Das Gesetz der Serie? SC erreicht auch gegen Hannover nur ein Unentschieden

Amelie Herberg

Bereits zum dritten Mal in Folge kommt der SC Freiburg nicht über ein Unentschieden hinaus. Auch gegen Hannover 96 reichte es am Samstag im Badenova-Stadion nur für ein 1:1. Auf einen Freiburger Last-Minute-Treffer wie in den vergangenen Spielen warteten die Fans diesmal vergebens.



Im Fußball wird gerne von Serien gesprochen. Bei einem Torwart werden die Minuten ohne Gegentor gezählt, bei einer heimstarken Mannschaft die Siege zuhause, bei einem formschwachen Torschützen die Spiele ohne Treffer. Auch der SC Freiburg reiht sich langsam aber sicher in diese Tradition ein. Allerdings mit einer Serie, bei der man nicht so Recht weiß, was man von ihr halten soll. Denn das 1:1 gegen Hannover am Samstagnachmittag vor 20.000 Zuschauern war bereits das dritte Unentschieden in Folge für den SC. Seit drei Spieltagen keine Niederlage, aber eben auch keinen Sieg.  Zum dritten Mal in Serie teilt sich der SC Freiburg die Punkte mit seinem Gegner. Nur dass zur Punkteteilung gestern  die Freiburger allein alle Tore beisteuerten.


Dass die Luft im Tabellenkeller kurz vor der Winterpause rauer wird, bekamen die SC-Fans auf Nord schon vor dem Anpfiff zu spüren. Ausgerechnet als das Badnerlied über die Stadion-Lautsprecher gespielt wurde, die SC-Fans Schals und Fahnen in die Höhe reckten, wurde der Rasensprenkler eingeschaltet. Das Wasser landete jedoch weniger auf dem Rasen als auf den Zuschauern, denn der böige Wind wehte es vor allem auf die Fans auf Nord.

Nasskalt erwischte es auch die Mannschaft wenig später. Nach einer schwachen Anfangsphase kamen beiden Mannschaften erst langsam in Spiel. Die SC-Offensive leistete sich allerdings zu oft Abspielfehler, während Hannover 96 immer wieder mit blitzschnellem Umschalten von Defensive auf Offensive überraschte. Nach missglückten Freiburger Angriffen spielte 96 den Ball immer wieder mit drei, vier schnellen Pässen über Schlaudraff, Ya Konan oder Abdellaoue nach vorne, während die Freiburger Abwehr noch ihre Ordnung suchte.  So hatte Jan Schlaudraff in der 43. Spielminute bereits das 1:0 auf dem Fuß, als er mit einem Schuss von halb links allerdings nur den Pfosten traf und SC-Keeper Oliver Baumann den Nachschuss von Konstantin Rausch parierte.

Nur eine Minute später wollte Hannovers Mohammed Abdellaoue wenige Meter vor Baumann eigentlich auf seinen Mitspieler Didier Ya Konan ablegen. Der erreichte den Ball jedoch nicht mehr, denn ein Anderer kam ihm zuvor. SC-Verteidiger Felix Bastians, eigentlich hinzu geeilt um zur Ecke zu klären, bugsierte selbst den Ball ins Tor zum 1:0 für Hannover 96.



Nicht nur Pechvogel Bastians schien in der zweiten Hälfte seinen Fehler wieder gutmachen zu wollen, der SC agierte insgesamt offensiver, Hannover kam nur noch selten vor das gegnerische Tor. Vor allem Felix Bastians und Anton Putsila rannten und ackerten über links, erarbeiteten Chancen, spielten den letzten Pass jedoch immer noch oft zu ungenau. Hätte Putsila bei der ein oder anderen Gelegenheit den Ball etwas früher abgespielt,  wären seine Bemühungen vielleicht mit einem Tor belohnt worden. Wie als er mit einem kräftigen Schuss in der 65. Minute abzog, Hannover-Torwart Zieler jedoch noch parieren kann. So blieb es SC-Torjäger Papiss Demba Cissé überlassen, in der 67.Minute nach einer Flanke von Johannes Flum zum mittlerweile verdienten Ausgleich zum 1:1 zu köpfen.

Nach Cissés Treffer drehte der SC in den letzten 20 Spielminuten nochmal auf. Alle, die auf ein Last-Minute-Tor wie gegen Nürnberg, Berlin oder Hoffenheim warteten, wurden jedoch enttäuscht. Daran konnte auch der in der 83. Minute neu in Spiel gekommene Dembélé nichts mehr ändern, dessen Einwechslung von den Fans auf Nord zuvor bereits lautstark gefordert wurde. Vor einer Woche hatte er in Hoffenheim noch kurz vor dem Schlusspfiff zum 1:1 getroffen.

Diesmal also kein Happy End zum Abpfiff, obwohl in der zweiten Hälfte noch mehr für den Sportclub drin gewesen wäre. Ist die eine Serie der Last-Minute-Treffer also gerissen, beginnt für den SC gleich die nächste. Sollte diese sich im nächsten Spiel gegen den 1. FC Köln fortsetzen, erwarten den SC Freiburg ungemütliche Weihnachten. Denn nach dem Auswärtsspiel in Köln kommt zum letzten Spiel dieser Hinrunde der Deutsche Meister aus Dortmund nach Freiburg.