Das ist Freiburgs beliebtestes Zigaretten-Schockbild

Felix Klingel

Schwarze Lungen, verfaulte Beine – und ein qualmendes Baby. Die Schockbilder auf Zigarettenschachteln haben das Kaufverhalten der Raucher in Freiburg verändert: Sie haben Lieblings- und Hassmotive.

"Es gibt einige Raucher, die nur ein bestimmtes Bild haben wollen", sagt Janine Lanz von Tabak & Presse Morgenroth. Besonders beliebt seien das rauchende Baby und das Bild einer Familie. Das bestätigt auch Nadine Pfaff von Pfaff's Tabak. Verständlich – neben einer blassen Leiche und der Raucherlunge sieht das quarzende Baby mit Schnuller direkt niedlich aus.


"Bilder mit Blut gehen gar nicht gut weg" Nadine Pfaff


Ein größerer Teil der Raucher lehnt laut Pfaff beim Kauf aber nur bestimmte Bilder ab, statt sich bewusst für ein Motiv zu entscheiden. "Bilder mit Blut gehen gar nicht gut weg", so Pfaff. Sie schätzt, dass etwa 20 Prozent der Käufer nach einem anderen Bild fragen. "Am Anfang war es schlimmer, da war es bestimmt jeder Dritte".

Inzwischen haben sich einige wahrscheinlich an den Anblick von Lungenkarzinom und Raucherbein gewöhnt. Seit dem 20. Mai 2016 prangen die Schockbilder auf Zigaretten und Tabak. 12 Motive sind im Umlauf, insgesamt gibt es 46 Bilder. Um den Gewöhnungseffekt zu verringern, werden die Bilder nach einem Jahr ausgetauscht. Initiator der Horror-Bebilderung ist die EU-Kommission.

Alternative: "Alles kann tödlich sein"

Auch Gerhard Huber bestätigt, dass Raucher einige der Bilder bevorzugen. Er ist Inhaber von Stefan Meier – Tabakwaren und Whiskey. "Ich schätze es sind 10 Prozent, die ein anderes Bild möchten." Das geht aber manchmal nicht: "Teilweise habe ich von einer Marke nur Schachteln mit einem Bild da – je nachdem, wie mir die Stangen geliefert werden". Außerdem verkaufen sich laut Huber Zigaretten-Etuis gerade besonders gut.

Die Tabakhändler haben sich mit der Situation geschickt arrangiert. Im Laden decken oft kleine Schilder die Packungen im Regal ab, so dass die Bilder für die Raucher – und auch die Händler – nicht ständig zu sehen sind. Außerdem verkaufen sie Umverpackungen mit Sprüchen wie "Achtung! Zigaretten!" oder "Alles kann tödlich sein".

Eine Wirkung haben die Schockbilder also – nur ob das auch die Wirkung ist, die sich die EU-Kommission wünscht?