Ratgeber

Darauf kommt es beim Mietvertrag für eine Wohngemeinschaft an

dpa

WG-Bewohner und Vermieter sollten die Vor- und Nachteile der drei möglichen Mietvarianten für Wohngemeinschaften kennen, um keine Überraschungen zu erleben. Ein Überblick.

Ob Azubi oder Student – bei der Suche nach der ersten eigenen Unterkunft ist für viele junge Leute die Wohngemeinschaft die erste Wahl. Jedem Mieter sollten dabei aber seine Rechte und Pflichten klar sein. Denn je nach Mietvertrag stehen WG-Bewohner im schlimmsten Fall plötzlich auf der Straße oder müssen für die Miete der Mitbewohner aufkommen.


Die Untervermietung

Schließt der Vermieter nur mit einem WG-Mitglied einen Vertrag, kann er sich nur an diesen Mitbewohner wenden. Die anderen WG-Mitglieder schließen dann einen Vertrag mit dem Hauptmieter ab. Als Untermieter zahlen sie an ihn und haben damit ihre Pflicht getan. Der Vermieter kann von ihnen nichts fordern, weder rückständige Miete noch Ersatz für Schäden an der Wohnung.

Der Nachteil: Zahlt der Hauptmieter die Miete nicht rechtzeitig, droht allen der Rauswurf. Von der Kündigung würden die Untermieter vielleicht zunächst nicht einmal erfahren, da sie mit dem Vermieter direkt nichts zu tun haben.

Ein weiteres Risiko: Der Hauptmieter braucht die Erlaubnis des Vermieters zur Untervermietung, sonst handelt es sich um eine unerlaubte Gebrauchsüberlassung an Dritte. Das geht aus Paragraf 540 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) hervor. Wenn eine Überbelegung entstehen würde, kann der Vermieter die Untervermietung ablehnen. Darauf weist Erik Uwe Amaya hin, Verbandsdirektor beim Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland Westfalen. Wer in eine WG ziehen möchte, sollte sich deshalb immer die Untermiet-Erlaubnis zeigen lassen: Hat der Vermieter nicht zugestimmt, kann es sein, dass er eines Tages alle WG-Mitglieder vor die Tür setzt.

Der Gemeinschaftsvertrag

In diesem Fall ist jeder Einzelne gleichberechtigter Vertragspartner des Vermieters. Das heißt auch, dass jeder über Mieterhöhungen informiert werden muss und für alle gesamtschuldnerisch haftet, wie der Berliner Mieterverein erklärt. Jedes WG-Mitglied unterschreibt den Vertrag mit dem Vermieter. Die Wohngemeinschaft gilt rechtlich als formlos gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR).

Das bedeutet, dass der Vermieter von jedem Einzelnen verlangen kann, die volle Miete zu zahlen, wenn ein Teil des Geldes ausgeblieben ist. Ausgleichen müssen die Mitbewohner untereinander. Läuft alles glatt, sammelt häufig ein Mitbewohner die Miete und überweist dann den Gesamtbetrag an den Vermieter. Tut er das nicht, müssen die anderen nachzahlen. Vor solch bösen Überraschungen könnte ein Extrakonto schützen, von dem zum Beispiel nur die Daueraufträge an den Vermieter und Stromversorger abgeführt werden.

Ein anderes Risiko sind Schäden an der Wohnung, etwa nach einem Feuer. Auch dafür haftet bei einem Gemeinschaftsvertrag jeder Bewohner gesamtschuldnerisch, wie das Oberlandesgericht Celle entschieden hat (Aktenzeichen 2 U 29/97). Die Haftung kann nur beschränkt werden, wenn die Mieter dies direkt mit dem Vermieter vereinbaren. Was die Mitbewohner untereinander absprechen, ist gegenüber dem Vermieter ohne Belang. Ärger lässt sich vermeiden, wenn alle Mitbewohner eine Privat-Haftpflichtversicherung haben, die auch Mietsachschäden versichert. Tritt dann ein Schaden ein, bleibt niemand allein auf den Kosten sitzen.

Die Einzelvermietung

Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland nennt noch eine dritte Möglichkeit: Der Vermieter kann jedes Zimmer einzeln vermieten. Bei dieser Variante kann jeder Mieter selbst kündigen. "Hier sucht sich ja der Vermieter seine Vertragspartner aus", erläuterte Happ. Jeder einzelne Mieter ist auch selbst dafür verantwortlich, dass er seine Miete pünktlich zahlt.