Daniel Theuerkaufer über das Gründen: "Man braucht Mut und Flexibilität"

Carolin Buchheim

Ein Plattenlabel, eine Promo-Agentur, ein Geschirrverleih und das Start-Up-Kreativ-Event "Macherthon" – das sind die Gründungen, die Daniel Theuerkaufer in den vergangenen 13 Jahren auf die Beine gestellt hat. Was der 37-jährige Freiburger dabei gelernt hat und was er Erstgründern empfiehlt:



Daniel, Du verleihst gedeckweise wunderschönes Vintage-Geschirr. Wie bist Du darauf gekommen?

Daniel Theuerkaufer: Meine Frau Marta und ich hatten schlicht und einfach sehr viel Geschirr und haben uns überlegt, wie wir daraus eine Dienstleistung machen könnten. Es ist schließlich nachhaltiger, wenn viele Menschen daran Freude haben.

Was waren Eure ersten Schritte bei der Gründung der „Retter der Tafelrunde“?

Der erste Schritt ist immer, ein Konzept zu entwickeln. Im zweiten Schritt gilt es dann, dieses Konzept an den Kunden zu bringen und es zu promoten. Dabei geht nichts ohne Netzwerken. Man sollte auf Messen und Veranstaltungen im relevanten Bereich präsent sein, damit man mit potentiellen Kunden und Partnern in Kontakt kommt. Wir waren zum Beispiel bei Hochzeitsmessen und haben unser Geschirr bei Veranstaltungen präsentiert. Sowas steigert die Wahrnehmung, jemand bloggt darüber oder die Fotos werden in Magazinen abgedruckt – das schafft Aufmerksamkeit.



Was ist die größte Hilfe für einen Gründer oder eine Gründerin?

Das eigene Netzwerk. Da lohnt es sich, um die Ecke zu denken: Wie können mir Kontakte aus allen Bereichen meines Lebens bei meiner Gründung helfen? Das erfordert Kreativität, aber die traue ich jedem, der eine richtig gute Idee hat und gründen will, auch zu. Außerdem braucht man Mut und Flexibilität. Beides ist nötig, damit man auf Nachfragen oder Wünsche der Kunden reagieren kann und zulässt, dass die eigene Idee sich weiterentwickelt. Wir bieten jetzt zum Beispiel auch Hochzeitsfloristik an, weil unsere Kunden Blumengestecke passend zum Geschirr nachgefragt haben.

Dein Plattenlabel „Waggle Daggle“ hast Du 2012 eingestellt. Wie schwierig ist es zu erkennen, dass ein Projekt sich nicht mehr weiterentwickeln lässt?

Man sollte sich bewusst machen, dass nichts von dem, was man aufgibt, wirklich verloren ist. Egal, ob man mit einer bisherigen Idee scheitert oder etwas Neues beginnt – man kann immer auf etwas aufbauen und daraus mitnehmen.

Worin liegt der Reiz des Gründens?

Das Schönste daran ist, dass man die Chance hat, eine ganz eigene Idee eigenverantwortlich umsetzen und weiterentwickeln zu können. Als Angestellter hat man das einfach nicht.



Mehr dazu:

[Bilder: Die Retter der Tafelrunde; Bild 1: Britta Schunck]