Das Artik ist in die Räume von Schmitz Katze gezogen und sucht einen neuen Namen

Gina Kutkat

Schon seit Ende Januar sind die Räume in Haslach das neue Domizil des Jugendkulturzentrums Artik. Der Betrieb wird langsam in den kommenden Wochen aufgenommen – und es soll einen neuen Namen geben.

"Wir haben endlich wieder eine Perspektive. Im letzten Jahr haben wir uns schon kurz vor dem Aus gesehen." Konstantin Rethmann, Geschäftsführer des Artik, ist zufrieden, dass das Kulturzentrum wieder einen Standort hat. Bereits Ende Januar ist das Artik in die Räumlichkeiten in der Haslacher Straße gezogen und nutzt die Hörbar mit dazugehöriger Empore, ein Büro auf dem Nachbargrundstück Haslacher Straße 25 und einen Lagerraum.


"Das Auditorium können wir für eine Pauschale anmieten", so Rethmann. "Dabei reicht das geplante Programm von Tanz und Theater, Kino und Konzerten bis hin zu Podiumsdiskussionen und Partys." Auch Workshops, Seminare und Tagungen sind geplant.

Ende der langwierigen Standortsuche

Mit dem Einzug des Jugendkulturzentrums endet die langwierige Standortsuche, die mit dem Auszug des Artik aus der Unterführung am Siegesdenkmal im April 2016 begann. Ein Umzug in das ADAC-Gebäude am Karlsplatz wurde kurz darauf aus Kostengründen gestoppt, im Sommer kamen die Räume in Haslach ins Gespräch. Im Juli hatte Schmitz-Katze-Geschäftsführer Gerrit Kossmann dort Privatinsolvenz angemeldet, im selben Monat besuchten Vertreter des Artik die Räumlichkeiten und bekundeten Interesse.

Dass sich das Artik quasi als Nachfolger bewarb, als das letzte Wort in Bezug auf Schmitz Katze noch nicht gesprochen war, hatte das Jugendkulturzentrum in die öffentliche Kritik gebracht. Dagegen verwahrt sich Rethmann: "Wir können für die Insolvenz der Katze nicht verantwortlich gemacht werden. Es fand zwischen uns und der Katze stets ein fairer Austausch statt, zumal die Entscheidung beim Vermieter lag."

Vier Bewerber in der engen Auswahl gewesen

Der Mietvertrag zwischen dem Artik und dem Vermieter, der Jazz & Rock Schule, ist zwar noch nicht unterzeichnet. Es sei jedoch nur noch eine formale Sache, so Rethmann. Das bestätigt auch JRS-Geschäftsführer Christian Pertschy. "Der Mietvertrag ist abgeschlossen, wenn auch nur mündlich." Er rechnet damit, dass die Unterzeichnung in den kommenden Tagen stattfinden wird. "Das Artik war mein Wunschkandidat", so Pertschy. Mehr als 30 Bewerber hätte es gegeben, darunter waren vier in der engen Auswahl. "Wir haben jetzt einen Mieter, der gut zum Profil des übrigen Geländes passt. Wir freuen uns sehr darüber."

Mit dem Artik hat die Jazz & Rock Schule einen Pächter gefunden, der auf städtischen Zuschuss bauen kann. "Im Rahmen eines interfraktionellen Gespräches mit Artik hat die Stadt Ende 2016 angeboten, die Hälfte der Mietkosten, 19.000 Euro, zu übernehmen" sagt Toni Klein, Pressesprecher der Stadt.

Verhandlung mit verschiedenen Fraktionen

Das Artik wünscht sich eine komplette Übernahme der Mietkosten durch die Stadt. "Diese liegen bei über 40.000 Euro im Jahr und diese Summe kann noch steigen, wenn man an Projekträume denkt." Deshalb verhandelt das Artik mit den verschiedenen Fraktionen. "Als Zuschussempfänger muss man in Haushaltszeiten ständig Überzeugungsarbeit leisten", sagt Rethmann. Entscheiden wird der Gemeinderat: Am 2. Mai fällt der Beschluss zum Gesamthaushalt.

Auch in Bezug auf die Räume sieht das Artik Luft nach oben. "Wir würden gerne die Entwicklung auf dem Nachbargelände vorantreiben. Die aktuelle Situation entspricht noch nicht unserem Bedarf", sagt Geschäftsführer Rethmann. Die Stadt wiederum plädiert dafür, über eine Weiterentwicklung des Konzepts erst zu diskutieren, wenn genug Erfahrungen nach der Aufnahme des Betriebes in diesen Räumen vorliegen, so Pressesprecher Klein.

Langsam anfangen, gesund wachsen

Das kann Wochen, wenn nicht gar Monate dauern. Zwar hat das Artik seine Arbeit begonnen, es fehlt aber noch eine Konzession. Wenn der Betrieb wieder aufgenommen wird, soll laut Rethmann ein neuer Name her. "Der Name des Trägerverein Artik e.V. bleibt, aber wir wollen hier gerne neu anfangen." Dem Artik ist es wichtig, nichts zu überstürzen, sondern lieber langsam anzufangen und gesund zu wachsen.

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