Das deutsche Web 2.0: mabber (5)

Christoph Müller-Stoffels

"mabber sind winzig kleine Wesen, die in unseren Tastaturen leben." Sie ernähren sich allerdings nicht von dem, was zwischen die Tasten fällt, sondern von Gesprächen, so die Werbung des Unternehmens. mabber ist ein Dienst, der Instant Messenger und Handy miteinander verbindet. Gleichzeitig will er helfen, knapp 4,2 Milliarden Euro zu sparen. Und da derzeit jede Web 2.0-Anwendung auch ein neues Verb mitbringt, wird nicht mehr nur gegoogelt, geqyped und geyiggt: Ab jetzt wird auch gemabbert. Wie das geht? Wir haben es uns angeschaut. Außerdem gibt es was zu gewinnen.



Was ist mabber?

mabber bietet eine kostenlose Software zum plattformübergreifenden Instant Messaging an. Der Vorteil zu anderen Diensten ist, dass die Software nicht auf dem PC installiert sein muss, sondern online verfügbar ist. Eine Registrierung genügt, und man kann von jedem internetfähigen PC aus sein Profil abrufen. Außerdem können die Kontakte anderer Instant Messenger wie ICQoder MSN importiert und koordiniert werden. Dadurch, dass mabber auch auf jedes Java-unterstützende Handy geladen werden kann, kann man den Chat auch überall hin mitnehmen.

Was bringt mir mabber?

"Besonders für junge Leute ist mabber eine coole Erweiterung fürs Handy", meint Geschäftsführer Nico Lumma.

Die JIM-Studie 2006 im Blick, nach der über 90 Prozent aller Jugendlichen mindestens ein Handy besitzen und 65 Prozent mindestens einmal pro Woche einen Instant Messenger nutzen, sieht mabber besonders in den Teenagern seine Zielgruppe. Geld sparen können allerdings alle mit mabber. Denn, so rechnet das Unternehmen vor, "geht man davon aus, dass eine SMS 19 Cent kostet, wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Euro für Kurzmitteilungen ausgegeben. Diese Ausgaben können mit mabber auf 64 Millionen gesenkt werden."
mabber kostet nur die Gebühren für den Datenzugang, der laut mabber zwischen 0,9 und 2 Cent für Text im Umfang von sieben SMS kostet. Allerdings sieht Lumma mabber ergänzend zu SMS. "SMS ist praktisch für 'komme 10 Minuten später' oder 'bring mir ein Eis mit', aber eben nicht für längere Unterhaltungen. Dafür eignet sich IM, auch auf dem Handy."

Wer steckt hinter mabber?

Gründer und Geschäftsführer von mabber ist Nico Lumma. Der 35-jährige hat 2003 Blogg.de gegründet und betreibt das im Rahmen der Interdings GmbH nach wie vor als Geschäftsführer. Damit nicht genug, ist er auch noch Gründer und Geschäftsführer von Shoppero, und arbeitet zudem als Leiter Business Development bei der Holding MediaVentures GmbH. Lumma war nach seinem Politik- und Geschichtsstudium unter anderem beim Online-Vermarkter Orangemedia tätig.

Wie erfolgreich ist die Seite?

Derzeit hat mabber etwa 30.000 User. Eine Kooperation mit Viva und E-Plus soll, mittels einer bundesweiten Plakatkampagne, diese Zahlen erhöhen. mabber richtet sich aber auch an Community-Websites, die die IM-Technologie in ihre Site integrieren können. Schon gemacht haben das unter anderem die Partnerbörse NEU.DE und Facebook, immerhin im Juni 2007 unter den 20 meistbesuchten Websites weltweit.

Wie will mabber Geld verdienen?

Geld soll über Premium-Dienste verdient werden. "Mit unserem mabber alert können wir schnell und einfach Dinge wie zum Beispiel einen Live-Ticker realisieren", so Lumma. "So etwas kann man sich kostenpflichtig vorstellen, vor allem für Sachen wie Fußball, Formel 1, Börse und ähnliches." Auch Umsatzbeteiligungen bei Whitelabel-Lösungen für Mobilfunkanbieter oder Social Networks seien denkbar. "Wenn fudder sagen würde: mabber finden wir klasse! Können wir das bei uns integrieren, so dass es aussieht wie von fudder selber gemacht? Dann würden wir sagen: klar, das geht. Das kostet dann eine Setup-Fee, und dann muss man sich über monatliche Kosten einigen, was sehr vom Use-Case des Partners abhängt."

Wer sind die Vorbilder?

Eine Vielzahl von IM-Anbietern hat inzwischen auch mobile Anwendungen, wie etwa eBuddy oder ICQ2Go. Allerdings verfügt keiner der Anbieter über ein eigenes IM-Netzwerk, das auch Gateways zu den anderen Netzen integriert hat. Lumma: "Da ist eben ein kleiner, aber feiner Unterschied, ob man lediglich die Nutzung verschiedener IM-Netzwerke über einen Client erlaubt, oder ein eigenes Netzwerk anbietet, basierend auf offenen Standards, das dann die Kommunikation über Gateways mit anderen Netzwerken ermöglicht. Ein Vorteil ist die Message-Archivierung, ein anderer ist die Erweiterbarkeit des Produkts unabhängig von den anderen IM-Netzwerken."



Wer sind die Konkurrenten?

Alle IM-Anbieter mit mobilen Optionen, wie eBuddy oder ICQ2Go.

Wo hakt es noch?

Natürlich steht und fällt alles mit den User-Zahlen. Auch mabber muss sich natürlich damit auseinandersetzen, dass derzeit gerade bei Jugendlichen ICQ der mit großem Abstand am meisten akzeptierte IM ist, dessen Vormachtstellung erst einmal gebrochen werden muss. Die mobile Komponente ist dabei ein sehr gutes Argument. Auch die Kooperation mit Viva und E-Plus ist ein wichtiger Schritt. Allerdings bleibt abzuwarten, wie groß das Bedürfnis der Zielgruppe nach mobilem Chat ist.

Wie geht es weiter?

"Wir wollen weiterhin Desktop/Web/Mobile mit einander verschmelzen und IM für die drei Plattformen aus einem Guss anbieten", so Lumma. "Wir setzen stark auf die mobile Komponente und sehen hier eine wachsende Akzeptanz in der jugendlichen Zielgruppe." So denn, es darf gemabbert werden.

Mehr dazu:


Verlosung

fudder verlost 3 VIVA-Handypakete im Wert von 79,99 Euro. Die Handypakete enthalten:
 
  • Eine E-Plus Prepaid-Karte
  • Ein Sony Ericsson K310i
  • Die neue Software von mabber.com
Mit dem Handy kann man zum einen über das E-Plus-Netz telefonieren, als auch, als Mabber-User, mit dem Handy über das Internet mit seinen Mabber-Kontakten messagen.
Um an der Verlosung teilzunehmen, schick einfach eine E-Mail mit der Betreffzeile 'Mabber', Deinem Namen und Deiner Adresse aninfo@fudder.de.
Einsendeschluss ist Freitag, der 17. August 2007, 15 Uhr. Die Gewinner werden nach dem Ende der Verlosung per E-Mail benachrichtigt.

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