Radkonzept 2020

Das Radfahren soll in Freiburg schneller gemacht werden

Julia Littmann

Wie geht es mit dem Radverkehr in Freiburg weiter? Baubürgermeister Martin Haag hat nun klargestellt, dass Freiburg den Titel als fahrradfreundlichste Stadt verteidigen will – mit Schnellwegen und mehr Sicherheit.

Schon bevor der neue Gemeinderat seine Arbeit aufnimmt, setzt Baubürgermeister Martin Haag ein politisches Zeichen für den Radverkehr: "Freiburg konnte seinen 2011 erkämpften Titel als fahrradfreundliche Stadt auch in der nächsten Ausschreibung 2017 verteidigen – und wird sich weiter dafür stark machen." Doch die Konkurrenz mit anderen Verkehrsmitteln wird nicht kleiner.


2013 wurde in Freiburg das "Radkonzept 2020" beschlossen, und das heißt: Freie Fahrt fürs Fahrrad durch Umbauten und Ausbauten. Doch auch im kommenden Jahr wird der Umbau Freiburgs zur Fahrradstadt nicht fertig sein; Haag nennt diese Planung ein "mittelfristiges Konzept". Vor der kommenden Legislaturperiode mit dem neuen Gemeinderat zogen die Verantwortlichen eine Zwischenbilanz, berichteten von Erfolgen und zeigten auf, was noch alles zu tun ist, denn, so Haag: "Wir haben viel erreicht, aber das ist kein Anlass, sich auszuruhen."

Maßnahmen kosteten neun Millionen Euro aus städtischen Mitteln

Zwei Ziele habe man mit dem seit 2010 erarbeiteten Radkonzept verfolgt, erklärt Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamtes. Zum einen sollte die "Stadt der kurzen Wege" das Rad als Verkehrsmittel schneller machen – und damit auch Ansporn zum Umsteigen sein, zum anderen wollte man die Sicherheit der Fahrradfahrer verbessern. Grundsätzlich schneller sein – das heißt, so Uekermann, vor allem möglichst zügig und störungsfrei und ohne Umwege in die Stadt und durch die Stadt kommen.


In Freiburg entstanden und entstehen hierfür die sogenannten Radvorrangrouten, mit Rampen statt Treppenaufgängen, mit Durchstichen für sinnige Abkürzungen, auch an einigen Stellen mit Streckenverbreiterungen, sogar – spektakulär – an der Bogendurchfahrt am Dreisamuferweg. Elf von 15 Maßnahmen für die Vorrangroute FR1, neun von 15 für den FR2 und eine von sieben für den FR3 kosteten bislang neun Millionen Euro aus städtischen Mitteln und wurden mit drei Millionen Euro Landesmitteln zusätzlich gefördert.

2016 wählten 34 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger das Fahrrad

Georg Herffs, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung im Garten- und Tiefbauamt erläutert das große Maßnahmenpaket, das einst im GuT unter Einbeziehung diverser Akteure wie ADFC, VCD und ADAC erarbeitet wurde – als Teil einer Gesamtverkehrsstrategie. Die zeigt Erfolg: Wählten laut einer Erhebung 1999 noch 27 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger das Fahrrad als Verkehrsmittel in der Stadt, waren es 2016 schon 34 Prozent, die Tendenz ist weiter steigend. 470 Kilometer Radnetz – davon 230 Kilometer echte Radverkehrsanlagen, auch 16 Fahrradstraßen – stehen Radfahrern in Freiburg zur Verfügung. Und seit neuestem auch das vom Start weg erfolgreiche Fahrradleihsystem Frelo.

Martin Haag allerdings weist auch schon auf künftige Problemlagen beim weiteren Ausbau des Radverkehrs hin: Die Flächenkonkurrenz werde zunehmen, gut sei dann vermutlich vor allem das, was andere Verkehrsteilnehmer nicht betreffe. Fridays for Future und ADFC fordern da schon am Rande der Pressekonferenz konsequenteres Umdenken.

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