Dax J und Klaudia Gawlas legen am Samstag im Hans Bunte auf

Bernhard Amelung

Dax J hat eine Drum and Bass-Vergangenheit. Heute steht für harten, schnellen Techno. Am Samstag legt er mit Klaudia Gawlas bei der Electronic Sensation im Hans Bunte auf.

Dax Heddon hat keine Angst vor hohen Geschwindigkeiten. Der Londoner und Wahlberliner ist dafür bekannt, als Discjockey das Tempo noch einmal anzuziehen. Er lässt Bassdrums rasseln und Snaredrums scheppern so, dass Stroboskopblitze es scheinbar schwer haben, ihnen nachzukommen.


Angefangen hat der 33-Jährige mit Drum and Bass und Jungle, dieser hochfrequenten Musik, die sich von britischen Kellern und Studios aus weltweit verbreitet hat. Damals, Ende der Neunziger, nannte sich Heddon noch Dangerous und machte seine ersten Gehversuche als Discjockey auf diversen Londoner Piraten-Radiosendern, unter anderem Origin FM.



Heute produziert und spielt er unter dem Pseudonym Dax J. Ein Aufenthalt auf der Feierinsel Ibiza und eine Backpacking-Tour durch Asien im Jahr 2007 bekräftigten seine Entscheidung, ganz auf die Karten Musik und Techno zu setzen.

Zwei Plattenlabel gründete er seither. EarToGround Records, auf dem Künstler wie Jonas Kopp und Andrea Deplano alias Ness veröffentlichen, sowie Monnom Black. Dort erschienen auch die beiden Alben Heddons, "Shades Of Black" (2015) und "Offending Public Morality" (2018).



Letzteres ist ein düster brodelndes Werk, das seine Drum and Bass-Vergangenheit mit seiner Techno-Gegenwart vereint. Der Titel kann autobiographisch verstanden werden. Verletzung der Guten Sitten und der öffentlichen Moral lautete der Vorwurf, dessetwegen die tunesische Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelte.

Was war passiert? Im März 2017 legte er auf dem Orbit-Festival an der tunesischen Mittelmeerküste auf. Er mixte ein kurzes Sample des Adhan, des Gebetsrufs, zu Techno-Beats, was Festivalbesucher und Behörden gleichermaßen empörte. Ein Gericht verurteilte ihn in Abwesenheit zu einem Jahr Haft, das Urteil ist noch bis 2022 vollstreckbar.

Die Verwendung des Samples bezeichnet er heute als Unachtsamkeit. Zu keiner Zeit habe er religiöse Gefühle verletzen wollen. Jeder Mensch sei zu respektieren in dem, was er glaube und wie er empfinde. So äußerte sich Heddon Interviews mit den Magazinen DJ Mag und Resident Advisor. Sein Album steht demzufolge für seine persönliche, künstlerische Auseinandersetzung mit Fragen der Religion, Toleranz und des Rassismus auseinander. Musik, besonders Techno, dürfe weder diskriminierend sein noch zu Hass beitragen, so sein persönliches Fazit.



Mit nach Freiburg bringt er den Niederländer Remco Beekwilder, der 2017 auf Heddons Monnom Black veröffentlichte. Auch Beekwilder ist ein Genre-Vereiner. In seiner Musik trifft harter Techno der holländischen Schule auf Industrial und Acid. Mehr Melodie und sanftere Beats gibt’s auf einem zweiten Floor. Dort legen Hidden Empire und Klangkuenstler auf.
  • Was: Electronic Sensation w/ Dax J, Remco Beekwilder, Klaudia Gawlas, Hidden Empire, Klangkuenstler, u.v.m.
  • Wann: Samstag, 1. Dezember 2018, 23 Uhr
Wo: Hans Bunte,

Mehr zum Thema: