Förderprogramm

Das Sozionauten-Programm greift neuen Hilfs- und Förderprojekten mit Know-How unter die Arme

Antonia Stille

Nach einem erfolgreichen Testlauf geht das Sozionauten-Förderprogramm jetzt in die zweite Runde. Die gemeinsame Initiative der Diakonie und des Gründungszentrums Grünhof soll sozialen Start-ups eine Start- und Orientierungshilfe geben.

In der Holzwerkstatt "Puzzle 3" der Stadtpiraten ist es laut. Hier wird gesägt, gebohrt und geschreinert, insgesamt 16 Geflüchtete erhalten je fünf Monate lang eine grundlegende Einweisung in die Arbeit mit Holz – einige haben schon einen anschließenden Ausbildungsplatz sicher. Wenn die jungen Männer gerade nicht in der Werkstatt stehen, lernen sie in einem Klassenzimmer direkt nebenan Grundlagen in Mathe und Deutsch.


"Wir wollen wichtige Schulbildung und die Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt zusammenbringen", erklärt David Rösch, Vorstand des Stadtpiraten-Vereins. Gleichzeitig verfolgt die Holzwerkstatt aber auch unternehmerische Interessen: Sie finanziert sich durch Verkauf der selbstgebauten Briefkästen, Bilderrahmen und anderen Holzerzeugnisse teils selbst, ist aber auch von externen Förderern abhängig.

Projekte wie die Schulwerkstatt "Puzzle 3" sind die Zielgruppe des Sozionauten-Programms, das die Diakonischen Werke Baden und Breisgau-Hochschwarzwald gemeinsam mit dem Freiburger Gründerzentrum Grünhof ins Leben gerufen haben.

Start-ups und etablierte Träger vernetzen sich

Die Idee: Im Rahmen von sechs Modulen, verteilt über neun Monate, sollen sowohl junge Start-ups als auch neue Projekte etablierter Träger wie etwa der Diakonie von Experten der Gründerplattform geschult werden. Dabei geht’s zum Beispiel um Marketing, Fundraising und Projektmanagement. Die Projektideen müssen immer eine soziale Ausrichtung haben – etwa die Förderung benachteiligter Gruppen wie Flüchtlingen. In jedem Förderzyklus ist Platz für sieben Projekte.

Auch untereinander sollen sich die Geförderten vernetzen und beraten. Die Zusammenarbeit mit jungen, kreativen Gründern bringe gerade für alteingesessene Träger viele Vorteile, erzählt André Peters, Finanzvorstand des Diakonischen Werks Baden. Wegen ihrer langjährigen Erfahrung seien sie selbst oft festgefahren, während die jungen Kollegen immer wieder neue Ideen mitbrächten, etwa bei der Finanzierung. Auch seien die Newcomer oft näher an den Bedürfnissen der Menschen dran und ihr Horizont weniger eingeschränkt durch bereits vorhandene Strukturen. "Das sind einfach zwei ganz verschiedene Welten", sagt Peters. Anders herum profitierten Vereine wie die Stadtpiraten von der größeren Erfahrung anderer Projekte, berichtet Svenja von Gierke. Sie leitet beim Grünhof das Förderprogramm.

Nach der erfolgreichen ersten Runde können sich bis Ende April wieder Menschen mit gesellschaftsorientierten Projektideen melden.

Mehr Infos gibt’s im Internet unter http://www.sozionauten.org.