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Das sind unsere 12 Highlights der neuen Spielzeit am Theater Freiburg

Gina Kutkat & Dorothea Winter

Am Donnerstag stellte das Leitungsteam des Theater Freiburg den Spielplan 2018/19 vor – und zog eine Bilanz der ersten Spielzeit. Wir haben unsere persönlichen Favoriten für Euch gesammelt.

"Es gibt noch Luft nach oben", sagt Chef-Dramaturg Rüdiger Bering zu den Zahlen der jüngeren Besucherinnen und Besucher. Besonders die Vorstellungen der Sparte Tanz zögen jüngere Leute an. In einer Pressekonferenz im Winterer Foyer stellte Theaterintendant Peter Carp mit seinem Team das neue Programm für die Spielzeit 2018/2019 vor.


Er zog außerdem eine Bilanz über die Passage 46, die seit sieben Monaten ein neues Abendprogramm fährt. Die Clubabende und Talknights seien sehr erfolgreich, die Lesungen liefen "so lala". Verbesserungsbedarf gebe es bei der Gastronomie – in den letzten Monaten hatte zwei Mal die Geschäftsführung gewechselt.

Ende September beginnt nach einer Sommerpause die neue und zweite Theatersaison für Peter Carp und sein Team. Im Programm der Spielzeit 2018/2019 finden sich viele klassische, experimentelle und gewagte Stücke.

Das sind unsere Highlights der Spielzeit 2018/2019 am Theater Freiburg– in keiner bestimmten Reihenfolge:


Yalla!

Das Junge Theater Freiburg bringt das Heim und Flucht Orchester und die School of Life and Dance auf eine gemeinsame Bühne. Dabei kommen junge Menschen verschiedenster Herkunft bei einer Performance zusammen. Durch mitreißende Rythmen und tänzerischen Esprit wachsen die Performer über ihre eigenen Grenzen hinaus und daraus entsteht ein ausgelassenes Fest. Ein choreografisches Konzert zwischen Klezmer und Balkan Beats.
Premiere: 7. Juni 2019 im Großen Haus

Sparte: Junges Theater

Künstlerische Leitung: Ro Kuijpers / Graham Smith

Die Küche

Bei dem Stück geht es heiß her! Es wird nämlich wirklich gekocht. Und das live auf der Bühne. Schauplatz der Stücks ist ein großes Restaurant im London der späten fünfziger Jahre. Der Dramatiker Arnold Wesker bringt eindrücklich die soziale Wirklichkeit auf die Bühne. Es geht um Ausbeutung, den gnadenlosen Arbeitsalltag in der Gastronomie, sowie Träume und Hoffnungen von Menschen. Und dabei ist die Thematik so aktuell wie nie zuvor. Was mit dem Essen nach der Aufführung geschieht, ist noch nicht geklärt.
Premiere: 18. Mai 2019

Regie: Amir Reza Koohestani

Bühne: Mitra Nadjmabadi

Dramaturgie: Rüdiger Bering

Hulda

Die deutsche Erstaufführung von Cèsar Francks Stück gleicht einer kleinen Sensation. 1885 beendete er die Oper, doch bis her wurde sie noch nicht aufgeführt. Die Handlung spielt zu Zeit der großen Stammeskönige und plündernder Horden, die Angst und Schrecken verbreiten. Hulda wird als Trophäe mit einem fremden Stammesoberhaupt zwangsverheiratet, ihre Famlie getötet und sie gedemütigt. Ihr Lebensziel ist deswegen Rache und das erfüllt sie auch. Als Huldas Wahn befriedigt ist, nimmt sie sich das Leben und das Stück endet in höchster Emotionalität und Tragik.
Premiere: 16. Februar 2019

Musikalische Leitung: Fabrice Bollon

Regie: Tilman Knabe

Bühne: Kaspar Zwimpfer

Dramaturgie: Heiko Voss

Otto Normal @ Philharmonisches Orchester Freiburg

Das Philharmonische Orchester Freiburg und die Band Otto Normal zusammen auf einer Bühne? Gewagt? Definitiv. Aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Es wartet ein Abend voller Klassik und HipHop auf die Zuhörer mit einer Mischung aus Rap und symphonischen Klängen. Dabei werden alte, sowie neue Tracks der Freiburger Band erstmalig auch mit der klanglichen Bandbreite deines Orchesters zu hören sein. Und das philharmonische Orchester begibt sich auf eine Reise durch Genre-fremde Sphären.
Termin: 25. April 2019

Sparte: Zwischen den Genres

Dirigent: Johannes Knapp

Ophelias Schwester

Jeder kennt Shakespeares Hamlet oder zumindest die prominenten Zitate daraus, wie "Sein oder Nichtsein" und die tragische Liebesgeschichte zwischen Hamlet und Ophelia. Doch viele Themen bleiben in dem Stück für den Rezipienten unbeleuchtet. In dem Stück Ophelias Schwester wird der Zuschauer Mitspieler. In der interaktiven Performance können die Zuschauer vier Zeitzeugen direkt befragen und sich ein eigenes Bild der Situation machen. Sowohl zu der damaligen Lage, als auch zu brandaktuellen Themen. Worin sieht Ophelias Schwester den Grund, sodass die Situation derart eskalierte ? Und was hält zum Beispiel Hamlets Freund Horatio von dem demokratischen Rechtsstaat? Gefragt werden darf alles. Doch keine Antwort ist auch eine Antwort.
Termine: ab Juni 2019

