Das Leben ist zu lang: Dani Levy zu Gast in der Harmonie

Jenni Borrmann

Dani Levy, Regisseur des gerade angelaufenen Films "Das Leben ist zu lang", wird morgen im Harmoniekino zu Gast sein und nach dem Abspann der Komödie Fragen des Publikums beantworten. Begleitet wird Levy von Hauptdarsteller Markus Hering.



Dani Levy und Markus Hering in der Harmonie

„Das Leben ist zu lang“ – so lautet der Titel des aktuellen Films von Dani Levy („Alles auf Zucker!“). Er wird morgen um 21.10 Uhr in der Harmonie zu sehen sein. Regisseur Dani Levy und Hauptdarsteller Markus Hering werden zu Gast sein, um für ihren Film zu werben. Gelegenheit zu einem Gespräch zwischen Publikum und Filmemachern wird es nach dem Film geben.

Levy und Hering

Levy, Kind einer deutsch-jüdischen Emigrantenfamilie, ist Schauspieler, vor allem aber als Regisseur und Drehbuchautor tätig. Er konnte bereits mit seinem Regiedebüt „Du mich auch“ Festivalerfolge feiern. Markus Hering ist Mitgelied des renommierten Burgtheaters, aber auch Film- und Fernsehschauspieler. Zuletzt war er in Andreas Dresens „Whisky mit Wodka“ zu sehen.

X Verleih

Gemeinsam mit Wolfgang Becker, Stefan Arndt und Tom Tykwer gründete Dani Levy Anfang der 1990er den X Verleih: Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten sollten öfter, enger und besser zusammenarbeiten, auch um aus der Krise des deutschen Films, die 1994 ihr Hoch hatte, wieder herauszugelangen. Von „Lola rennt“ bis „Good Bye Lenin!“ – unter dem Label „X Filme“ entstehen immer wieder Produktionen, die kommerziell erfolgreich und gleichzeitig nicht unbedingt dem Mainstream des Filmemachens entsprechen.

Jüdischer Humor

Immer wiederkehrendes Element in Levys Filmen ist der jüdische Humor, den er ähnlich wie Ben und Jerry Stiller oder auch Woody Allen einsetzt. So beispielsweise 2004 in „Alles auf Zucker!“, der mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet wurde.



„Das Leben ist zu lang“ – Der Film

Alfie Seliger (Markus Hering), ein jüdischer Filmemacher, steckt in der Krise. Um ehrlich zu sein: in mehreren. Seine Frau Helena (Meret Becker) hat ein Verhältnis, seinen Kindern (gespielt von Levys Tochter Hannah und David Schlichter) ist es peinlich, mit ihm gesehen zu werden, sein Bankberater (überragend als weinerlicher Banktrottel: Kurt Krömer) muss ihn von der Insolvenz seiner Bank in Kenntnis setzen und zu guter Letzt stößt sein Filmprojekt „Moha-ha-med“ über den Karikaturenstreit nicht gerade auf Gegenliebe.

Alfie ist aber eben auch ein kleiner Hypochonder, ein gutmütiger und liebenswerter Eigenbrötler, dessen Frau man ihr Verhältnis nachsieht, wenn man Alfie, nachdem er das Licht ausgeschaltet hat, im Bett sagen hört: „Im Dunkeln siehst Du aus wie früher.“ Gleichzeitig stellen ihm die Frau (Veronika Ferres) eines Produzentenmoguls nach und auch der alternde Schauspieler Georg Maria Stahl (Gottfried John). Alles wird irgendwann zu viel und als ihm Udo Kier in der Rolle des Psychiater rät: „Machen Sie Ihrem Elend ein Ende!“, nimmt der jüdische Nebbich dies wörtlich und scheitert letztlich aber auch am Selbstmordversuch. Er überlebt und erwacht scheinbar in seinem alten Leben wieder… Aber ist dies die Realität oder ein Traum?



Es gibt wohl nicht ganz so viele Anspielungen auf die Filmgeschichte wie unlängst in „Inglorious Basterds“, aber wenn die Kinder Romy und Alain heißen – wer denkt hier nicht an das französische Schauspielerpaar der 1950er und 1960er?

Alfie Singer erinnert an den Hauptprotagonisten in „Annie Hall“, Georg Maria Stahl an Armin Mueller-Stahl. Für Filmliebhaber wird der Streifen eine kleine Fundgrube in Sachen Filmgeschichte werden. Auch Udo Kier, den wohl bekannteste deutschen Arthouse-, Horror- und Underground-Schauspieler mit internationalem Renommé, in der Rolle des schrulligen Psychiaters zu sehen, macht wirklich Spaß. Ob das Leben am Ende wirklich zu lang sein kann – wir werden es sehen.

Ein Interview mit Dani Levy am Dienstag wird in den nächsten Tagen auf der Website des aka Filmclubs e.V. nachzulesen sein.



Trailer: Das Leben ist zu lang

Quelle YouTube

[youtube rookgLsCGwM nolink]

Mehr dazu:

Was: "Das Leben ist zu lang", anschließend Gespräch mit Dani Levy
Wann: Morgen, Dienstag, 31. August 2010, 21.10 Uhr
Wo: Harmonie Kino, Grünwälderstr. 16-18   [Fotos: X-Verleih]