Das Halbfinale-Finale

Dirk Philippi

Am heutigen Abend um 19.30 Uhr beginnt für die Wölfe Freiburg das Halbfinale in den Eishockey-Oberliga-Playoffs gegen die Tölzer Löwen. Und da Eishockey in Deutschland immer "Spezielles" zu bieten hat, ist das Halbfinale auch gleich das Finale: Wer die Best-of-Seven-Serie gewinnt, ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Spiel 1 findet in Bad Tölz statt, am Sonntag dann kommt es zum Heimspiel der Wölfe in der Franz-Siegel-Halle. fudder nennt 10 Gründe für einen Wölfe-Erfolg.



War es im Viertelfinale gegen die Hannover Indians noch ein Fight auf Augenhöhe, in den die Freiburger als Favorit gingen, so sind die Wölfe nun klarer Außenseiter in der Serie gegen den Vorrundenprimus aus Bad Tölz.


Heimvorteil in der Serie, 20 Punkte Vorsprung auf Freiburg, bester Sturm, beste Abwehr, bester Torhüter, drei Siege, nur eine Niederlage gegen die Wölfe, die ihrerseits mit einem unüberschaubaren Lazerett den Viertelfinalsieg bezahlen mussten. - Die Statistik spricht für die Löwen eine eindeutige Sprache. Und doch gibt es berechtigte Hoffnung auf einen Wölfe-Sieg im Halbfinale. fudder sagt Euch warum:

Die Siegessucht

Freiburg hat das Momentum, den Flow, das Adrenalin. Mit einem wahren Schaffensrausch haben sich die Wölfe selbst Lust auf mehr gemacht. Rein wissenschaftlich heißt es: „Der Flow führt häufig zum suchtartigen Verlangen nach Wiederholung!“

Der X-Faktor

Zugegeben: Die Personalsituation der Wölfe ist gelinde gesagt suboptimal. Mit vielen Blessuren haben sie den Halbfinaleinzug im Old-School-Hockey-Duell mit den Hannover Indians bezahlen müssen. Aber wie weiß es der Jäger und Biologe: „Verletzte Tiere sind die gefährlichsten! Sie sind unberechenbar und beißwütig.“

Der Zauberer

Der beste Spieler aller Halbfinal-Teams kommt aus dem Breisgau: Roman Kadera, der tschechische Puckschamane, hat bewiesen, das er den Unterschied ausmachen kann. Technisch überragend, torgefährlich und auch körperlich robust zeigte er zudem die Lust und den Willen sein Talent auf das Erreichen des Teamziels zu fokussieren.

Das Angst- und Feinbild

Der härteste Spieler aller Halbfinal-Teams kommt aus dem Breisgau: Adam Spylo ist eine Maschine. In Bad Tölz hat man offensichtlich mehr als Respekt vor dem geradlinigsten aller Oberliga-Cracks und es ist vorauszusehen, dass allein die Präsenz des Hünen Unruhe ins Konzept der Oberbayern bringen wird. Verhasst und gefürchtet hat Spylo zudem auch veritable Skorerqualitäten und wird eine wichtige (Überzahl-)Waffe der Blau-Weiß-Roten sein.

Die Gefahr der Dominanz

Übertrieben gesagt weiß Bad Tölz momentan noch gar nicht, wie es sich anfühlt, wenn man verliert. Die Löwen siegten, siegten und siegten. Zuletzt fegten sie im Viertelfinale Weiden mit 4:0-Siegen vom Eis. Sobald die Wölfe aber als Außenseiter nur ein Spiel der Endspiele gewinnen werden, wird auch bei den Tölzern das Nachdenken anfangen und Unruhe einkehren.

Der klemmende Schalter

In diesem Zusammenhang wirkt auch der Umstand, dass für die Tölzer Löwen die Endrunde noch gar nicht richtig begonnen hat. Coach Kammerer hat in den letzten Vorrundenspielen seine Keyplayer geschont, gar seine bezaubernde Ersatztorhüterin eingesetzt und im Viertelfinale gegen die Blue Devils aus Weiden weniger als viel Mühe gehabt. Schwer vorstellbar, dass die Gelben den Schalter umlegen können, wenn die Wölfe sie physisch und psychisch fordern werden.

Der Löwenflüsterer

Der kleine, klitzekleine Mann hinter der Hirnrinde jedes einzelnen Löwen-Akteurs wird ihnen in Extremsituationen flüstern, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit ja ohnehin schon als Nachrücker für die zweite Liga qualifiziert sind.

Löcher in der Wand

Mit Thomas Ower und Sebastian Vogl haben die Tölzer zwei gute deutsche Torhüter. Ower war hinter der besten Oberliga-Verteidigung der Vorrundenprimus im Tor, Vogl der DEL-Backup in Ingolstadt. Dennoch sieht keiner der beiden aus wie eine unüberwindbare Zauberwand. Besonders unter Druck (Unterzahl!) zeigten beide bereits Nerven und Schwächen, die es auszunutzen gilt.

Die Nachlader

Trotz der begeisternden Auftritte gegen Hannover haben die Wölfe noch individuelles Steigerungspotenzial. Gerade Thomas Kucharchik, Petr Mares, Jeff White oder auch der gebürtige Tölzer (Motivation!) Josef Kottmair haben noch Tormunition in ihren Schlägern.

Der Team-Faktor

Die Wölfe haben gelernt wie man nach Niederlagen zurückkommt. Die Wölfe sind ein echtes Team geworden – eine aufopferungsvoll fightende Einheit mit einem Berge versetzenden Willen!



Mehr dazu:



Das fudder-Playoff-Radio wird heute ab 19.30 Uhr, sofern die technische Installation vor Ort klappt und der Reporter irgendwo unterwegs noch eine Stimme findet, live das Spiel 1 aus Bad Tölz übertragen.

Web: fudders Playoff-Radio: Tölzer Löwen - Wölfe Freiburg
Badische Zeitung: Playoff-Blog Wölfe Freiburg