Regie: Uwe Mengel

Dramaturgie: Tamina Theiß

Girls & Boys

Das Stück Girls and Boys hatte seine Uraufführung im Februar am Royal Court Theatre in London. Es ist ein einziger Monolog einer jungen Frau. Diese erzählt dem Publikum ihre Lebensgeschichte und fängt dafür ganz lapidar mit der Kennenlerngeschichte ihres Ehemann an. Sie erzählt von ihrer leidenschaftlichen Beziehung, den beiden gemeinsamen Kindern und ihrer Karriere in der Filmbranche. Doch nach und nach tun sich hinter ihrer perfekten Fassade Abgründe auf, die der Zuschauer nie vermutet hätte.
Premiere: 13. Oktober 2018

Sparte: Schauspiel

Regie: Eike Weinreich

Dramaturgie: Anna Gojer

Gravity

In dem Stück Gravity setzt sich Angelin Preljocaj mit der titelgebenden Gravitationskraft auseinander. Eine Rolle spielen dabei Fragen wie Wie lässt sich Raum als fließende Materie begreifen? Wie kann Tanz körperliche und räumliche Empfindungen wie Gewicht und Mobilität wiedergeben? Bei der Aufführung handelt es sich um die Deutschland-Premiere.
Premiere: 27. September

Choreografie: Angelin Preljocaj

Licht: Èric Soyer

Kostüme: Igor Chapurin

Factory

Mit "Factory" setzt das Theater Freiburg die Zusammenarbeit mit dem belgischen Regisseur Stef Lernous und seinem Ensemble Abattoir Fermé fort. Nach Lulu und der Black Forest Chainsaw Opera wird es auch beim kommenden Stück wieder laut, skurril und abgefahren. Die Factory war die Künstlerkommune von Andy Warhol im New York der späten sechziger Jahre, seine Hausband war The Velvet Underground. Stef Lernous wird versuchen, die Aufbruchstimmung, die Drogen, den Rausch und die düstere musikalische Schönheit von Velvet Underground an diesem Abend einzufangen.
Premiere: 1. Dezember 2018, Kleines Haus
Sparte: Musiktheater/Schauspiel
Konzept und Regie: Stef Lernous
Dramaturgie: Rüdiger Bering

À mon père, une dernière danse et un premier baiser

Intimer geht’s kaum: In diesem Tanzstück tanzt ein Mann ganz alleine auf der Bühne und versucht zu erzählen, was er seinem Vater nicht erzählen konnte. Der Titel heißt übersetzt "An meinen Vater, ein letzter Tanz und ein erster Kuss" – der tunesisch-französische Tänzer und Choreograph Radhouane El Meddeb sieht es als eine Hommage an seinen plötzlich verstorbenen Vater. Eine starke Geschichte, die ebenso stark von ihm getanzt werden wird.
Termin: 22. Februar 2019, 20 Uhr, Kleines Haus
Choreografie: Radhouane El Medeb
Licht: Xavier Lazarini
Kostüme: Cidalia Da Costa

Ich weiß, was du ’68 getan hast

Die methusalems sind die Seniorentheatergruppe des Theater Freiburgs. Sie teilen nicht nur die Liebe zum Schauspiel – sondern haben alle die 1968er miterlebt. In diesem Stück treten sie als Zeitzeugen auf, die nicht immer einer Meinung sind. In Gesprächen mit Theaterintendant Peter Carp haben die methusalems erzählt, wie sie die Zeiten des Umbruchs erlebt haben. Aus diesen Dialogen hat Regisseur Veit Balthasar Arlt das Stück "Ich weiß, was du 68’ getan hast" erarbeitet.
Uraufführung: 11. Januar 2019, Kleines Haus
Regie: Veit Balthasar Arlt
Sparte: Schauspiel/Performance
Dramaturgie: Tamina Theiß

Debris

"Erinnerungsschleifen eines tanzenden Lebens" lautet die Unterzeile dieses Tanztheaters. Der schwedische Regisseur Jefta van Dinther bringt in dem Stück "Debris" fünf Frauen auf der Bühne zusammen, die sich tänzerische mit den Fragen zu Identität und Erinnerung auseinandersetzen. Jefta arbeitet eng mit der Lichtdesignerin Minna Tiikkainen, dem Sounddesigner David Kiers und der Kostüm- und Bühnenbildnerin Cristina Nyffeler zusammen und erarbeitet ein spannendes Konzept, in dem Raum, Klang, Licht und Körper ineinandergreifen.
Termin: 5. April und 6. April 2019, Kleines Haus
Choreografie: Jefta van Dinther
Licht: Minna Tiikkainen
Kostüme: Cristina Nyffeler

Wunderland

Ja, genau: Mit Wunderland ist genau das der Alice gemeint. Der Komponist Arno Schreier hat Songs zu der berühmten Geschichte von Lewis Carroll geschrieben. In diesem Musikstück können Kinder ab zehn Jahren Alice auf ihrem Abenteuer ins Wunderland begleiten. Und da eine Welt, in der Regeln nichts gelten, auch für Erwachsene verlockend ist, können die gleich mitkommen.
Premiere: 4. November 2018, Kleines Haus
Sparte: Musiktheater
Regie: Jörg Behr
Dramaturgie: Heiko Voss




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