Das studentische Theater Stagefried bringt Schillers "Die Räuber" auf die Bühne

Hannah Fedricks Zelaya

Intrigen, Eifersucht, Erwachsenwerden und Liebesschmerz – was bei Schiller Thema war, ist auch heute noch aktuell. Mit "Die Räuber" wagen sich die jungen Schauspieler und Schauspielerinnen von Stagefried am Freitag an einen Klassiker.

"Große Gedanken dämmern auf in meiner Seele! Riesenplane gären in meinem schöpfrischen Schädel." Mit diesem Zitat von Spiegelberg aus den Räubern hatten sich die vierzehn Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen -ganz auf den Spuren der Protagonisten ihres neusten Projekts- Anfang Dezember in die Wälder zurück gezogen. Zurückgekommen sind sie mit Schillers Räubern. Von Freitag, 20. Januar bis Sonntag, 22. Januar präsentieren sie das Ergebnis ihrer intensiven Probearbeit jeweils um 20 Uhr im neuen Theatersaal der Universität Freiburg.


Die Meisten haben während ihrer Schullaufbahn Bekanntschaft mit den Räubern gemacht. Angst davor, dass die typische Schullektüre den ein oder anderen abschrecken könnte, haben die Schauspieler trotzdem nicht. "Natürlich ist der ein oder andere etwas vorbelastet, aber dem Stück noch einmal nach der Schule zu begegnen, ist ja eigentlich sogar ein interessanter Vergleich für den Zuschauer. Im besten Fall ist es ja sogar ein Aha-Moment", sagt Leonard Feddern, einer der Regisseure.

Konflikte sind vorprogrammiert

Sind doch die Themen, die die Familie Moor umtreiben genauso klassisch wie modern: Da ist Franz, der seinen Bruder Karl abgrundtief hasst und den man auch irgendwie verstehen kann, ist er doch weder gutaussehend, noch begabt oder liebenswert. Und da ist sein Bruder, der alle diese Eigenschaften auf sich vereinigt und zudem auch noch der Ältere ist, also alles erbt, wenn der Vater stirbt. Gerechte Verteilung sieht anders aus, Konflikte sind vorprogrammiert: Die Chancen auf ein Happy End stehen eher ungünstig.

Warum die junge Theatertruppe sich ausgerechnet Schiller ausgesucht hat? "Es geht uns um den jüngeren Schiller. Schiller war 21 als er das Stück geschrieben hat, dementsprechend haben ihn natürlich auch Themen umgetrieben, die uns auch umtreiben. Wohin soll es gehen? Was bedeutet es, frei zu sein? Diese Themen finden sich in dem Stück wieder und wir versuchen zu zeigen, wie die Figuren in dem Stück damit umgehen. Schiller schrieb damals noch sehr roh, nicht mal richtig gut könnte man sagen, wenn man das mit späteren Sachen vergleicht, das ist aber eben der Reiz an dem Text", beschreibt Leonard ihre Beweggründe.
Was: "Die Räuber" von Friedrich Schiller
Wann: Freitag, 20. Januar bis Sonntag 22. Januar
Wo: neuer Theatersaal der Universität Freiburg, Friedrichstraße 39
Kosten: 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, Vorverkauf bei der Buchhandlung Schwanhäuser