Das neue Video von Otto Normal ist rückwärts gedrehter One-Shot-Wahnsinn

Daniel Laufer

65 Menschen haben beim Musikvideo zu "Spitter" mitgeholfen, darunter eine ganze Handballmannschaft. Wieso das nötig war und wie es Rapper Pete gelang, den Text rückwärts zu lernen:



65 Menschen haben am neuen Video der Freiburger Band Otto Normal mitgearbeitet. Beim Musikclip zu "Spitter" handelt es sich um ein sogenanntes "One Shot"-Video. Das heißt: Geschnitten wird nicht, die eine Kameraeinstellung läuft rund dreieinhalb Minuten durch.


Weil das aber noch nicht genug wäre, haben sich die Macher "Dugly Habits" noch eine weitere Besonderheit ausgedacht: Sie haben das Video rückwärts gedreht und am Schluss am Computer wieder umgedreht. Damit das funktionieren konnte, mussten die Tänzerinnen von DanceEmotion ihre Choreographie auf einmal rückwärts lernen – und Rapper Pete Stöcklin seinen Text auch.

"In der ersten Phase haben wir den Text in Rückwärts umgeschrieben und dann vor dem Spiegel geguckt, wie die Mundbewegungen aussehen müssen, dass Bild und Ton synchron sind", erzählt Pete. Im Anschluss hat er schwer aussprechbare Buchstaben herausgekürzt, um den Text in Rap-Geschwindigkeit hinzukriegen.

Scientology, Darth Vader und dicke Eier

Weil der Song "Spitter", so Pete, nur eine lyrische Spielerei sei, hätten die Macher versucht, dem Text Leben einzuhauchen. Erwähnt der Otto-Frontmann also "Stewardessen" oder "dicke Eier", sind diese im Video auch entsprechend zu sehen. Als er rappt, "alles nur ausgedacht und heiße Luft wie Science Fiction", betritt jemand im "Darth Vader"-Kostüm die Bühne. Beim genauen Hinschauen erkennt der Zuschauer dann: Das Laserschwert besteht in Wirklichkeit aus einem Föhn…

Eine große Herausforderung war auch die Sache mit den Worten, die hinter den Ottos an der Wand stehen: "Flugzeug", "Zahnfee" oder "Scientology" zum Beispiel. Wenn Pete sie beim Dreh (natürlich rückwärts) rappte, warf sie jemand mit Farbe ab. Was der Zuschauer nicht sieht: Außerhalb des Bildausschnitts stand eine komplette Handballmannschaft. Alle Spieler trugen Kopfhörer und warteten auf ihr Signal. Ertönte es, warfen sie einen Wasserballon, gefüllt mit purer Dispersionsfarbe.

Die Schwierigkeit: Sie mussten unbedingt treffen – die Farbe reichte nur für einen Durchgang und in der Halle auf dem Ganter-Gelände, wo die Band ihr Video drehte, gab es für die Ottos auch nur diese eine Wand…



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[Foto: Screenshot]