Das Artik will in die Räume von Schmitz Katze ziehen

Daniel Laufer

Bis Ende November hatte die Stadtverwaltung dem Jugendkulturzentrum Zeit gegeben, jetzt hat es seine Entscheidung mitgeteilt: Man habe die Bewerbung "konkretisiert". Warum noch nichts feststeht, das Artik aber gute Chancen hat.

Bis Ende November hatte die Stadtverwaltung dem Artik Zeit gegeben, sich zu entscheiden – für oder gegen den Einzug in die Räume des Clubs Schmitz Katze in der Haslacher Straße 43. Am Dienstagabend hat das Jugendkulturzentrum nun in einem langen Facebook-Post seine Präferenz mitgeteilt. Man verhandele mit dem Vermieter, der Jazz- und Rock-Schule (JRS), heißt es da. Und: Man habe die "Bewerbung für die Räume der Schmitz Katze konkretisiert".


Im Sommer hatte deren Betreiber Gerrit Kossmann Insolvenz angemeldet. Seit einigen Tagen steht nun endgültig steht fest: Der Club ist nicht mehr zu retten. Die letzte Party soll an Silvester stattfinden.



Noch steht nicht fest, ob das Artik den Zuschlag kriegt – auch Schmitz-Katze-Gründer Jan Ehret hat sich für die Räume beworben. Das Artik verweist auf den Vermieter, die Stadt und den Gemeinderat – diese Parteien müssten sich jetzt einig werden. Jugendbürgermeisterin Gerda Stuchlik sagte allerdings vergangene Woche, sie sehe dafür gute Chancen. Die Stadt unterstützt das Artik finanziell. "Für einen Vermieter ist das sicherlich nicht unangenehm", so JRS-Geschäftsführer Christian Pertschy bereits im Oktober. Die Miete sei zudem "für Freiburger Verhältnisse moderat".

Das Artik kämpft um seine Existenz

Im Frühjahr musste das Artik seine alte Bleibe unter dem Siegesdenkmal verlassen; der geplante Umzug ins ehemalige ADAC-Gebäude am Karlsplatz gilt als geplatzt. "Wir kämpfen und verhandeln seit fast zwei Jahren um unsere Existenz – seit Januar diesen Jahres gibt es keinen Betrieb mehr."

An der Haslacher Straße ließ der Gemeinderat zwei Optionen prüfen – die Räume von Schmitz Katze und das Nachbargrundstück, die Haslacher Straße 25. Seine Bemühungen habe das Artik zunächst auf letzteres konzentriert, heißt es in der Stellungnahme. Dafür brauche es aber Vorplanungen und Genehmigungen, teilte Stuchlik vergangene Woche mit. Für so etwas gingen schnell "zwei Jahre ins Land".

Kurzfristig bleibt damit nur die Haslacher Straße 43. Für sie braucht es laut Baurechtsamt keine weiteren Genehmigungen – die letzten viereinhalb Jahre war dort Schmitz Katze zuhause. "Das ist dann der Nucleus, aus dem sich auch noch mehr entwickeln kann", so Stuchlik.

Das Artik hofft, langfristig auch noch die Haslacher Straße 25 beziehen zu können. Die Räume von Schmitz Katze reichten mit rund 300 Quadratmetern im Vergleich zur 600 Quadratmeter großen Fläche unter dem Siegesdenkmal nicht aus. "Denkbar sind erste Partys, Tanzevents, Jugendkino, Podiumsdiskussionen, Seminare, Konzerte und Ausstellungen mit gleichzeitigem Barbetrieb. Dabei wird dies zu Anfang voraussichtlich kleiner anfangen, um wachsen zu können", steht in dem Schreiben.

Schmitz Katze nimmt das Artik in Schutz

Bis zuletzt hatten das Artik und Schmitz Katze auf eine gemeinsame Lösung spekuliert. Jetzt fühlen sich die beiden Einrichtungen gegeneinander ausgespielt. Auf der letzten Vollversammlung des Jugendkulturzentrums äußerten Mitglieder gar Bedenken hinsichtlich des Umzugs – wohl aus Angst, für das in Freiburg umgreifende Clubsterben mitverantwortlich gemacht zu werden. Die Situation des Clubs sei "zweifelsohne traurig", heißt es bei Facebook.

Am Ende nahm Schmitz Katze selbst das Jugendkulturzentrum in einer eigenen Stellungnahme in Schutz: "Es ist nicht die Schuld des Artik, dass der Lebensraum der einmaligen und zu selten gewordenen Katze verschwindet."