Das sind die Vor- und Nachteile im Leben eines Pendlers

Marissa Müller

Mit der Bahn zu pendeln kann ganz schön nervig sein. Das aber nicht immer alles schlecht sein muss, zeigen wir euch in folgender Liste, die auf den persönlichen Erfahrungen der Pendlerin und fudder-Autorin Marissa basiert.

Nachteile

1. Zugverspätungen

Du musst pünktlich zur Klausur an der Uni oder bei der Arbeit sein? Willkommen im Leben eines Pendlers: um die Klausur nicht zu verpassen, bietet es sich an, schon drei Züge früher zu nehmen. Denn bei der Bahn weißt du nie, wann nicht wieder die nächste Oberleitungsstörung, der nächste Personenschaden oder einfach ein überholender ICE den Zugbetrieb stört. Und wenn du wirklich pünktlich sein musst, dann solltest du es auf keinen Fall darauf ankommen lassen.



2. Du musst früh los und kommst spät heim

Als Pendler hat man eine schwere Bürde zu tragen. Morgenmuffel haben es damit echt nicht leicht, denn als Pendler musst du zwangsläufig immer früher als deine Kommilitonen oder Arbeitskollegen aufstehen. Während alle anderen noch friedlich in ihren Betten schlummern, stehst du als Pendler schon am Gleis und wartest sehnsüchtig darauf, dass der Zug endlich kommt und du noch ein bisschen im Abteil dösen kannst. Genauso verhält es sich übrigens nach Feierabend: Während die anderen noch gemütlich auf ein Bier in die Kneipe gehen, hetzt du dich als Pendler ab, um schnell den nächsten Zug zu kriegen. Wenn du Glück hast, ist die Bahn ausnahmsweise pünktlich.



3. Hilfe! Menschen!

Wenn du morgens im Zug einfach nur deine Ruhe haben willst und absolut keine Lust hast, dich mit was anderem als der Playlist deines Handys zu beschäftigen, dann ist Eines sicher: du triffst zu 100 Prozent jemanden, den du von irgendwoher kennst. Wenn du es nicht schaffst, denjenigen schon vorher zu erspähen und ins andere Abteil zu flüchten, dann musst du dich der größten Angst eines Pendlers stellen: dem Smalltalk. "Was machst du jetzt so? Wie geht es deiner Familie? Bist du noch mit deinem Freund zusammen?" Schlimmer geht’s echt nicht, vor allem zu der Uhrzeit. Auch immer wieder schön sind im Sommer die Horden an Jugendlichen, die den Europapark als Ziel haben, während du selbst zur Uni oder Arbeit fährst. Die sind nicht nur extrem laut, sondern haben auch noch nervtötend gute Laune.



4. Es stinkt!

Egal, ob du morgens, mittags oder abends mit dem Zug unterwegs bist – irgendetwas stinkt eigentlich immer. Entweder isst gerade jemand einen Döner im Zug und die Knoblauchfahne weht dir direkt in die Nase – oder ein penetrant nach Aschenbecher stinkender Mensch setzt sich neben dich. Wahlweise gibt es auch die Gerüche "Drei Wochen nicht geduscht", "In Aftershave gebadet" oder "Axel Schweiß" im Angebot, wobei beim Letzteren auch die Deo-Dusche im Abteil wirklich nicht mehr hilft. Lieber auf der Toilette kurz mit Seife waschen, alles andere fällt unter die Kategorie Geruchsbelästigung.



