Das deutsche Web 2.0 (15): HolidayCheck.de

Christoph Müller-Stoffels

Bewerten und vergleichen sind nicht mehr wegzudenkende Bestandteile des Web 2.0, insbesondere auch bei Reiseangeboten. Was früher vornehmlich von Rucksacktouristen betrieben wurde, ist inzwischen auch bei Pauschalreisenden Gang und Gäbe. HolidayCheck.de hat sich auf diese Zielgruppe spezialisiert. Wir stellen das Unternehmen vor.

 

Was ist HolidayCheck?

HolidayCheck ist ein Online-Portal, auf dem Menschen ihre Urlaubserfahrungen mit anderen teilen können. Die Schwerpunkte liegen zum einen auf den Bewertungen, Fotos und Videos ehemaliger Gäste für Hotels und zum anderen auf der Möglichkeit, mit diesen Gästen in direkten Kontakt treten zu können. Mit Hilfe dieser gesammelten Informationen und den vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten kann sich jeder Urlaubsinteressierte selbst beraten.

Was bringt mir HolidayCheck?

Dazu Nadja Waldraff, Marketing Managerin von HolidayCheck: "Die meisten Leute geben viel Geld für Urlaub aus, ohne sich zuvor intensiv über die Leistung informiert zu haben. Wenn Sie planen, ein relativ teures Produkt zu kaufen, dann informieren Sie sich doch in den meisten Fällen sehr gründlich, vergleichen Angebote und lesen Testberichte. Warum also nicht beim Urlaub? Bei HolidayCheck gibt es Hotelbewertungen von Urlaubern für Urlauber – die sind aktuell, ehrlich und authentisch, als würde man von einer ganzen Gruppe ehemaliger Gäste beraten."



Und weiter: "Wir bieten dem Besucher den Service eines neutralen Echtzeit-Preisvergleichs, durch den er sich das aktuell günstigste Angebot anzeigen lassen kann. Der Besucher hat also auch die ehrlichsten Preisinformationen. Somit bieten wir alles aus einer Hand: Informationen, Beratung, Service, Preisvergleich und Buchung." Der Schwerpunkt liegt auf Pauschalreise-Angeboten.

Wer steckt hinter HolidayCheck?


Gegründet wurde HolidayCheck 1999 von Markus Schott (Bild rechts) und Sascha Vasic. Beide sind im Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen tätig. Markus Schott ist Leiter der Touristik, wo er im Kontakt mit Reiseveranstaltern darum bemüht ist, die Angebote im eigenen Reisebüro zu optimieren. Sascha Vasic betreut die Bereiche SEO und das Open Holiday Guide Partnerprogramm.

Geschäftsführer von HolidayCheck ist Hakan Öktem, der im Juli in den Verwaltungsrat der Gesellschaft wechselt. Nachfolger wird Jörg Trouvain, der derzeit als Senior Vice President beim Videospielhersteller Activision Blizzard für das Europa-Geschäft verantwortlich ist.

Wie erfolgreich ist HolidayCheck?

HolidayCheck ist in deutschsprachigen Gebiet und seinem Segment Marktführer. Inzwischen gibt es die Site in acht verschiedenen Sprachen und elf verschiedenen Länderportalen. Gegründet wurde übrigens von zwei Deutschen in der Schweiz, wo auch heute noch der Firmensitz ist.

Wie verdient HolidayCheck Geld?

HolidayCheck finanziert sich einerseits durch Werbeplatzvermarktung, worum sich der Partner, die die Tomorrow-Focus AG, kümmert. Außerdem betreibt das Unternehmen ein eigenes Online-Reisebüro, das, wie Waldraff verichert, "mit allen namhaften Reiseveranstaltern zusammenarbeitet." Inzwischen ist das Reisebüro die Haupteinnahmequelle von HolidayCheck.

Wer sind die Vorbilder?

