Das Les Gareçons im Hauptbahnhof schließt – warum es trotzdem weiter geht

Felix Klingel

Es ist das letzte Schwulencafé in Freiburg: Das Les Gareçons im Hauptbahnhof serviert seit fast 18 Jahren Kaffee und Kuchen – und war Anlaufstelle für viele Schwule in der Stadt. Warum das Café Mitte März schließt – und es trotzdem weiter geht.

"Wir konnten uns in den letzten Jahren nicht mehr wirklich um das Les Gareçons kümmern", sagt Markus Hollerbach, einer der Betreiber. Er lebt inzwischen in Basel und kümmert sich um die dortige Filiale des Les Gareçons. "Wir wollten es in Freiburg nicht halbherzig weiterführen, darum trennen wir uns jetzt."


Das Café schließt aber nicht komplett, sondern es gibt einen Betreiberwechsel. Pino Raia, der das Karma in Freiburg betreibt, soll das Les Gareçons vermutlich ab Mitte März übernehmen. Es wird ein Café bleiben, allerdings unter neuem Namen. Was sich sonst ändert, kann Markus Hollerbach nicht sagen. Pino Raia war für weitere Informationen bisher nicht zu erreichen. Ob möglicherweise wieder mehr Abendveranstaltungen stattfinden oder ob es sonstige Veränderungen gibt, ist noch nicht klar.

Szene verliert Anlaufpunkt

Obwohl das Les Gareçons kein explizites Schwulencafé war, verliert die Szene einen wichtigen Anlaufpunkt: "Für viele ist es ein Relikt, sie hatten bei uns ihr Coming-Out, gerade neue Leute in der Stadt kamen zu uns", sagt Hollerbach. Außerdem war das Café Sponsor von der Schwulen Filmwoche und bei der AIDS-Hilfe aktiv. "Das fällt jetzt natürlich weg."

Eine größere Abschiedsfeier soll es im Les Gareçons nicht geben – die Betreiber verabschieden sich in kleinem Rahmen von Freunden und Lieferanten.