Das Tango Project Freiburg hält den Tanz in Freiburg am Leben – und lässt auch Frauen führen

Christina Braun

Eleganz, Schwermut, Intensität – das alles ist Tango. Das Tango Project Freiburg (TPF) will den Tanz in Freiburg am Leben halten und dafür besonders junge Menschen zum Tanzen bringen.

Vor gut zehn Jahren hat sich das TPF als studentisches Projekt gegründet: Studierende trafen sich, um ihre Leidenschaft für den Tango zu leben, weiterzugeben und selbst Neues zu lernen. "Wir wollten eine Ort schaffen, der offen ist, um zu Tanzen, Freunde zu treffen und zu experimentieren", erklärt Cora Schmidt-Ott, die seit vier Jahren Tango tanzt.


Das TPF versteht sich als Kollektiv und besteht aus zehn Männern und Frauen, die alle dem Tango verfallen sind. Das Team engagiert sich ehrenamtlich für den Tanz aus Südamerika, an den Kursen verdient keiner. Darum geht es den Tänzerinnen und Tänzern auch gar nicht. "Wir wollen den traditionellen Tango am Leben halten und unsere Begeisterung dafür mit anderen teilen", sagt Cristian Follert, der den Anfängerkurs zusammen mit seiner Kollegin Simone Fehernbacher leitet.

Traditionelle Tanzmusik aus den 30er und 40er Jahren

Den Tango am Leben halten – das macht das TPF mit Übungsabenden und Tanzfestivals. Die Teammitglieder unterrichten selbst, auch wenn sie keine professionellen Tangolehrer und Tangolehrerinnen sind. Wie sie ihre Kurse gestalten und welche Themen aufs Tanzparkett kommen, bespricht das Team gemeinsam.

Wichtig ist ihnen zum Beispiel, dass zu traditioneller Tangomusik aus der Blütezeit der 30er und 40er Jahre getanzt wird, als es noch viele professionelle Orchester und Musiker gab. "Deshalb ist die Musik von damals sehr gut tanzbar", erklärt Follert. Aber es geht dem TPF nicht nur um den Erhalt des Traditionellen: Es wird auch viel Wert darauf gelegt, dass die Tanzschüler und Tanzschülerinnen unabhängig von ihrem Geschlecht beide Rollen – die des Mannes und die der Frau – lernen.

Jeden Sonntag Übungsstunden

Wie Tango dann praktisch aussieht, kann man jeden Sonntag lernen. Dann bietet das TPF in der Musical TAP Company in der Wallstraße 14a Übungsstunden an. Von 16.15 bis 17.30 Uhr gibt es einen Fortgeschrittenenkurs, gleich im Anschluss von 17.45 bis 19 Uhr geht es für die Anfänger und Anfängerinnen weiter.

Einen Dresscode gibt es nicht - von lockeren T-Shirt bis zum engen roten Rock mit hohen Schuhen ist alles gern gesehen. Und auch wer keinen Partner hat, kann sich problemlos für die Kurse anmelden.

Wer nach der Tanzstunde immer noch nicht müde ist, kann auch noch zum freien Tanzen bleiben. Das Team sorgt für die richtigen Tangorhythmen, einige bringen etwas zu Essen mit, andere haben Wein dabei. Man trifft sich, unterhält sich, tanzt. Eintritt wird nicht verlangt.

Donnerstags wird im Tanzbrunnen getanzt

Wer lieber draußen tanzt, ist jeden Donnerstag am Brunnen vor der UB richtig. Ab 21.30 Uhr spielt das TPF dort Tangorhythmen. Und nirgends tanzt es sich so schön wie in einer lauen Sommernacht unter dem Freiburger Sternenhimmel.

Einmal im Jahr organisiert das TPF außerdem ein Tango Festival – oder wie es in der spanischen Version heißt: Festivalito – ein kleines Festival. Das Festivalito verspricht ein Wochenende voller Tango, Workshops und Übungsabenden. Das nächste Festivaltio findet vom 2. bis 4. Juni statt.
Ein Kurs dauert meist sechs Wochen und kostet 50 Euro, Studierende zahlen nur 40 Euro. Unterrichtet wird auf Englisch und auf Deutsch. Anmelden kann man sich ganz einfach online über die Facebookgruppe Tango Project Freiburg.