Das White Rabbit schließt Ende April

Gina Kutkat

Der alternative Club White Rabbit am Leopoldring macht Ende April 2019 zu. Das ist das Ergebnis eines Vergleichs vor dem Landgericht Freiburg. Bis dahin müssen die Betreiber keine Miete mehr zahlen.

Noch drei Monate wird das White Rabbit am Leopoldring 1-3 geöffnet haben, dann ist Schluss mit dem Club unter dem Siegesdenkmal. Das White Rabbit, das im Jahr 2007 in die unterirdischen Räumlichkeiten gezogen war, muss ausziehen. Darauf einigten sich am Dienstag vor dem Landgericht die beiden Parteien in einem Zivilprozess. Auf der einen Seite die Beklagten: White-Rabbit-Betreiber Hansi Breier und Simon Solcher – der dritte Betreiber war nicht anwesend. Auf der anderen Seite die Klägerin, die Objektgesellschaft Alpha mit Geschäftsführer Dominik-Andreas Zimmermann.


Die beiden Streitparteien trafen vor der sechsten Zivilkammer des Landgerichts und dem Vorsitzenden Richter Christian Schmollinger aufeinander. Es ist nicht die erste Verhandlung: In einem Parallelprozess im November – damals unter Vorsitz des Richters Peter Platten – war es bereits um die Zukunft des direkt nebenan liegenden Restaurants El Haso gegangen. Man einigte sich auf die Räumung des El Haso Ende März 2019.
Die Geschichte vor der Kündigung: Wieso das White Rabbit bald Geschichte sein könnte

In der Verhandlung am Dienstagvormittag ging es nun um den Club White Rabbit. Der Streitpunkt: Die Kündigung des Mietverhältnisses von Seiten des Vermieters mit anschließender Räumungsklage. Die Objektgesellschaft Alpha, Vermieterin und Hauseigentümerin des Gebäudes am Leopoldring 1-3, hatte im Juli 2018 für El Haso und auch das White Rabbit eine Kündigung ausgesprochen. Betreiber Hansi Breier hatte das per anwaltlichem Schreiben abgelehnt und daraufhin eine Räumungsklage erhalten.

Die Parteien einigen sich mit einem Vergleich

Ob die Kündigung wirksam war, erörterte Richter Christian Schmollinger in der ersten Hälfte der Verhandlung. Die Objektgesellschaft Alpha hatte das Mietverhältnis gekündigt, nachdem Breier und Solcher die Monatsmieten für Mai und Juni 2018 nicht gezahlt hatten. Die Beklagten legten Widerspruch ein, weil sie keine zweite Mahnung vor Eingang der Kündigung erhalten hätten. Im Detail ging es um eine etwas unklare Klausel Paragraph 2, Absatz 2 im Mietvertrag.

Nachdem Richter Schmollinger die Beklagten und die Klägerin auf einige Lösungsoptionen hingewiesen hatte, zogen sich beide Parteien für ein halbstündiges Gespräch zurück. Das Ergebnis: Die Parteien konnten sich in einigen Punkten einigen; somit endet der Zivilprozess mit einem Vergleich. Das White Rabbit soll bis zum 30. April 2019 aus den Kellerräumen ausziehen. Dafür erlässt ihnen der Vermieter die Mieten für die Monate Februar, März und April und alle etwaigen Rückstände. Besichtigungstermine für eventuelle Nachmieter müssen vom Vermieter eine Woche im Vorfeld schriftlich angekündigt werden.

Kein weiterer Club gewünscht

"Das muss ich erst einmal verdauen", sagt Betreiber Hansi Breier nach der Verhandlung. Er sei bis zu dem Gespräch mit der anderen Partei sicher gewesen, sich auf keinen Vergleich einlassen zu wollen. Doch auf die Frage des Richters, ob in den Räumlichkeiten ein neuer Club geplant ist, antwortet Anwalt Roland Gäng: "Es ist kein neuer Club geplant." Deshalb habe Breier doch nachgegeben. "Wir müssen jetzt schauen, dass wir ohne Schulden da raus kommen", sagt Mitbetreiber Simon Solcher. Wie sie die nächsten drei Monate gestalten werden, darüber sind sich die Betreiber noch nicht klar.

Auch Vertreter der IG Subkultur waren bei der Verhandlung anwesend. Im Dezember 2018 hatten sie einen Verein zur Erhaltung und Förderung der Pop-und Clubkultur in Freiburg gegründet. Mit dem Ziel, das White Rabbit zu übernehmen und mit Unterstützung der Stadt Freiburg weiterzuführen.
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