Das Artik soll vom Siegesdenkmal in einen leeren Supermarkt ziehen – ein Sonderangebot wäre das nicht

Frank Zimmermann

Zum Jahresende läuft der Mietvertrag des Jugendkulturzentrums Artik mit der Stadt aus. Dann ist in der früheren Unterführung unterm Siegesdenkmal Schluss; die Jugendlichen müssen wegen des Baus der Stadtbahn die im Mai 2003 (damals unter dem Namen "Z") eröffneten Räume aufgeben. Etwas Neues haben sie noch nicht. Doch jetzt ist eine Lösung in einem ehemaligen Supermarkt an der Merzhauser Straße in Sicht. Der Haken: Die Stadt müsste bei der Miete einiges mehr zuschießen. Der Gemeinderat sagt überraschend einstimmig seine Unterstützung zu.



Seit Monaten suchen die Jugendlichen des 70 Mitglieder zählenden Vereins "Artik" neue Räume für ihr Jugendkulturzentrum am Rande der Fußgängerzone, zuletzt verstärkt mit Hilfe der Stadtverwaltung und deren Immobiliengesellschaft FWI. Etwas Geeignetes war bislang nicht unter den angebotenen Objekten. „Eine städtische Liegenschaft, die so günstig ist, haben wir nicht“, sagt Gudrun Kreft vom Amt für Kinder, Jugend und Familie.


In Frage kommen noch vier Standorte: das derzeit leerstehende ADAC-Gebäude der Freiburger Stadtbau am Karlsplatz, die im Vergleich zum Siegesdenkmal deutlich kleineren  Räume der Musikschule im Haus der Jugend in der Wiehre, die ab Januar ebenso frei werden wie die Geschäftsräume eines Pianohauses an der Hildastraße. Der Favorit der Artik-Mitglieder ist aber ein leer stehender Supermarkt am Basler Tor.

Er bietet viel Platz und ist sehr gut an den ÖPNV angebunden – die Stadtbahnlinie 3  hält ganz in der Nähe. Aus dem Rennen ist derweil der Q-Club am Fahnenbergplatz; eine  angedachte gemeinsame Nutzung mit den jetzigen Betreibern sei schwierig, sagt Artik-Geschäftsführer Konstantin Rethmann. Stadträtin Julia Söhne (SPD), die die Suche begleitet, hält den Standort am Basler Tor für „total toll“: „Mir fallen 10000 Steine vom Herzen.“

Klar ist: Die Miete für den Supermarkt – mit Keller, Büro und Verkaufsfläche rund 1000 Quadratmeter – ist deutlich teurer als die Räume am Siegesdenkmal; ein Makler bietet ihn für 7700 Euro kalt im Monat an. Klar ist auch: Der jetzige Mietkostenzuschuss (rund 20000 Euro im Jahr) reicht  dafür nicht aus, selbst wenn Artik sich Partner  ins Boot holt und durch Untervermietung  Einnahmen generiert oder wenn es weitere Finanzierungsoptionen kreiert (Sponsoren, ein Café). Man wolle  seinen Beitrag  leisten, verspricht Konstantin Rethmann: „Wir stellen uns der Herausforderung.“