Das sind 8 der besten Poetryslammer Südbadens

Brigitte Rohm

Man nehme selbstgeschriebene Texte, ein Zeitlimit, leidenschaftliche Performances und lasse das Publikum entscheiden, wem der Sieg gebührt: Das Rezept für einen Poetry Slam ist simpel. Auch in Südbaden wird geslammt - einige der besten Slammer stellen wir vor:

Simon Sahner, 26



Zitat: "Faust ick hör dir trapsen, pack den Pudel ein und hit the road…hit the road, Jack."


Der bombastische Bass seiner Stimme ist unverkennbar: Simon Sahner beglückt damit regelmäßig das Freiburger Publikum und bezeichnet die Bühne im Räng Teng Teng Club als sein zweites Wohnzimmer.

Der Literaturwissenschaftler und angehende Doktorand mit dem Charme eines intellektuellen Zynikers, den man liebend gern nachts an der Bar treffen möchte, ist vielen in der Region bekannt: als Musiker, Schauspieler, Mitglied der Sprechtheatergruppe „Laut & Lyrik“ und seit 2008 als Slam Poet.

Sein Stil hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt: Nach lustigen Texten und ernsten Themen, wie Liebe und Kindheit,  ist sein Erfolgsrezept heute eine Mischung aus Sarkasmus, Wut, Selbstverachtung und Selbstironie. „In letzter Zeit ist mir vor allem die Dynamik wichtig“, sagt Simon.

„Der Text muss Wumms haben!“ Offenbar genug Wumms, um ihn 2016 zu den baden-württembergischen Landesmeisterschaften im Poetry-Slam zu katapultieren.

Naemi Yacob, 18



Zitat: "Hört endlich auf, mich in Etiketten zu legen!"

Naemi Yacob ist seit 2014 auf süddeutschen Bühnen unterwegs und slammt schon souverän wie die alten Hasen. Beim diesjährigen U20-Finale der baden-württembergischen Landesmeisterschaften wurde das mit dem dritten Platz auf dem Siegertreppchen belohnt.

Die 18-jährige Mannheimerin, die gerade in Offenburg ihr FSJ macht und im Herbst ein Medizinstudium beginnen möchte, kam durch ihre Deutschlehrerin zum Poetry-Slam: Erste eigene Gedichte und ein Slam-Workshop bei der Profi-Poetin Sylvie Le Bonheur folgten.

„Ich schreibe darüber, was mir im Kopf herum spukt“, sagt Naemi. Passend zu ihrer Lebensphase verpackt sie Themen wie Selbstzweifel, Selbstfindung und Individualität in tiefgründiger, nachdenklicher Lyrik voller virtuoser Wortspiele. Dabei performt sie so cool und entspannt, als würde sie den ganzen Tag nichts anderes tun – und schafft eine Atmosphäre, in der das gesamte Publikum gebannt an ihren Lippen hängt.

Jonathan Löffelbein, 24



Zitat:
"Jedem Anfang wohnt ein Zauberer inne. Aber sobald der Zauberer ausgezogen ist, kannst du da einziehen."

Jonathan Löffelbein studiert Literaturwissenschaften, möchte einen Rhetorik-Master anschließen und hat eine so diebische Freude an der Sprache, dass es ein inneres Blumenpflücken ist, ihn beim Poetry-Slam zu erleben. Auch er durfte in diesem Jahr bei den BW-Landesmeisterschaften starten.

Die Freiburger Frohnatur, die unermüdlich kreativ waltet – ob als Musiker, Autor, Sprechkünstler oder seit 2010 als Bühnendichter – lässt sich ungern in Schubladen stecken, bewegt sich gekonnt zwischen ernst und gaga, Lyrik und Storytelling, und beweist vor allem Mut zum absurden Humor: Zum Repertoire gehören Dialoge mit Einhörnern oder Werbetexte für „Erwachsenenschokolade.“

Da ist es nur konsequent, dass sein neues Projekt ein Slam-Team mit Simon Sahner ist, das als Hommage an ein Dada-Gedicht von Hugo Ball „Kommando Uli Paluji – Die Reiseproleten“ getauft wurde. Beim Poetry-Slam in Freiburg kommt man an den beiden Wortduellanten nicht vorbei. Und das ist gut so!

