihr Begleiter blieben von 2013 an fünfeinhalb Jahre verschwunden. Ende August des vergangenen Jahres kehrte die nun 18-jährige Maria zu ihre Familie nach Freiburg zurück. Die italienische Polizei nahm Bernhard H. im September in Sizilien fest, wo das ungleiche Paar die letzten Jahre verbracht hatte. Wenig später folgte H.’s Auslieferung nach Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bislang nicht vorbestraften Angeklagten vor, dass er bereits vor der Flucht mit der damals noch zwölfjährigen Maria sexuelle Kontakte bis hin zum Geschlechtsverkehr unterhalten habe, wie es in einer Pressemitteilung des Gerichts heißt. Es sei ein gemeinsamer Plan gewesen, Deutschland zu verlassen. Zunächst sei es mit dem Auto durch Nord- und Ostdeutschland nach Polen gegangen, wo die Beiden den Wagen zurückließen.

Urteil soll Ende Juni fallen

Mit Fahrrädern und Campingausrüstung seien sie dann durch Europa gereist – über die Slowakei nach Ungarn, Slowenien und schließlich Italien. Ab dem Spätherbst 2013 hätten sie in verschiedenen Orten auf Sizilien gelebt. In der gemeinsamen Zeit sei es in einer Vielzahl von Fällen zum Geschlechtsverkehr gekommen, heißt es. Ab dem 15. Lebensjahr der Jugendlichen soll es keine sexuellen Kontakte mehr gegeben haben.

Im Verfahren droht Bernhard H. eine mehrjährige Haftstrafe und möglicherweise auch Sicherungsverwahrung, wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Landgericht Freiburg hat sieben Prozesstage angesetzt. Am 28.Juni könnte das Urteil fallen.

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