Junge Universität

Das Studium generale will mit einem neuen Format Schüler für die Wissenschaft begeistern

Fabian Vögtle

Mit der "Jungen Universität" will das Studium generale ab dem Sommersemester Schülerinnen und Schüler für Wissenschaft begeistern.

Mit einem neuen Format startet die Albert-Ludwigs-Universität ins kommende Sommersemester. Das Studium generale bietet mit seinem Projekt "Junge Universität Freiburg" vor allem Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 18 Jahren eine fächerübergreifende Vortragsreihe und damit eine erste Kostprobe für ein künftiges Studium. Die BZ begleitet das Projekt.


Die Idee gab es schon länger, jetzt wird’s gemacht. "Wir wollen den Schülern schon mal einen Eindruck davon geben, wo es nach der Schule hingehen könnte", sagt Werner Frick. Für den Leiter des Studium generale, das unter anderem seit Jahren erfolgreich die Samstagsuni veranstaltet, war es ein großes Anliegen, künftig verstärkt auch jüngeres Publikum zu erreichen. Dabei habe man sich bewusst dafür entschieden, nicht wie an anderen Hochschulen – etwa in Tübingen oder Basel – eine Kinder-Uni ins Leben zu rufen. Zwar seien auch die Kleinen zu begeistern und nicht zwangsläufig "ein lautes und klamaukhaftes Publikum", so Frick bei einem Pressegespräch.

Die Vorlesungen finden zwischen Mai und Juli statt

Wichtiger und interessanter für die Uni sei letztlich jedoch, die bereits Älteren bei aktuellen Themen abzuholen und sie damit an die Faszination Wissenschaft heranzuführen. Das sieht auch die Prorektorin Juliane Besters-Dilger so. Ein derart spannendes Angebot für die Zielgruppe der 14- bis 18-Jährigen sei ein Alleinstellungsmerkmal in der Hochschullandschaft, betonte sie.

Neben der globalen Abholzung der Wälder geht es in den Vorlesungen, die zwischen Mai und Juli stattfinden, unter anderem um künstliche Intelligenz, autonome Waffen, den Umgang mit Gefühlen und Selfies in der Literatur. Neben der Geschichte, der Forst- und Umweltpolitik, der Informatik, der Psychologie sowie der Physik und Biologie sind auch die Rechtswissenschaften und die Literaturwissenschaften dabei. Weitere Fächer haben sich bereits für die von Studium generale und Rektorat angestrebte Fortsetzung im kommenden Jahr angekündigt.

Alumni fördern die Studis von morgen

Man wolle den Jugendlichen, die etwa derzeit für das Klima auf die Straße gehen, die Berührungsängste nehmen vor der großen Institution Uni, sagt Frick. Die Schwelle überwinden, die Gebäude mal von innen sehen und ein paar Professorinnen und Professoren kennen lernen.

Das sind auch für Rudolf-Werner Dreier gute Gründe, das Projekt zu unterstützen. So kommen vom Förderverein Alumni Freiburg, dessen Geschäftsführer er ist, 7000 Euro. Dreier hofft, dass man dem einen oder anderen Schüler bei der Gelegenheit schon mal das "Uni-Freiburg-Gen" einpflanzen könne. Er sieht das Angebot als erste, symbolische Eintrittskarte für ein künftiges Studium. Dreier rechnet mit einer hohen Nachfrage, da Werner Frick als "Spiritus Rector" schon innerhalb der Uni viele Leute mit dem Programm infiziert habe. Dass gerade ehemalige Studenten die potenziellen Studierenden von morgen unterstützen, sei "ein intergenerationeller Brückenschlag", findet Frick.

Wer an sechs von acht Vorlesungen teilnimmt, bekommt am Ende des Semesters ein Zertifikat. Dabei sind Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Region willkommen. Die ersten Anmeldungen sind bereits eingetroffen – aus Ihringen am Kaiserstuhl.

Mehr Informationen zur Vortragsreihe und den einzelnen Vorlesungen sowie das Anmeldeformular gibt es im Internet unter: www.mehr.bz/jungeuni