Festival-Sommer

Das Zelt-Musik-Festival soll wachsen – um wettbewerbsfähig zu bleiben

Bernhard Amelung

Ein Sommer in Freiburg ohne ZMF? Für viele undenkbar. Um konkurrenzfähig zu bleiben, halten die Veranstalter ein Zelt für bis zu 5000 Besucher für notwendig.

Ein Sommer ohne Zelt-Musik-Festival? Für 125.000 Menschen aus Freiburg und ganz Südbaden undenkbar. Damit das so bleibt, muss das Kultfestival auf dem Mundenhofgelände wachsen. Das hat ZMF-Geschäftsführer Marc Oßwald auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, auf der auch das Konzertprogramm vorgestellt wurde.


Neben deutschen Rock- und HipHop-Größen wie Niedeckens BAP und Max Herre wird auch der US-amerikanische Saxophonist Kamasi Washington mit seiner Band spielen, ein Weltstar des Jazz. Oßwald würde gerne weitere Künstler dieses Formats nach Freiburg holen. Doch dazu reicht die Kapazität des Zirkuszelts nicht. Das bietet 2800 Besuchern Platz. Mit einem größeren Zelt ließe sich die Kapazität auf bis zu 5000 Besucher steigern.

Eine Größenordnung, die es braucht, um Schritt zu halten mit dem Zeltfestival Rhein Neckar in Mannheim oder dem Marktplatz beim Lörracher Stimmen-Festival. "Das ZMF steht zwar nicht in Konkurrenz, aber im Wettbewerb um Rock- und Pop-Stars", so Oßwald. Als Beispiel nennt er Iggy Pop, der im Juli dieses Jahres beim Stimmen-Festival auf dem Lörracher Marktplatz auftreten wird.

Ein größeres Zelt brauche allerdings mehr Fläche, ergänzt Dieter Pfaff. Der 65-jährige Ingenieur verantwortet als Technischer Koordinator die Infrastruktur des ZMF. Ginge es nach ihm, würde das Festival weiter nach Westen wachsen. "Erste Gespräche mit den Behörden laufen bereits", sagt er.

Hauptsponsor Kestenholz hat Vertrag nicht mehr verlängert

Gespräche führen die Organisatoren des ZMF auch mit neuen möglichen Hauptsponsoren. Die Kestenholz-GmbH, die das Festival bisher mit der Marke Mercedes-Benz unterstützt hatte, hat ihren Sponsoring-Vertrag für dieses Jahr nicht mehr verlängert. Die Brauerei Fürstenberg, der zweite Hauptsponsor, und die Firma "EnergieDirekt" hätten ihr finanzielles Engagement erhöht, so Oßwald: "Doch ein Sponsor muss das ZMF-Gen in sich tragen."

So muss das Festival in diesem Jahr rund 1,7 Millionen Euro erwirtschaften, um kostendeckend zu arbeiten. Auch hier würde ein Zelt mit größerer Kapazität für finanzielle Sicherheit sorgen. Eine Weiche für die Zukunft haben die Organisatoren des ZMF bereits gestellt. Sie haben das Logo des Festivals von der Freiburger Agentur "Feyka & Herr" überarbeiten lassen.

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