Das Wort zum Montag: Worauf wir uns diese Woche freuen

Marius Buhl & Bernhard Amelung

Das neue Jahr ist da - und mit ihm die erste vollständige Woche. Naja fast. Morgen ist schon wieder frei. Wofür ihr den freien Tag nutzen solltet und was ihr in dieser Woche sonst auf keinen Fall verpassen dürft:



Wochenhighlight

Der Feiertag. Dreikönig teilt die Woche in einem angenehm kurzen Auftakt und ein verträgliches Ende. Den Tag selbst solltet ihr nutzen. Das Wetter wird fantastisch und auf den Bergen liegt noch ein wenig Schnee. Wem die vom Dauerregen durchlöcherten Schneedecken hiesiger "Wintersportgefilde" aber nicht ausreicht: Die Schweiz ist nah und mit ihr die schneereichen Tiefschneespots der Alpensüdseite. Hinfahren, Powdern, den heiligen drei Königen danken.

Im Kino

Da das Kinoprogramm diese Woche keine großen Neuigkeiten bereit hält, ist es Zeit, altes nachzuholen. Noch immer auf der Must-Watch-List: die Edward-Snowden-Doku "Citizenfour" von Laura Poitras. Der Film läuft am Mittwochabend um 21 Uhr im Friedrichsbau.

Im Theater

Das Russische Staatsballett hat Moskau verlassen und ist auf Gastspielreise - morgen Abend kommen die Tänzer und Tänzerinnen nun nach Freiburg. Aufgeführt wird - ganz klassisch - das Ballett Schwanensee von Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Ein paar wenige Karten gibt es noch. Wer es am Dienstag nicht schafft, hat Mittwoch und Donnerstag die Chance, das Stück in Basel zu sehen.
Wann: 20 Uhr
Wo: Konzerthaus Freiburg

Soundtrack der Woche

Seit 15 Jahren betreibt der US-Amerikaner Tim Sweeney seine Radiosendung "Beats In Space", jeden Dienstag auf WNYU 89.1 FM und im Internet (10.30 pm bis 01.00 am, New Yorker Ortszeit).
Die Musik reicht von Balearic Disco, über Krautrock und Alternative, bis zu Techno. Namhafte Gäste beehren die Show, zum Beispiel DJ Hell, Ellen Allien, James Holden - und alle fühlen sich dem DJ-Untergrund verpflichtet. Wir finden: Reinhören!

Lesestoff

Eine wilde Affäre mit einer Russin: Ist das nicht der heimliche Feuchttraum vieler Männer? Hans Magnus Enzensberger, der zu den wichtigsten deutschen Lyrikern und Essayisten der Gegenwart zählt, hat ihn Mitte der 1960er Jahre erlebt. In seiner damaligen Wahlheimat lernte er Mascha, die Tochter des sowjetrussischen Schriftstellers Alexander Fadejew kennen.

Ihr Kontakt wirbelt ungeahnte Gefühle in Enzensberger auf. Aus ihrer Beziehung erwächst eine tiefe, innige Liebe. Er verlässt seine erste Ehefrau Dagrun und heiratet Mascha. Das ist der eine Erzählstrang in Enzensbergers neuem Buch „Tumult“, erschienen im Herbst 2014.

Der andere Erzählstrang ist gewissermaßen ein autobiografischer Dialog des Autors mit seinem jungen Alter Ego der 1960er Jahre. Mit dem Mann, der sich von Nikita Chrustschow (Regierungschef der UdSSR von 1958 bis 1964) und dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro einladen lässt; der in die USA zieht, nach Australien und Indien; der im Berlin der 68er mit Linksintellektuellen verkehrt, sich aber nicht radikalisiert. Enzensbergers Buch entwickelt eine hypnotische Sogwirkung. Perfekt für Winterabende.

Mehr dazu: