Das Theaterstück "Prime Time" nimmt die Medienwelt unter die Lupe

Dorothea Winter

Freitag bis Sonntag wird das Stück "Prime Time" der Gruppe "Herrn Nivollo’s kleine Schau- und Wanderbühne" aufgeführt. Sie ist Teil des Freiburger Interessenverbunds für Studentisches Theater (FIST). fudder hat beim Aufbau zugeschaut.

Die Bühne der Gruppe "Herrn Nivollo’s kleine Schau- und Wanderbühne" befindet sich im Keller des Rektorats am Friedrichsring. Versierte FIST-Besucher kennen den Ort bereits von Aufführungen der ManiACTs und der Arts Liberated. Wegen der vielen Proben heißt es zur Zeit sowohl für die Darsteller als auch den Raum: Tagsüber Hörsaal – abends Theaterbühne.


fudder-Autorin Dorothea Winter hat sich den Aufbau ein wenig angeschaut und mit Lilly Schlagnitweit, einer der beiden Regisseure, gesprochen. Es gilt einen überdimensionalen TV-Bildschirm aus Stoff, Holz und Plastik zu bauen.Im Theatersaal grüßt Lilly sogleich mit einem Lächeln und einem Kaffee in der Hand, "Entschuldigung, aber wir sind alle sehr müde. Wir haben gestern Nacht noch um ein Uhr Bühnenelemente hier her transportiert, weil eine andere Gruppe hier noch geprobt hat. Und heute Morgen ging es schon wieder weiter. " Dennoch wirken alle fit und motiviert. Aber wer weiß, wie viel Kaffee dafür schon benötigt wurde.

Was ist mit der Uni bei den ganzen Proben?

Aber wie schafft man das, Theater und Uni unter einen Hut zu bekommen? "Unter dem Jahr geht das eigentlich, wir proben zwei Mal pro Woche für ein paar Stunden. Aber jetzt zum Ende hin, treffen wir uns fast täglich und machen eigentlich nichts mehr außer Theater", sagt Lilly. Auf den Kommentar, dass das aber ein zeitaufwendiges Hobby sei, lachen auch die Anderen laut auf. Ja, Theater ist nicht mit einem Yoga-Kurs vergleichbar.

Während Lilly freundlich weiter Auskunft gibt, wird im Hintergrund fleißig gewerkelt. Neben dem Tackern und Hämmern hört man immer wieder Fachsimpeln – wo welcher Vorhang hingehängt wird oder wie welche Wirkung erzeugt wird. Im Hintergrund läuft ruhiger HipHop.

Die Entstehung des Stücks

Ein Theaterstück komplett selbstständig zu entwickeln, ist nicht ohne. "Am Anfang haben wir viel darüber geredet und so entwickelt, was wir machen wollen", sagt Lilly. Im nächsten Schritt wurden für jede Szene die W-Fragen geklärt und alles ausprobiert. "Als das grobe Konzept stand, haben wir alles durchgespielt und mit einem Aufnahmegerät aufgezeichnet. Das hat dann immer einer aufgeschrieben und ein bisschen verbessert. Und so entstanden die verschiedenen Szenen. Aber verändert wurde bis in die Endphase noch ziemlich viel", erklärt Lilly. Am Anfang entstand das Stück aus der Improvisation heraus und wurde erst durch die ständige Überarbeitung für den Zuschauer leicht verständlich. "Da war es echt super, dass wir so wenige sind, weil man so immer recht schnell auf einen gemeinsamen Nenner kommt. " Das Ensemble besteht aus sieben Mitgliedern.

Das Ensemble

"Vor allem jetzt gerade beim Bühnenbild macht es sich sehr stark bemerkbar, dass wir eine kleine Gruppe sind", sagt Lilly, "aber es ist auch echt super so. Viel intimer, als in einer großen Gruppe." Die Schauspieler sind Studenten zwischen 21 und 36 Jahren und kennen sich untereinander schon länger. Und das merkt man auch sofort. Es herrscht ein freundschaftliches Verhältnis und es wird viel gelacht. Schlussendlich sind ja auch alle wegen der gemeinsamen Freude am Spielen da.

Die Handlung des Stücks

Über die genaue Handlung will Lilly nichts Konkretes sagen. Ein Querschnitt durchs TV-Programm wird dargestellt. Und als Leitmotive lassen sich wahrscheinlich Fragen nach Machtkonstellationen und Realitäten nennen. Sie verrät nur so viel: "Es gibt keine einsträngige Handlung, sondern viele kleine Szenen, die teilweise zusammen hängen, teilweise nicht und manchmal gewissen Überschneidungen besitzen. Die dargestellten Figuren könnten die Situationen so erleben, die Szenen könnten so geschehen, aber es könnte auch vollkommen anders sein. Alles ist eine Möglichkeit." Bis zur Premiere bleibt es also spannend.

Der FIST

Die Herrn Nivollo’s kleine Schau- und Wanderbühne ist Teil des FIST der Uni Freiburg. Das Verhältnis zu den anderen Uni-Gruppen ist gut. Viele der Schauspieler waren oder sind aktuell noch in anderen Gruppen aktiv. Quasi sind sie wie eine große Familie. "Natürlich muss man sich schon mal miteinander arrangieren. Wer darf wie viel Bühnenmaterial lagern, wer probt wann oder wer flyert wann. Aber bis jetzt das alles gut geklappt", sagt Lilly. "Wir gehen auch oft gerne als Gruppe zu anderen Vorführungen."

Das Publikum

Und weil das Theater auch von Studenten ist, ist das Publikum fast ausschließlich studentisch. "Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir über soziale Netzwerke und die Uni-Medien werben. Und Flyern. Flyern ist gerade wahrscheinlich die Hauptaufgabe. Zu dem Zeitpunkt jetzt, kurz vor der Aufführung, proben wir nur noch zu fünf Prozent", sagt Lilly, "Aber das gehört halt dazu und macht auch irgendwie Spaß."
Was: Prime Time von Herrn Nivollo’s kleine Schau- und Wanderbühne

Wann: Freitag, 8. Juni, Samstag, 9. Juni und Sonntag, 10. Juni jeweils um 20.15 Uhr

Wo: theaterFISTung, Fahnenbergplatz

Facebook: Herrn Nivollo’s kleine Schau- und Wanderbühne

Eintritt: 6 Euro regulär, 4 Euro ermäßigt

Facebook: Studi Theater Uni Freiburg

Website:

FIST

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