DAM 2008: Finke wird pfeifen

Jan Funk

Vom 9. bis zum 12. Mai ist Freiburg Schauplatz der Deutschen Alternativ Fußballmeisterschaft (DAM) 2008. Dabei handelt es sich um ein Turnier für Mannschaften aus sämtlichen Bunten Ligen in Deutschland. Wolfgang Klocke, Organisator der Sause, spricht im Interview über die Eigenheiten der FFK Piranhas, schräge Bewerbungen und das Schierigespann Volker Finke, Jens Todt und Martin Braun.



Zur Person

Wolfgang Klocke ist kaufmännischer Angestellter und wohnt in Freiburg. Früher hat er selbst in der Bunten Liga gespielt, bei Frisch-Auf Bölkstoff aus Freiburg als Torhüter: "Das ist aber über zehn Jahre her." Inzwischen organisiert er die Spiele von Frisch-Auf Bölkstoff und dieses Jahr die Deutsche Alternativ Fussballmeisterschaft.

Herr Klocke, erklären Sie uns bitte die Bunte Liga.

Eine Liga mit Mannschaften, die sich aus Hobbyfußballern zusammensetzen. Vereinsspieler dürfen nicht dabei sein. Die Bunte Liga gibt es in verschiedenen deutschen Städten. In Bremen und in Bielefeld heißt sie „Wilde Liga“. Es geht in erster Linie um den Spaß und wichtig ist, dass miteinander und nicht gegeneinander gespielt wird. Kann eine Mannschaft nur mit neun Spielern antreten, dann gibt die andere meistens zwei ab.

Seit wann gibt es die Bunte Liga in Freiburg?

Seit 1991. Inzwischen gibt es 30 Mannschaften. Gespielt wird in drei Gruppen: Gruppe Alkohol, Gruppe Frauen, Gruppe Autos. Sie werden vorher ausgelost. Aus diesen drei Gruppen spielen dann die drei Sieger in der Champions League die regionale Meisterschaft aus.

Wer organisiert das Ganze?

Jede Mannschaft hat einen Ansprechpartner, beispielsweise den Kapitän. Der organisiert dann die Spiele gegen die anderen Mannschaften.



Wer konnte sich bewerben für das Freiburger Pfingstturnier?

Jede Hobbymannschaft aus einer Bunten Liga kann teilnehmen. Es gab keine sportliche Anforderung. Wer mitmachen wollte, musste eine Bewerbung an mich schicken, bei der es auf Witzigkeit und Originalität ankam.

Ein Beispiel?

Traktor Bukowski aus Regensburg haben den Film "Deutschland: ein Sommermärchen" nachgespielt, mit Polizisten, die Laola-Wellen machen. Die Mannschaft „Kantelwassergang“ kommt aus Egelfingen, einem Ort mit 127 Einwohnern. Da wird wahrscheinlich das ganze Dorf hier auftauchen. Vielleicht bringen sie ja auch ihren selbstgebrauten Zaubertrank mit.

Klar.

Die „Roten Hosen“ aus Berlin haben ein Schreiben von Dieter Hoeneß beigelegt, in dem er sich für eine Teilnahme der Roten Hosen einsetzt, mit dem Zusatz: “Sollten Klagen kommen, Anruf genügt.“ Wir mussten sie trotzdem ablehnen, aber es war knapp. Die "FFK Piranhas" aus Regensburg haben sogar ein angebliches Grußwort von Papst Benedikt XVI. beigelegt. Eine andere Mannschaft hat Urinproben von jedem Spieler mitgeschickt. Wieder eine andere vier Wasserkanister, in Anlehnung an die letzte DAM in Freiburg 2001, bei der es vier Tage lang geregnet hat.

Wer entscheidet über die Bewerbungen?

Ein Komittee, die Namen der Mitglieder bleiben natürlich geheim. Es haben sich vierzig Mannschaften beworben, wir mussten also acht aussieben.



Wie ist die DAM organisiert?

Sie findet jedes Jahr an Pfingsten statt. Normalerweise organisiert der Sieger des Vorjahrs das Turnier in der eigenen Stadt, so wie dieses Jahr (Sieger der DAM 2007 in Köln: Frisch-Auf Bölkstoff, die Red.).

In Freiburg sind 32 Teams am Start. Nur deutsche?

Nein, aus Oxford und aus Wien kommen auch zwei Mannschaften. Aus Freiburg werden fünf Mannschaften dabei sein. Zum Finale am Pfingstsonntag haben sich Volker Finke, Jens Todt und Martin Braun angemeldet. Sie werden das Schiedsrichtergespann bilden.

Mehr dazu:

Web: DAM 2008 & Bunte Liga Freiburg
Was: Deutsche Alternativ Fussballmeisterschaft
Wann: 9. bis 12. Mai
Wo: Sportanlagen Blau-Weiß Wiehre, FC St. Georgen, PSV Freiburg