Das Café Ruef hat geschlossen - zumindest vorrübergehend

Martin Herceg

Wer in Freiburg eine Nacht durchgemacht hat, der landete oft am frühen Morgen im Café Ruef in der Kartäuserstraße. Seit einigen Tagen hat das Traditionslokal allerdings wegen Renovierungsarbeiten zu. Die Ruef-Betreiber wollen die Freiburger Institution zeitgemäß herrichten - auch ein "Gäßlecafé" ist geplant.



Freiburgs Nachtschwärmer müssen sich in den kommenden Wochen eine neue Frühstücksdestination suchen, denn das altehrwürdige Café Ruef am Eingang der Kartäuserstraße hat geschlossen. Die Betreiber wollen die in die Jahre gekommen Räumlichkeiten auf Vordermann bringen.  Auf noch unbestimmte Zeit wird deshalb renoviert. Der Betrieb im angrenzenden Ruefetto ist von den Sanierungsarbeiten nicht betroffen - die Partys dort finden weiter statt.


"Wir planen ein neues Konzept", sagt Ruef-Inhaber Josef Schuhmacher. In Freiburg gebe es zu wenige Leute, die noch ein richtiges Café-Bewusstsein haben. "Die jungen Leute zieht es immer mehr ins Starbucks oder in Shoppingcenter - darunter leiden kleine Traditionscafés, wie das Ruef", sagt Schuhmacher.

Um in Zukunft nicht nur für Nachtschwärmer attraktiv zu sein, plant Schuhmacher neben der Renovierung der Gaststube in der Granatgasse auf der Rückseite des Ruef-Gebäudes ein "Gäßlecafé" zu installieren. "Der alte Charme des Café Ruefs bleibt dabei erhalten - nur eben in einem etwas zeitgemäßerem Licht", so Schuhmacher.

An den Gerüchten um einen möglichen Verkauf des seit 1983 unter Denkmalschutz stehenden Hauses mit Halbtonnendach ist laut Schuhmacher nichts dran: "Das Haus wird den Besitzer nicht wechseln", so der Ruef-Inhaber. "Es könnte höchstens sein, dass wir irgendwann mal ein Museum draus machen."

Seit Ende der 20er-Jahre gibt es das Café in der Kartäuserstraße, wo Generationen von Nachtschwärmern schon frühmorgens an der Rückseite im Granatgässle ans Backstubenfenster klopften und Einlass gefunden haben. Auch einen Brand vor zwei Jahren steckte das Gebäude weg.