Daliah Sharaf: Kein Star für Oslo

Alexander Ochs

Am Dienstag stand sie zum ersten Mal auf der großen Bühne, vor einem Millionenpublikum im Fernsehen. Als unser Star aus Freiburg war Daliah Sharaf bei "Unser Star für Oslo" dabei – und flog raus. Wie sieht sie ihren Auftritt? Wie geht es ihr jetzt?



Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich Stefan Raab ins Boot geholt oder diese haben sich zu ihm in seine Privatyacht gesetzt – wie man will. Ebendort, auf ProSieben, lief am Dienstag die erste von insgesamt acht Sendungen unter dem Label „Unser Star für Oslo“. Die Zuschauer entscheiden per Telefon, wer in die nächste Runde einzieht. Der Sieger darf Deutschland beim Grand Prix d’Eurovision vertreten.


Um 20.54 Uhr ist es soweit: Kandidatin Nummer 4 tritt an, die 21-jährige Daliah Sharaf aus Freiburg. Sie singt „At last“ von Etta James, sehr soulig, vielleicht ist sie dabei ein bisschen aufgeregt. In der Jury sitzen neben Stefan Raab das Ex-Soap-Sternchen und Ex-Bohlen-Protégée Yvonne Catterfeld und „Armani-Rocker“ Marius Müller-Westernhagen.

Und der holt gleich zum verbalen Keulenschlag aus: „Für mich klang’s immer noch so’n bisschen, als wenn ’ne Weiße versucht, wie ’ne Schwarze zu klingen.“ Ein Satz wie eine Ohrfeige, lässt er doch keine Widerrede zu. Dennoch ist Daliah cool genug, kurz zu kontern, wenigstens etwas zu erwidern. Die anderen beiden Juroren loben sie, haben allerdings auch Kritik parat. Am Ende des Abends ist sie in der ersten Ausscheidungsshow von den Zuschauern rausgewählt worden.

Am Tag danach macht sie einen gelösten und fröhlichen Eindruck. „Mir geht es ziemlich gut. Das war ’ne richtig spannende Erfahrung. Es war einfach toll, auf so einer großen Bühne zu stehen“, sagt Daliah. „Schade, dass die Jury nichts zu meiner Stimme gesagt hat. Ich klinge ja immer so ein bisschen heiser, das ist quasi mein Markenzeichen.“

Und wie fand sie selbst ihren Auftritt? „Die Töne waren zwar zwischendurch etwas schepp, aber ich bin echt zufrieden damit“, sagt sie, in einer gesunden Mischung aus Selbstkritik und Selbstbewusstsein. Sie selbst hatte nach der Sendung gar nicht mehr die Möglichkeit, ihren Auftritt noch einmal anzuschauen. „Ich hab’s mir gerade eben noch mal angeschaut.“ Und dabei ist sie gerade erst zur Tür reingekommen.

Wer ist Daliah Sharaf? Bis kurz vor ihrem Auftritt wusste so gut wie kein Mensch, dass sie bei der Sendung dabei sein würde. Sie hat ägyptische Wurzeln (ihr Vater stammt aus Ägypten), kommt aus Freiburg und studiert noch bis zum Sommer Gesang am International Music College, der Jazz- und Rockschule. Seitdem sie 15 ist, nimmt sie Gesangsunterricht. Und dass sie singen kann, hat sie am Dienstag vor einem Millionenpublikum bewiesen – auch wenn sie in der ersten Runde rausgeflogen ist.

Im Juni ist ihr Abschlusskonzert, öffentlich und kostenlos. Da wird sie ihre eigenen Songs zum Besten geben „und nicht so schwierige wie der von Etta James“, sagt sie lachend. „Nach der Bühne ist das Auditorium von der Jazz- und Rockschule echt winzig“, feixt sie.

Was danach kommt, weiß sie noch nicht. „Hauptsache was mit Musik!“ Und jetzt? „Erst mal entspannen, Füße hochlegen, schlafen“. Sie kann ihrenm TV-Intermezzo fast nur Positives abgewinnen. Fröhlich und gelöst, ja richtig herzlich lacht die 21-Jährige. „Hey, Mann, ich hab’s unter die besten 20 geschafft!“ Und lacht wieder ihr ansteckendes Lachen.

Dahloa Sharaf - Unser Star für Oslo

Quelle: YouTube
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[Foto: Dahlia Sharaf]