Ulla Klomp, 71



Zitat: "Lieber unter dem Schleier schwitzen als an einer deutschen Krawatte aufgehängt zu werden."

Sie ist Großmutter, ehemalige Lehrerin, aktive Künstlerin und Schriftstellerin, lebte jahrelang in Kopenhagen und pendelt nun zwischen Waldkirch und der Schweiz: Ulla Klomps Abenteuerlust und Kreativität scheinen nie zu versiegen. Sie ist zudem der lebende Beweis dafür, dass sich nicht nur Studierende auf die Slam-Bühne wagen.

Die Autorin veröffentlichte 1981 ihren ersten Lyrik-Band im Suhrkamp-Verlag, es folgten Kinderbücher, Erzählungen und Theaterstücke. „Poetry Slam war für mich wie eine Vitaminspritze“, erklärt Ulla. „Das ist etwas Neues, das Spannung und Action bringt!“ Klassische Dichterlesungen fand die gebürtige Bremerin schon immer „frustrierend“ und sieht im Slam-Format den Reiz, plakativer performen zu können. Ihre Bühnentexte sind meist politisch: In „Ullas Talkshow“ etwa beschwört sie fiktive Begegnungen zwischen Flüchtlingen, Wut-, Angst- und Glücksbürgern herauf.

Seit einem Jahr tritt sie damit in Denzlingen, Offenburg und Freiburg auf und möchte demnächst auch selbst einen Slam veranstalten.

Daniel Wagner, 32



Zitat: „Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen war das Gehirn des Tyrannosaurus Rex extrem klein. Jedoch hatte er für den Hitlergruß völlig ungeeignete Stummelärmchen. Sonst wäre er wohl Nazi geworden.“

Kaum einer kann sich so schnell in Rage reden und dabei so lustig sein wie Daniel Wagner. Der gebürtige Lörracher, der seit 2006 in Heidelberg wohnt, ist einer der erfolgreichsten Slammer Deutschlands: 2010 wurde er baden-württembergischer Landesmeister und deutschsprachiger Vizemeister im Poetry-Slam, in diesem Jahr ist er Rheinland-Pfalz-Meister geworden.

Nach dem Lehramt-Studium arbeitet Daniel heute  als Verleger, Veranstalter, Slam-Workshopleiter, Autor und Poet. Seine Texte bewegen sich zwischen absurdem Quatsch und politisch Kontroversem. Dabei möchte er aber keine Moralpredigten halten, sondern mit Wut, Ironie, Sarkasmus und Wortwitz wichtige Themen ansprechen.

Da ihm der poetische Nachwuchs ganz besonders am Herzen liegt, kooperiert Daniel häufig mit Schulen. Ab Herbst soll in Lörrach ein neuer Slam als Bühne für junge Talente aus der Region entstehen.

Nik Salsflausen, 27



Zitat: "Wenn du der Meinung bist, du könntest dich in einem Risotto voll und ganz ausdrücken, dann sagt das mehr über deinen unterkomplexen Charakter aus als über deine Kochkünste."

Nik Salsflausen hat zweifellos einen der schönsten Künstlernamen der Slam-Szene und bedeutend mehr als Flausen im Kopf: nämlich vielmehr jede Menge Tiefgang und feinsinnigen Humor. In seinen Texten verwebt er das meist zu intelligenter Prosa mit einem Hauch Romantik, hin und wieder bereichert mit fein eingestreuten Lyrik-Passagen.

Von Genregrenzen möchte sich der aus Lörrach stammende Slam Poet nicht einschränken lassen, denn er findet: „Das Thema diktiert die Form und nicht umgekehrt.“ Dass er verschiedene Ausdrucksformen meisterlich beherrscht, ist kein Geheimnis mehr: 2014 wurde er baden-württembergischer Meister, 2015 BW-Vize-Meister im Poetry Slam.

Als ehemaliges „Workshopkind“ von Daniel Wagner veranstaltet er nun ab Oktober mit diesem zusammen den Newcomer-Slam im Lörrach – im gleichen Jugendzentrum, in dem der Referendar einst seinen Zivi absolvierte.

Philipp Stroh, 26



Zitat: "Komm mit in den Club, haben sie gesagt. Des wird übelscht geil, haben sie gesagt."

"Er ist der Virus der Slam-Szene. Die Wenigsten sehen ihn kommen, plötzlich bricht er aus." So augenzwinkernd-unbescheiden beschreibt sich Philipp Stroh selbst.

Der Offenburger Poet, der den dortigen Slam in der VIA mit veranstaltet und im „richtigen Leben“ gerade ein Medienstudium beendet hat, steckt tatsächlich voller Überraschungen: Wer hätte gedacht, dass der sympathische junge Herr seine Stimmbänder als Sänger der Metalband „Among the Swarm“ zum Bersten bringt?

Seit 2015 schlägt er auf der Slam-Bühne regelmäßig leisere, jedoch nicht unbedingt nettere Töne an: „Ich bin gerne zynisch und versuche dabei, zu unterhalten“, erklärt Philipp. So beobachtet er alltägliche Situationen, verdreht Wahrheiten ins Extreme und schreibt über unfreiwillige Disco-Besuche. Dass er Liebesschmerz inspirierender als Liebe findet, ist zwar traurig für ihn, aber ein Glück für die Slam-Zuschauer, die sonst kaum in den Genuss seiner kurzweiligen Lyrik und Prosa kämen.

Isabell Faust, 17



Zitat: "Ich will nicht fallen wie die Tropfen vom Himmel... Denn hey... Ich kann nicht fliegen wie Engel im Himmel."

Goethe hätte ihren Namen gemocht, und Talent zum Dichten hat sie auch noch: Isabell Faust hat schon immer viel geschrieben. Dass sie damit seit einem Jahr auch die Slam-Bühnen unsicher macht, hat sie ihrem Lehrer zu verdanken. Der brachte die Klasse dazu, Slamtexte zu schreiben, nahm sie zum Atlantik-Slam mit nach Freiburg und organisierte sogar Isabells ersten Auftritt.

Trotz der Nervosität meisterte die Offenburger Schülerin, die nach dem Abi gerne Biologie studieren möchte, ihre Feuertaufe mit Bravour und hat seitdem großen Spaß am Poetry-Slam. Mit ihren ernsten, lyrischen Texten möchte sie ihre eigenen, ganz persönlichen Erlebnisse verarbeiten.

Einmal kam nach dem Auftritt ein Mädchen zu ihr und weinte, weil der Text sie so berührt hatte: „Das hat mich unglaublich gefreut!“, sagt die Newcomerin. Mindestens genauso sehr freut sich ihr Deutschlehrer über ihren Erfolg – und ist zurecht mächtig stolz auf sie.

Alle Slams auf einen Blick

Wo? Freiburg, Café Atlantik
Was? Der Freiburger Atlantik Slam ist einer der ältesten in Deutschland und hat schon über 15 Jahre auf dem Buckel. Ein erstklassiges Line-Up aus weitgereisten Poeten und Protagonisten der lokalen Slam-Szene lockt jeden Monat so viele begeisterte Zuschauer, dass der Schweiß von der Decke tropft. Tolle Special Guests und die charmante Moderation von Marvin Suckut tun ihr Übriges, damit es auch die nächsten 15 Jahre rockt.
Wann? Jeden letzten Donnerstag im Monat.
Web: Café Atlantik

Wo? Freiburg, The Great Räng Teng Teng
Was? Eine Bühne für gestandene Freiburger Dichter und junge Talente, quasi der durchgeknallte kleine Bruder des Atlantik Slams, aber genauso sehenswert. Beim Slam im Räng Teng Teng – einer Mischung aus Western-Saloon und verrauchtem Wohnzimmer – gibt es Schnaps und Kuscheltiere zu gewinnen, frenetischen Jubel und viel Liebe für die Slammer.
Wann? Jeden zweiten Mittwoch im Monat.

Wo? Freiburg, Mensabar
Was? Der One World Slam ist eine Initiative der Freiburger "Studis gegen Pegida" und setzt ein Zeichen gegen Krieg, für Frieden und Menschenwürde – der Gewinn kommt dem Rasthaus Freiburg zugute, einer ehrenamtlich betriebenen Anlaufstelle für Flüchtlinge. Die ernste Thematik der Texte tut der ausgelassenen Stimmung in der Mensabar keinen Abbruch: Leidenschaftliche Performances von Poeten aus der Region und dazu musikalische Begleitung durch eine Band sorgten dafür, dass die bisherigen drei Slams ein großer Erfolg waren.
Wann? Zweimal im Jahr.

Wo? Lörrach, Burghof
Was? Einmal im Jahr wird beim Burghof-Slam in Lörrach die Crème de la Crème der Slam-Szene versammelt: Ausgewählte Künstler befeuern die ganz große Bühne und sorgen für unvergessliche Wortduelle. Dazu gibt es hin und wieder spezielle Veranstaltungen wie „Dead or Alive“-Slams, Soloshows oder „Baden gegen Schwaben.“
Wann? Jedes Jahr am 23.12., dazu 5-6 weitere Termine mit speziellen Slam-Formaten.
Web: Burghof, Lörrach

Wo? Lörrach, Kinder- und Jugendzentrum Altes Wasserwerk
Was? Endlich wird es neben dem großen Burghof-Slam auch eine Bühne für Newcomer geben: Dank Nik Salsflausen und Daniel Wagner bekommt der Slam-Nachwuchs aus Lörrach ab diesem Herbst die Möglichkeit, sich im Alten Wasserwerk auszuprobieren und um die Gunst des Publikums zu kämpfen.
Wann? Ab Oktober 2016, Turnus wird noch festgelegt.
Web: Altes Wasserwerk

Wo? Offenburg, VIA (Visionen Ideen Akademie)
Was? Seit 2015 findet der Poetry Slam in der VIA in Offenburg regelmäßig und mit Erfolg statt. Ein bunt gemischtes Publikum lauscht hier in intimer Wohnzimmer-Atmosphäre den Slam-Poeten aus der Region. Dank der großen Resonanz wird es den Slam in Zukunft möglicherweise öfter geben, am 8. Juli steigt zudem ein Open-Air-Slam.
Wann? Alle drei Monate, ab Herbst evtl. öfter, meistens am Samstagabend.

Wo? Lahr, Schlachthof
Was? Ein hübscher und extrem beliebter Poetry Slam, der einmal im Jahr weitgereiste Gäste und lokale Poeten aus Lahr gemeinsam im Schlachthof versammelt. Der Eintritt ist frei, das Publikum darf den Slammern jedoch Liebe, Dank und Geld spenden, wenn der Hut herumgeht.
Wann? Ein- bis zweimal im Jahr.
Web: Schlachthof Lahr

Wo? Denzlingen, Mediathek
Was? Vor einem Jahr frisch aus dem Ei geschlüpft, hat der Denzlinger Poetry Slam schon zwei Mal ein großes Publikum aus der ganzen Region begeistert. Ein Reigen von geladenen Gästen, „Locals“ und Musikern sorgt für den überwältigenden Erfolg.
Wann? Einmal im Jahr.

Wo? Wutöschingen, Klosterschüer Ofteringen
Was? Auch dieser Regio-Slam fand 2016 bereits zum zweiten Mal statt, und wie in Lahr und Denzlingen steckt hier der großartige Freiburger Poet Tobias Gralke dahinter, der den Dichterwettstreit leidenschaftlich moderiert. Lokale Neulinge treffen hier auf Profi-Slammer, dazu gibt es tolle, musikalische Begleitung.
Wann? Einmal im Jahr.

Wo? Kandern, Kommunales Kino
Was? Die Veranstalter des Burghof-Slams ziehen in Kandern einmal im Jahr ein besonderes Slam-Häschen aus dem Hut: einen Poetry Slam im "Dead or Alive"-Format, in Kooperation mit der Lörracher Theatergruppe "Tempus fugit". Die jungen Schauspieler verkörpern dabei „tote Dichter“ und treten gegen die lebenden Slam-Poeten an.
Wann? Einmal im Jahr.

Glossar

Slamily
Liebevolle Bezeichnung der Slam-Szene: Wie in einer richtigen „Family“ haben sich die meisten Slammer sehr lieb, es gibt aber manchmal auch die nervige Cousine, der man aus dem Weg geht. Und wenn ein Haufen Slam-Poeten einer beliebigen Stadt und Konstellation aufeinander trifft, ist es meist ein Fest.

Respect the poet!
Die wichtigste Regel beim Poetry-Slam: Wer die Slam-Bühne betritt, sollte diese auch mit einem Rest Würde wieder verlassen können. Buhrufe sind deshalb tabu – eine Wertung von weniger als 5 Punkten ist außerdem schon bitter genug...

Slammaster
Der Slammaster oder die Slammasterin veranstaltet den Poetry-Slam und moderiert ihn häufig auch, kann also als die gute Seele und das Gesicht des Poetry-Slams bezeichnet werden.

Bewertungssyteme
Beim Poetry-Slam gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Sieger oder die Siegerin zu ermitteln. Die zwei gängigsten Methoden sind die Applausabstimmung, bei der das ganze Publikum beteiligt ist, und die Bewertung durch eine Jury. Diese wiederum wird am Anfang des Slams ausgewählt und bekommt Punktetafeln mit einer Skala von 1 bis 10.

Preise
Eine Flasche Whisky, die anschließend von allen Teilnehmern gemeinsam getrunken wird, eine Tüte gemischte Süßigkeiten, die zusammen vertilgt wird, ein Kuscheltier... Die Preise bei Poetry-Slams sind in der Regel symbolischer Natur und Preisgelder unter Slam-Poeten eher verpönt: Wenn es Gagen gibt, dann bitte für alle – so der Konsens.

Heavy Metal

Hat ein Slammer auf der Bühne einen Blackout, so ist immer jemand im Publikum zur Stelle und ruft „Heavy Metal“ – ein kurzer Moment des Lachens und des Luftholens. Dann hat sich der Poet in der Regel wieder gesammelt.

Jury

Beim Poetry Slam gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Sieger/die Siegerin zu ermitteln. Die zwei gängigsten Methoden sind die Applausabstimmung, bei der das ganze Publikum beteiligt ist, und die Bewertung durch eine Jury. Diese wiederum wird am Anfang des Slams ausgewählt und bekommt Punktetafeln mit einer Skala von 1 bis 10. Zur Erklärung greifen SlammasterInnen oft auf beliebte Floskeln zurück („Einen Punkt bekommt ein Text, der niemals hätte geschrieben werden sollen, 10 Punkte ein Text, der einen kollektiven Orgasmus auslöst!“) oder lassen dabei ihrer Kreativität freien Lauf.

Opferlamm
Ein Slammer oder ein Feature-Poet, der außer Konkurrenz vor dem Wettbewerb auftritt, um dem Publikum einzuheizen und der verhindern soll, dass die erste Wertung zu zaghaft ausfällt.

Boutmanager
Vor allem bei Meisterschaften ein wichtiges Amt, das oft von Slammern übernommen wird: Boutmanager sind für den reibungslosen Ablauf des Slams verantwortlich. Zu ihren Aufgaben gehören die Einweisung der Jury oder die Berechnung der Punkte. Es soll auch schon Boutmanager gegeben haben, die beim Überschreiten des Zeitlimits einen Poeten von der Bühne tragen wollten.

Nationals
Die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry-Slam. Ein riesiges Event, das die gesamte Slamily für mehrere Tage zusammenbringt und dieses Jahr unter dem Namen „Slam 2016“ vom 2.-5. November in Stuttgart stattfindet.

Highlander
Ein Highlander-Slam findet zumeist einmal im Jahr statt. Dabei treten alle Sieger und Siegerinnenen der Saison gegeneinander an und kämpfen um einen Startplatz bei den deutschsprachigen Meisterschaften – wobei das nicht der einzige Weg ist, der dorthin führt (weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel eine direkte Nominierung durch einen Slam oder der Sieg bei einer Landesmeisterschaft). Seltener gibt es auch „offene Highlander“, bei denen sich jeder anmelden darf, um sein Glück zu versuchen.

Die Autorin:

Brigitte Rohm ist selbst ein aktives Mitglied der deutsch- und spanischsprachigen Slam-Szene und tritt seit 2010 unter ihrem Spitznamen Biggi Rohm auf. Besonders die Slams in Freiburg sind ihr inzwischen ans Herz gewachsen.

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