Death before Dishonor: Kurz und bündig

David Weigend

Gestern Abend im Crash: Der Auftritt von "Tod vor Schmach" hat, ganz nach Sitte von US-Hardcorebands, nur 40 Minuten gedauert. Also halten wir uns ebenso knapp.



Nachdem sich die fünf Musiker aus Boston mit Schweinesteaks vom Grill gestärkt haben, gehen sie um 22.30 Uhr auf die Bühne. Das Crash ist zu diesem Zeitpunkt mittelvoll. Gemessen daran, dass die Veranstalter die halbe Regio mit Ankündigungsplakaten zugeklebt haben, hätte es ruhig etwas voller sein dürfen.


Dafür führen - Platz ist ja genug - die meisten der anwesenden Zuschauer einen irren Veitstanz auf, als Death before Dishonor ihre Version von Frustbewältigung Anno 2009 zum Besten geben: "I'm still trying to smash my way out, FUCK IT ALL!" Die Action geht weniger auf den Bühne, sondern im Moshpit ab. Vans-Veganer, Karatekids und Hardcorefreaks schlagen Räder, verteilen Schwinger in die Luft, jagen sich um den Stützpfeiler in der Mitte des Raums, als ginge es um Leben und Tod. Passend zu dem, was Sänger Bryan da ins Mikrofon brüllt: "INFECTED, we are condemned to die. INFECTED, cut always this life!"



Death before Dishonor bemühen sich redlich, ihrem Ruf als Vertreter des traditionellen Hardcore gerecht zu werden. Schnellere Nummern wechseln mit Midtempo-Groovern, bei denen man sich an Downset erinnert fühlt. Der Vergleich mit den alten Madball, das wird heute Abend hörbar, hinkt jedoch ein wenig, da sich die beiden Bands stilistisch doch ziemlich unterscheiden.

Die Texte richten sich an Betrogene, Verletzte, Gedemütigte und sie sind eine Kampfansage, eine Weigerung, sich zu fügen und aufzugeben.

Viele mögen auch einfach nur die Kraft von DBD, eine klanggewordene, geballte Faust. Ein rotziger Tropfen Spucke ins Gesicht aller Lügner, Schönredner und Feiglinge. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Hardcore for life.