Das Kagan und Joel Goedtler haben sich getrennt

Martin Herceg

Nach sechs Wochen war Schluss: Joel Goedtler und Kagan-Inhaber Peter Bitsch gehen wieder getrennte Wege. Das kurze Intermezzo in der Kagan-Führungsebene endete vor zwei Wochen. Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen darüber, wie zukünftig über den Dächern der Stadt gefeiert - und darüber berichtet werden soll.



Seit zwei Wochen ist Joel Goedtler nicht mehr im Kagan angestellt. Wie der 31-Jährige mitteilt, habe er sich mit Kagan-Inhaber Peter Bitsch im gegenseitigen Einverständnis getrennt. Erst im August hatte sich Goedtler im Gespräch mit fudder (Joel Goedtler ist der neue Chef im Kagan) als neuer Geschäftsführer des Kagan Clubs vorgestellt. Zuvor war er bereits 14 Jahre im Gastronomie- und Veranstaltungsgewerbe tätig.


"Peter Bitsch und ich hatten einfach zu unterschiedliche Vorstellungen vom Betrieb", sagt Goedtler. "Der Club hätte dringend einige Veränderungen gebraucht." Diese seien aber nicht umsetzbar gewesen, so Goedtler weiter. Nach ein paar Wochen habe er gemerkt, dass er im Kagan nichts bewirken kann: "Das System da oben ist zu festgefahren - also bin ich gegangen."

Peter Bitsch: "Joel Goedtler war hier nie Geschäftsführer"

Kagen-Inhaber Peter Bitsch wertet den Personalwechsel in seinem Club anders: "Joel Goedtler war hier nie Geschäftsführer." Goedtler habe im Kagan lediglich auf Stundenbasis gearbeitet, um den krankheitsbedingten Ausfall des langjährigen Betriebsleiters Dominik Dilger zu kompensieren. "Von Geschäftsführung oder Betriebsleitung war nie die Rede", so Bitsch.

Dass Goedtler sich nach Außen als neuer Chef des Clubs dargestellt hat, kann Bitsch nicht nachvollziehen: "Herr Goedtler hat da wahrscheinlich etwas durcheinandergebracht, anders kann ich mir seine Aussagen nicht erklären." Meinungsverschiedenheiten habe es allerdings nicht gegeben: "Ich war nur darüber verärgert, dass Herr Goedtler interne Dinge nach außen getragen hat, die noch nicht spruchreif waren - da hat er einfach deutlich zu schnell aus der Hüfte geschossen."

Der "voreilige" Schritt an die Presse sei jedoch nicht der Grund für die Trennung gewesen, so Bitsch. "Wir haben einfach festgestellt, dass seine Stärken und Vorstellungen nicht mit meinen Zielen fürs Kagan übereinstimmen", so Bitsch. Der Aussage Goedtlers, dass der Club dringend Veränderungen brauche ("Das Kagan soll wieder eine angesagte Club-Adresse werden, ein Ort, über den man auch außerhalb Freiburgs positiv spricht"), stimmt Bitsch nur bedingt zu. "Klar hat es in den letzten Jahren unter Dilger ein paar Abnutzungserscheinungen im Kagan gegeben - das ist allerdings zum größten Teil auf den Gesundheitszustand von Dominik zurückzuführen", so Bitsch. Das Kagan sei weiterhin ein Laden, der zu 100 Prozent funktioniert.



Kein neuer Betriebsleiter für das Kagan

In Zukunft will Bitsch keinen alleinigen Betriebsleiter mehr einstellen. "Es hat sich gezeigt, dass sich ein so großer Laden besser auf mehrere Schultern verteilt." Verschiedenen Angestellte sollen in Zukunft Büro, Organisation, Booking und Marketing managen. "Ich will einen schlanken und demokratischen Betrieb haben, das ist wichtig", sagt der Kagan-Inhaber.

Am Club-Konzept plant Bitsch erst einmal keine großen Änderungen: "Das Wochenende läuft gut bei uns - lediglich der Studenten-Donnerstag könnte ein bisschen mehr Werbung vertragen." Der von Goedtler ins Gespräch gebrachte After-Work-Mittwoch sei ebenfalls in Planung. "Der Abend wäre ja nicht ganz neu im Kagan, allerdings muss erstmal die Planung stehen, bevor wir wieder mittwochs die Türen öffnen", so Bitsch.

Joel Goedtlers berufliche Zukunft ist indes ungewiss. "Ich bin ein Gastrokind - und ich werde auch weiter machen in der Gastro", kündigt er an. Konkrete Projekte gebe es derzeit allerdings nicht. Goedtler war von Ende 2009 bis Anfang 2011 Barchef im Kagan. Es folgten Stationen als Barchef im Reiff Medien Dome in Offenburg (2011 - 2012). Bis Ende Juni diesen Jahres war er Pächter des Bistros im Lahrer Schlachthof.



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  [Fotos: Christoph Breithaupt / Martin Herceg]