5. Du bekommst alles mit

Wenn du als Pendler deine Kopfhörer zuhause vergessen hast, dann bist du wirklich verloren. Du bekommst nämlich alles mit. Der Typ in Jogginghose der dir gegenüber sitzt, telefoniert wohl gerade mit seiner Freundin: "Nein Schatz, ich hab mich nicht mit Jennifer getroffen" - "Wirklich, ich liebe dich!" - "Bitte mach jetzt nicht Schluss mit mir". Armer Jogginghosen-Typ – aber wissen willst du das wirklich nicht. Schlimmer ist es nur, wenn eine Schulklasse voll pubertierender Halbwüchsiger im selben Abteil sitzt. Und "Ey Alter, Cheyenne, lass mal morgen Insta-Bilder machen!" ist leider kein Klischee. Aber selbst, wenn du deine Kopfhörer dabei hast, kannst du nicht immer allem entgehen, denn unglücklicherweise findet sich auch die Spezies des Nasenbohrers im Zug. Es ist wie bei einem Unfall – eigentlich willst du wegschauen aber aus irgendeinem Grund kleben deine Augen wie gebannt an dem Finger, der ganz langsam zur Nase wandert, sich dort austobt und Richtung Mund verschwindet. Ih!



Vorteile

1. Du kannst dich mental auf den Tag vorbereiten
Ein langer Anfahrtsweg hat zwar viele Nachteile, dafür aber einen entscheidenden Vorteil: du kannst auf dem Weg noch ein bisschen Musik hören, dösen oder schlafen (dafür stellst du dir aber am besten einen Handywecker, damit du deine Haltestelle nicht verpasst) und dich mental auf den Tag vorbereiten. Denn manchmal ist es einfach schön, wenn du nach dem Aufstehen noch ein bisschen Zeit zum Träumen hast, bevor dich die harte Realität trifft. Und beim Nachhausefahren ersetzt die Pendelzeit den Mittagsschlaf.



2. Sinnvolle Zeitverschwendung

Wenn du nicht so der Träumer bist, kannst du die Zeit in der Bahn auch sinnvoll nutzen. Den Text für das Uni-Seminar lesen, auf die Mail eines Dozenten antworten oder die neuesten Nachrichten checken – als Pendler kannst du das bequem in der Bahn erledigen. Und hast du die neueste Folge deiner Lieblingsserie verpasst, dann raus mit dem Handy oder dem Tablet und rein mit den Kopfhörern, denn im Zug hast du Zeit für sinnvolle und weniger sinnvolle Dinge.



3. Du hast eine Ausreden-Quelle

Du hast gerade gar keine Lust dich nach der Arbeit noch mit deinen Kollegen zu treffen und würdest dich am liebsten nur noch in Jogginghose aufs Sofa schmeißen? Dann hast du als Pendler die perfekte Ausrede parat: "Sorry, ich muss meinen Zug erwischen". Die Ausrede kannst du außerdem vielfältig einsetzen: zum Beispiel, wenn dich jemand wegen einer Umfrage aufhält oder wenn du jemandem den Weg erklären musst. Und falls du mal zu einem Treffen oder einem Seminar zu spät kommen solltest, dann schiebst du als Pendler einfach alles auf die Bahn: "Entschuldigung, mein Zug hatte Verspätung" zieht immer.



4. Jeder hat Verständnis für dich

Ob du dich nun mal wieder darüber aufregst, dass sämtliche Züge Verspätung haben oder dass wegen Baustellen Schienenersatzverkehr fährt. Geht es um das Thema Bahn, kannst du dich bei gefühlt jedem auskotzen. Die meisten regen sich dann sogar mit dir zusammen auf und das ist doch genau das, was du in so einer Situation brauchst.



5. Du bekommst alles mit

Als Pendler bekommst du zwangsläufig Dinge mit, die du eigentlich nicht wissen willst. Aber manchmal, nur manchmal, willst du es eben doch wissen, denn einige Dinge sind einfach zu lustig, um wegzuhören. Seien es die Eltern von Jeremy-Pascal, die aus dem TV-Nachmittagsprogramm entsprungen zu sein scheinen oder die drei Mädels gegenüber, die sich gerade lautstark über ihren Schwarm auslassen. Manchmal siegt dann eben die Schadenfreude. Kleiner Tipp: Kopfhörer rein, Musik aus und du kannst dir das Spektakel anhören, ohne erwischt zu werden.



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