Das waren die 5 schönschden Momente bei Freiburgs Beschde im Jazzhaus

Alexander Link

Freiburgs gefragteste Bands und Musiker traten am Samstag bei der Erstausgabe des von Alexander Hässler und Björn Jakob organisierten Festivals "Freiburgs Beschde" im Jazzhaus auf. Das waren die Highlights.

Zweierpasch, Teddy Smith, Redensart, Otto Normal und Fatcat zelebrieren Freiburgs musikalische Vielfalt – fünf Highlights vom Festival.

1. Deutsch-Französisches Doppelleben im Rap zur politisch-poetischen Einstimmung

Zweierpasch eröffnen mit ihrer Band den von Radiomoderatorin Julica Goldschmidt moderierten Abend und füllen das zu diesem Zeitpunkt noch spärlich besuchte Jazzhaus mit ihren Grenzen überwindenden Songs. Passend zu ihrem Doppelleben zwischen Beruf und Bühne verlassen die Zwillingsbrüder letztere zur Premiere ihres Titeltracks "Double Vie" des neuen Albums kurz, um sie nach und nach wieder mit ihren Bandmitgliedern im gedimmten Scheinwerferlicht zu bespielen und ihre Botschaft zu verbreiten.

2. Das Publikum wird ein Teil davon

Teddy Smith steht mit Gitarre auf der Bühne und hat seine Loop-Station vor sich, mit der er gemeinsam mit dem Publikum Hintergrundgesang und Hook von zwei Songs aufnimmt und performt. Seine kraftvolle Soul- und Bluesstimme überträgt die Leidenschaft seiner Songs auf die überwiegend jungen Besucher, die seine Vibes aufnehmen und sich im Rhythmus der Musik bewegen. Teddys Musik ist eine Hommage an die gemeinsamen Wurzeln von HipHop, Soul, Funk und R ’n’ B - das Publikum im Gewölbekeller wird hier zu einem Teil davon.

3. Textsicher im Kreisverkehr durchs Leben

Die vier Jungs von Redensart bezaubern mit ihren ehrlichen und berührenden Texten aus den alltäglichen und besonderen Facetten des Lebens die Menschen an diesem Abend und lassen sie zu Gitarren und Schlagzeug zu wohltuendem Indiepop und Folk tanzen. Das Publikum möchte nach dem fast durchgehend mitgesungenen "Wie das wohl wär" etwas zurückgeben und stimmt ein Geburtstagständchen für Drummer Markus an.

4. "Schön, dass ihr bei mir seid – das ist der Jazzhaus Vibe" – auch in Gebärdensprache

Das Jazzhaus ist inzwischen ziemlich voll geworden. Anfängliche Probleme mit dem Drumpad überrapt Frontsänger Pete von Otto Normal gekonnt per Freestyle. Gebärdendolmetscherin Bea steht neben ihm und synchronisiert, die Stimmung der Songs weitergebend, das gesamte Konzert der Ottos live. Bereits nach dem ersten Song und spätestens bei "Paris Paris" klatscht und tanzt das Publikum. Neben einer Songpremiere versetzen sie das Publikum, inklusiver der Techniker im Hintergrund, mit ihrem Hit "Sternenfeuer" in Ekstase bis alle sich hinknien, um mit "Augen zu und durch" wieder aufzuspringen. Es wird reimend politisch Stellung bezogen und inmitten des Abrisses schallt der Freestylepart "Schön, dass ihr bei mir seid – das ist der Jazzhaus Vibe" durch die Luft.

5. Soli über Soli und kein Halten mehr vor und auf der Bühne

Zu Fatcat strömen alle weit nach vorne und bereits nach den ersten Songs schwitzen und schwingen alle mit zur energiegeladenen Performance der achtköpfigen funky-fetten Soulcat. Die virtuosen Soli von E-Gitarre, Schlagzeug, Tenorsaxophon, Posaune, Alt-Sax, E-Bass und Keyboard treiben die "you better be funky"-Euphorie zum Siedepunkt, sodass die Band vor der wild und ausgelassen feiernden Menge Richtung Keyboard kniend in Improvisationen dahinschmilzt. Um den Abschied am Ende zu erleichtern performen Fatcat "My Way Home" gleich zweimal hintereinander. Doch bereits zwei Stunden später treten einige der Künstler nochmal live und im Freestyle zu Klangreiters und "More Than Just Sax" DJ- und Saxophonkünsten auf der offiziellen Aftershowparty im White Rabbit auf.

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