Teure Auflagen

Das Freiburger Schlossbergfest ist für 2019 abgesagt

Joachim Röderer

Die Veranstalter haben das Schlossbergfest abgesagt. Grund dafür sind neue Auflagen seitens der Stadt. Ein neues Sicherheitskonzept plus weitere Auflagen hätten die Ausrichter 35.000 Euro gekostet.

Das Rathaus hat ein neues Sicherheitskonzept für das fünftägige Fest erstellen lassen – für die Ausrichter brächte dessen Umsetzung plus weitere neue Auflagen zusätzliche Ausgaben von rund 35.000 Euro. FDP-Stadtrat Christoph Glück hatte das Thema am Ende der Ratssitzung am Dienstag öffentlich gemacht.


Nach seiner Darstellung hatte die veranstaltende Schlossbergfest Freiburg GmbH beantragt, an den Festabenden einen verbindlichen Eintritt erheben zu können, um die Mehrkosten zu decken. OB Martin Horn und die Stadtspitze lehnen dies jedoch aus politischen Gründen kategorisch ab. Man wolle den öffentlichen Raum nicht kommerzialisieren, heißt es.

FDP-Stadtrat Glück kann diese Haltung nicht verstehen. "So wird ohne Not ein Fest getötet", kritisiert er. Er verweist auf das große Musikprogramm des Schlossbergfestes, wo im Vorjahr auf fünf Bühnen 22 Bands aufgetreten sind. Im Gespräch waren nach BZ-Informationen ein Eintrittspreis von 5 Euro für Freitag und Samstagabend und je 3 Euro für die übrigen drei Abende. In den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter einen freiwilligen Kulturbeitrag an den Eingängen erhoben.

Das Schlossbergfest gehört zu den Freiburger Traditionsfesten – und zu einer der wenigen Veranstaltungen, die in den Sommerferien im Freiburger Kalender stehen. Die 35. Auflage Ende Juli 2018 lockte in lauen Sommernächten Tausende von Feiernden auf den Berg. Zeitweise mussten die Zugänge wegen des großen Andrangs sogar geschlossen werden.

Neue Sicherheitsstandards, die mehr Geld kosten

Weil der Schlossberg kein typisches Festgelände ist, entstehen der veranstaltenden Fest-GmbH in jedem Jahr Fixkosten im hohen fünfstelligen Bereich. Auch deswegen hat es nun eine Neukalkulation gegeben, nachdem in diesem Jahr erhöhte Sicherheitsstandards gelten sollen, die auch mehr Geld kosten.

Mitveranstalter Bela Gurath wollte sich am Mittwoch gegenüber der Badischen Zeitung zu den näheren Umständen der Absage nicht äußern. "Uns ist jetzt leider die Zeit für das diesjährige Fest ausgegangen", meinte er auf Nachfrage. Ihm sei wichtig, dass die Veranstalter mit allen Bedenkenträgern in nächster Zeit direkte Gespräch führen können, um über die Zukunft des Festes ab dem Jahr 2020 zu sprechen: "Wir müssen es gemeinsam schaffen, ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Konzept aufzusetzen, das sich auch bei den nun geltenden höheren Standards umsetzen lässt."

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