Den Anstoß zu HolidayCheck gab eine kanadische Homepage. Mit der Weiterentwicklung dieser Idee waren die Gründer Schott und Vasic Vorreiter auf dem deutschensprachigen Markt.

Wer sind die Konkurrenten?

Die Zahl der Bewertungsportale ist groß und unübersichtlich. Der Vorteil von HolidayCheck gegenüber anderen Portalen, so Waldraff, sei nicht nur die Menge der Hotelbewertungen, sondern vor allem deren Aktualität. "Mit über 950.000 aktuellen Bewertungen für über 67.000 Hotels in 212 Ländern bietet HolidayCheck besonders umfangreiche Informationen. Hat sich der Urlauber für ein Hotel entschieden kann er dieses ohne Umstände direkt über unseren Preisvergleich buchen. Für weitere Fragen stehen ihm dann das lebhafte Reiseforum mit über 1 Million Beiträgen zur Verfügung. Diesen Rundum-Service mit Aktualität und Authentizität findet man im deutschsprachigen Raum bei keinem anderen Reiseportal."



Wie kam es zu HolidayCheck?

Dazu erzählt Waldraff die folgende Anekdote: "Hinter der Idee von HolidayCheck steckt ein privates Erlebnis des Gründers Markus Schott im Jahr 1999. Geplant war eine Reise in die Karibik. Beim lokalen Lastminute-Office war ein entsprechendes Angebot schnell gefunden, doch als es darum ging, mehr Informationen über dieses Hotel zu bekommen, war Schluss mit dem Service. Markus Schott recherchierte auf eigene Faust in den Weiten des WWW und stieß auf die private Homepage einer Kanadierin, die Stimmen über Hotels auf der Dominikanischen Republik gesammelt hatte. Markus Schott nahm die Hilfe an, buchte das Hotel und – sein Vertrauen wurde belohnt.

Von diesem Zeitpunkt an ließ ihn der Gedanke nicht mehr los, einen derartigen Service für möglichst viele Hotels und Urlaubsregionen anzubieten. Die Idee zu HolidayCheck war geboren. Noch ganz ohne technische Finessen begann man, Hotelbewertungen zu sammeln und online zur Verfügung zu stellen. Doch das Hobby wurde immer zeitintensiver, die Zahl der Bewertungen stieg täglich an. Eine durchdachte Datenbankstruktur und eine professionelle Programmierung mussten her.

Schließlich sorgte im Sommer 2003 ein Bericht auf RTL für den großen Bekanntheitsschub. Tagelang litt der kleine Server unter dem Ansturm mehrerer Zehntausend Besucher. HolidayCheck stand nun im Rampenlicht der Öffentlichkeit, der endgültige Schritt zur professionell geführten Urlaubsberatungsplattform markiert das Gründungsdatum der AG im November 2003.

Wie das Unternehmen und der Markt entwickeln sich auch unsere Ziele stets weiter. Der Grundgedanke, den Urlaub ein gutes Stück besser zu machen, ist Ziel jedes Schrittes, den wir gehen. Mit jeder positiven Bewertung, die bei uns eingeht haben wir unser Ziel erreicht."

Wie geht es weiter mit HolidayCheck? Und wie sieht das Web in zehn Jahren aus?

Waldraff: "Heute sind ungefähr 80 Prozent der eingehenden Bewertungen bei HolidayCheck positiv. In fünf, bzw. zehn Jahren soll diese Zahl gewachsen sein, dann haben wir unser Ziel, den Urlaub besser zu machen, erreicht. Auch soll in den nächsten Jahren die Zahl der Hoteliers, die Hotelbewertungen zu ihrer eigenen Qualitätsverbesserung nutzen gewachsen sein. Bereits heute zählt das Internet zu einem gängigen Informationsmedium zur Vorbereitung einer Reise. In den folgenden Jahren wird sich dies noch verstärken. Vor allem das Online-Reisebüro wird noch mehr genutzt werden."

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