Daheim ausziehen: 11 Tipps für Deine erste eigene Wohnung

Elena Stenzel, Sarah Röser & dpa

Endlich hast Du es geschafft: Das erste eigene Zuhause. Zwar ist die Freude groß, doch bringt das ab sofort auch Pflichten mit sich. Denn ein Dschungel aus Papierkram und Erledigungen häufen sich an. Diese 11 Tipps helfen Dir:



1. Bewerben, bewerben, bewerben

Frühzeitig mit der Suche anfangen, in so gut wie jeder Stadt ist bezahlbarer Wohnraum rar. Deshalb: Fang früh mit der Suche an, sei ehrlich und freundlich bei der Bewerbung und Besichtigung und dann hilft nur noch Hoffen. Bei einer WG-Bewerbung hilft es immer, viel Persönliches über sich zu schreiben, damit die anderen einen guten Eindruck von einem bekommen. Bei einer eigenen Wohnung wollen die Vermieter häufig Schufa-Auskünfte, Einkommensnachweise oder andere Selbstauskünfte sehen – früh genug organisieren! Wenn es nicht klappt mit der Traumwohnung oder dem Zimmer – nicht verzweifeln.Oft passt es einfach nicht und man hätte sich nicht wohlgefühlt trotz Badewanne, 40 Quadratmeter Wohnzimmer und Südbalkon.



2. Mietvertrag unterschreiben

Du hast die Zusage für die Wohnung? Sehr gut! Jetzt solltest Du den Mietvertrag bekommen und diesen auch schnellstmöglich unterschreiben.



3. Um Strom- und Gasvertrag kümmern

Nachdem Du den Mietvertrag unterschrieben hast und alles fix ist, solltest Du daran denken, einen Stromvertrag zu unterschreiben. "Ohne einen solchen Vertrag kommt nämlich mit dem Verbrauch der ersten Kilowattstunde in der neuen Wohnung ein Grundversorgungsvertrag zu allgemeinen Preisen zustande.", sagt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrein-Westfalen. Somit wird man an einen womöglich teureren Vertrag gebunden, obwohl sich im Internet Tarifrechner finden, bei denen Preise verglichen werden können, und Verträge direkt geschlossen werden können. Das spart Geld! Achte außerdem auf: Vertragslaufzeiten von einem Jahr, kurze Folgelaufzeiten und eine Kündigungsfrist von einem Monat. Und falls es im Haus Etagenheizungen oder einen Gasanschluss in der Wohnung gibt, darfst Du auch deinen Gaslieferanten frei wählen.



4. Internet- und Telefon

Jetzt brauchst Du natürlich noch W-LAN und einen Telefonanschluss. Zunächst solltest Du beim Vermieter nachfragen, ob du eine Glasfaserverkabelung oder nur einen DSL-Anschluss hast. Dann kannst Du Dich um Deinen Anbieter kümmern. Zum Beispiel kann man auf Check24 Tarife und Preise vergleichen.



5. Was will ich mitnehmen?

Diese Frage solltest Du Dir vor dem großen Umzug stellen. Außerdem: Kartons besorgen (beispielsweise gibt es sogenannte "Bananenkartons" im Supermarkt, oder Du fragst zum Beispiel in der Facebook-Gruppe Verschenk’s Freiburg nach, ob jemand welche zu verschenken hat). Falls Du auch neue Möbel benötigst, solltest Du Dich aufjeden Fall vor dem Umzug um diese kümmern. Da die Möbel in Möbelhäusern nicht immer auf Lager sind, gibt es Lieferzeiten, die man einkalkulieren sollte. Wer lieber auf eine günstige Alternative zurückgreifen möchte, kann auf Ebay Kleinanzeigen nach Secondhand-Möbeln in Freiburg suchen oder sich im Fairkauf auf der Haid umschauen.



6. Schlüsselübergabe

Eine Woche vor dem Umzug sollte die Schlüsselübergabe stattfinden. Am besten holt man sich einen Zeugen, wie Mama oder Papa hinzu, damit eventuelle Mängel oder Schäden schriftlich festgehalten werden. Außerdem müssen die Zählerstände von Strom und Wasser aufgeschrieben werden. Wer es ganz richtig machen möchte, dokumentiert die Mängel per Foto.



7. Den Umzug wuppen

Organisier Dir ein paar Helfer, frag im Bekannten- und Freundeskreis an. Drei bis vier Leute sollten reichen. Entweder kannst Du die Möbel mit einem großen Auto transportieren (bitte auf rechtmäßigen und sicheren Transport achten!), oder Du buchst einen Umzugswagen: Hier auch auf rechtzeitige Planung achten, da diese zum Semester oft ausgebucht sind. Wenn Du mit einem Umzugswagen fährst, kannst Du bereist einige Tage im Voraus mit Bändern oder Schildern ankündigen, dass der Stellplatz vor Deinem Haus freigehalten werden soll. Stell’ sicher, dass Du zu humanen Uhrzeiten umziehst, sonst ist Streit vorprogrammiert. Deine Helfer hältst du mit ausreichend Verpflegung bei Laune: Pizza und Bier gehen immer!



8. Melden

Innerhalb der ersten 14 Tage nachdem Du eingezogen bist, musst Du Dich bei der örtlichen Meldebehörde anmelden. Versäumst du die Frist, gibt es die erste Mahnung und Du musst sogar Strafe zahlen. Deinen alten Wohnsitz musst Du übrigens nicht abmelden, das machen die Angestellten bei einer neuen Anmeldung automatisch. Worauf Du Dich einstellen musst: Manche Städte verlangen einen Nachweis vom Mieter, dass Du auch tatsächlich dort eingezogen bist. Manchmal sind das spezielle Formblätter, manchmal reicht was Formloses und manchmal ist das auch gar nicht nötig. Informiere Dich vorab bei deiner zuständigen Meldebehörde. Extratipp: Beim Bürgeramt in Freiburg kannst du online einen Termin vereinbaren, das spart viel Wartezeit!



9. GEZ

Klar ist blöd, aber Pflicht. Gesetzlich bist Du verpflichtet, den "ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice", wie GEZ jetzt heißt, beim Einzug anzumelden. Er kostet 17,50 Euro im Monat und gilt für die ganze Wohnung: Eine Wohnung - ein Beitrag. Wenn Du Bafög oder andere staatliche Sozialleistungen beziehst, kann es sein, dass Du Dich von den Gebühren befreien kannst. Informier Dich hier, ob das für dich in Frage kommt: Befreiung oder Ermäßigung beantragen.



10. Das Essen nicht vergessen

Leg Dir einen Grundvorrat an Lebensmitteln an: Es ist nicht so einfach, seinen eigenen Haushalt zu organisieren, wie gedacht. Wenn Mama oder Papa nicht regelmäßig nach dem Rechten sehen, kann es schon mal sein, dass der Kühlschrank plötzlich leer bleibt. Deshalb: Leg Dir einen Vorrat an, damit Du immer noch irgendwas zu essen im Haus hast.



11. Das Feiern nicht vergessen

Jetzt hast Du es geschafft. Nun kommt der wirklich schöne Teil: Richte Dir die Wohnung nach Deinem Geschmack ein, leg die Füße hoch und gib eine kleine Einweihungsfeier. So lässt man den ganzen "Erwachsenenkram" vorerst hinter sich!