Das perfekte Frühstücks-Ei

Lorenz Bockisch

Das Problem kennt jeder: Sonntag Morgen - und das Frühstücksei ist hart. Damit es nicht in jeder Familie zu einem Streit im Loriot'schen Ausmaß kommt, hat sich Elena Rock, 14, aus Freiburg, an die Töpfe gestellt, viele Eier gekocht und die ideale Kochzeit herausgefunden.

 

Für dieses Experiment, das Elena im Rahmen des Wettbewerbs „Schüler experimentieren“ (das ist die Jugend-forscht-Sparte für Unter-15-Jährige) vorstellt, begann sie erstmal zu messen. So mussten die Eier gewogen und ihr Umfang festgestellt werden.


Dann kommen die mit einem Pieks versehenen Eier ins Wasser. Natürlich ins kochende, sonst kann man die exakte Kochzeit nicht bestimmen. Außerdem kann es so nicht passieren, dass das Eigelb schon hart ist, während das Eiweiß noch glibbert: „Das Eiweiß gerinnt bei etwa 80° C, aber das Eigelb schon bei 62° C“, sagt Elena.

Nach vielen gekochten Eiern hat die Schülerin festgestellt, dass die perfekte Eikonsistenz – also hartes Eiweiß und noch weiches Eigelb – bei 60 Gramm schweren Eiern (Handelsgröße „M“) nach ziemlich genau 5:30 Minuten erreicht ist. Für Hühnerprodukte der Größe L (über 63 Gramm) verlängert sich Elena Rock zufolge die Kochzeit auf sechs Minuten.

Von anderen Parametern wird die Kochzeit nicht beeinflusst: „Woher die Eier kommen, also aus Käfighaltung oder von Freilandhühnern, ist egal, genauso wie die Farbe“, hat die 14-Jährige am heimischen Herd und im Technik-Raum der Hansjakob-Schule in Freiburg herausgefunden. Auch der Umfang des Eis beeinflusst das Ergebnis nur unwesentlich.



Dennoch braucht es eine gewisse Erfahrung, bis man das perfekte Ei hinbekommt, schließlich sind diese Naturprodukte immer ein bisschen unterschiedlich. Zur Jugend-forscht-Messe wird Elena Rock ihr Projekt im Bereich Chemie am Stand C-09 in der Neuen Messe Freiburg vorstellen. Für die Jury – und sicher auch so manchen Besucher – wird es frisch geköpfte und vor allem auf den Punkt gegarte Eier zu kosten geben.

Elena Rock hat außerdem bewiesen, dass die Loriot-Figuren damals deutlich kleinere Eier gegessen haben müssen. Denn ob das zentrale Ei des legendären Streits nun zufällig oder nach Gefühl viereinhalb Minuten gekocht hat – es war hart.

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