Second Hand

Das war der 10. Freiburger Frollein-Flohmarkt

Kerrin Klüwer

Mehr als 500 Besucherinnen und auch einige Besucher kamen auf den BZ-Campus. An 100 Ständen wurden Kleider, Taschen und Accessoires feilgeboten. Ursprünglich von und für Mädchen – diesmal aber auch mit Jungs.

Die Sonne scheint und es ist heiß. Bunte Luftballons schmücken den Campus der Badischen Zeitung an der Lörracher Straße. Der blaue Himmel strahlt, Menschen in luftiger Kleidung, mit Sonnenbrillen und Sonnenhüten strömen auf das Gelände. Sommerliche Musik klingt aus dem grünen Hercules-Soundtruck am Ende der Tischreihen: Unter Retro-Sonnenschirmen werden Platten aufgelegt. Direkt daneben versorgen der Foodtruck "Kleine Freiheit", Hofeis und Elli’s Café die Massen.


Röcke und Hosen im Vintage-Look liegen an den Ständen bereit, Ketten, Taschen, Trikots warten auf neue Besitzerinnen. Stöbernd wandern die Besucherinnen an den Ständern voller Kleider entlang. Farben, Formen und Stoffe werden begutachtet, probiert, zurückgehängt, und wer etwas ergattert, freut sich. Katharina Andres ist zum ersten Mal dabei. Das letzte Mal ist sie noch selbst über den Markt gebummelt, diesen Sonntag liegen auf dem Tisch vor ihr ihre T-Shirts, Jacken und Kleider zum Verkauf. "So viele Klamotten, die mir selbst nicht mehr passen. Ich freue mich, wenn ich nicht alles wieder mit nach Hause nehmen muss", sagt die 26-jährige Rezeptionistin.

Hosen können nicht anprobiert werden

"Hier kommen Frauen, die wirklich wissen, was die Kleidung wert ist", sagt die 53-jährige Susanne Gedeck. Normalerweise arbeitet sie im Sekretariat der Jazz- und Rock-Schule. Nun steht sie allerdings auf dem Frollein Flohmarkt und verkauft Kleidung, die sie selbst nicht mehr trägt. Schuhe warten aufgereiht auf ihrer Bierbank, daneben zwei schwarze Taschen. Seit drei Jahren macht sie schon beim Frollein Flohmarkt mit. Nur Hosen, sagt sie, ließen sich nicht so gut verkaufen, weil die Besucher sie nicht anprobieren können: "Umkleiden wären noch eine gute Idee." Auf den Tischen liegen selbstgemachte Schildchen mit Preisen, aber auch ein wenig Feilschen ist erlaubt und gehört zum Konzept.

Ursprünglich war der Frollein Flohmarkt eine Art Selbsthilfeaktion. "Wir hatten einfach zu viele Klamotten", sagt die 32-jährige Gina Kutkat, die als Online-Redakteurin bei der Badischen Zeitung arbeitet und den Flohmarkt mit zwei Freundinnen 2012 ins Leben gerufen hat. Auf mehr als 500 Besucher und 100 Stände ist der Flohmarkt seitdem angewachsen. Das Konzept – Mädchen verkaufen für Mädchen – sei zwar simpel, funktioniere aber. "Musik und Essen gehören dazu. Das hier soll nicht einfach nur ein Flohmarkt sein, sondern ein Event", sagt Gina Kutkat, und siehe da: 26 Grad, Sommer und Sonnenschein machen aus dem Flohmarkt tatsächlich ein kleines Sommerfest.

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