Darum ist die Bananenflanke krumm

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum Ronaldinho das Tor trifft? Neben seinem überragenden Ballgefühl nutzt er dabei einen physikalischen Effekt, der nach seinem Entdecker, dem deutschen Chemiker und Physiker Heinrich Gustav Magnus, benannt wurde. Dabei wirken auf den fliegenden Ball mehrere Kräfte, die ihn ins Tor befördern.

Diese vor allem durch die Bananenflanken von Manfred Kalz in Deutschland bekannt gewordene Schusstechnik wird schon lange benutzt, und nicht nur im Fußball.


Dabei wird beim Schuss dem Ball eine Drehung mitgegeben. Der Spieler frifft den Ball rechts seines Mittelpunktes und versetzt ihm so eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Durch die Reibung des Balles reißt dieser die ihn ungebende Luft in der gleichen Drehrichtung mit sich.

Während der Ball fliegt, wird er von der Luft umströmt. Bei dem sich drehenden Ball ist die Strömung aber an der Seite, in dessen Richtung sich der Ball dreht (in dem Fall des sich gegen den Uhrzeigersinn drehenden Balles links), stärker als auf der anderen: Es entsteht ein Sog in Richtung der schnelleren Strömung – genau wie bei einem Flugzeugflügel.

Die Strömung ist deshalb auf der einen Seite stärker, weil sich die vom sich drehenden Ball mitgerissene Luft und die vorbeiströmende Luft in die gleiche Richtung bewegen. Auf der anderen Seite des Balles wirken diese zwei Kräfte gegeneinander. So entsteht der Sog, der aus der Flugbahn eine Flugkurve macht.

Tennisspieler und Tischtennisspieler benutzen für Slice- oder Topspinschläge das gleiche Prinzip. Golfspieler behelfen sich eines kleinen Tricks, um den Magnus-Effekt noch zu verstärken: Golfbälle haben auf ihrer Oberfläche kleine Vertiefungen, genannt Dimples. Durch diese unregelmäßige Oberfläche kann der sich im Flug drehende Golfball noch mehr Umgebungsluft mitreißen. Ein von unten angeschnittender Golfball, der sich rückwärts dreht, erzeugt dabei einen Auftrieb, der den Ball höher und weiter fliegen lässt.

Doch bei all der grauen Theorie sieht der Magnus-Effekt, richtig angewendet, in der Realität doch viel schöner aus.