Culcha Candela im Zirkuszelt: Kreischalarm total

Hannah Allgaier & Janos Ruf

Das ZMF-Konzert, das in diesem Jahr am schnellsten ausverkauft war, war das von Culcha Candela. Alle glücklichen, die ein Ticket ergattern konnten, bekamen gestern ein unvergessliches Konzert zu sehen und zu hören. Und all' die, die in der ersten Reihe standen, bekamen einen Tinnitus gratis dazu. Hannah und Janos waren für fudder dabei. Wie's war:



Erstmal ist Anstehen angesagt.

Bis zum Eingang des ZMF-Gelände stehen die Fans von Culcha Candela schon um kurz vor sieben Schlange. Die Ersten sind seit 16 Uhr hier. Sie wollen ganz vorne stehen, wenn es heißt „Hier kommen Culcha Candela ausssss Berlin!“

Und schon vor dem Einlass ist Kreischalarm angesagt. Eine Teeniegruppe von etwa zehn Mädels schreit was das Zeug hält… Schlimme Vorahnungen kreisen in den Köpfen der herumstehenden Eltern, denn absolut auffällig: Entweder sind die Anstehenden 15 Jahre und mit hunderten von Freundinnen da oder es sind zehnjährige Kinder mit ihren Eltern. Der Altersdurchschnitt befindet sich somit weit unter dem Wert der sonstigen ZMF-Besucher. Punkt 19 Uhr öffnen sich die Vorhänge des Zirkuszeltes. Wieder Gekreische… Einige Mütter werden von vorbeirennenden Mädchen angerempelt und regen sich auf.

Nach 30 Minuten Vorband, sehr empfehlenswert Martin Jondo & Band, und 30 Minuten Umbau ändert sich endlich das Bühnenbild. Sofort werden hunderte von Handys und Kameras in die Höhe gehalten. Doch die sechs Jungs lassen auf sich warten.

Die Musik kommt einem so vor, als würde man im Europapark bei einer Achterbahn anstehen: Spannung pur… Lange zehn Minuten werden die Besucher auf die Folter gespannt und dann endlich: Vermummt tänzeln die sechs Berliner auf die Bühne. Alle völlig in Schwarz gekleidet. Chino con Estilo ist der DJ der Gruppe und nimmt seinen Platz vor einem großen Pult ein. Jetzt kann es ab in die „Schöne neue Welt“ von Culcha Candela gehen.

Die ersten drei Songs verschwimmen wie im Traum. Überall Hände, Mitwippen, laute Schreie und diese sechs Jungs auf der Bühne. Sie harmonieren untereinander und machen die Mädchen in der ersten Reihe fast verrückt. Schon nach den ersten Minuten müssen die Sanitäter ihren ersten Einsatz betätigen und nach weiteren Minuten tropfen die ersten Schweißperlen von der Decke des Zikruszeltes.

Und bei „Sommer in meinem Kiez“ ist es Culcha Candela dann auch zu warm und bei heißen Moves und Hüftschwüngen ziehen sie ihre Jacken aus. Nach den ersten Songs fangen die Jungs dann an mit dem Publikum zu scherzen. „Wenn ihr richtige Culcha Candela Fans sein wollt, dann müsst ihr zwei Dinge können. Und die zeigen wir euch jetzt! Ihr lernt den Culcha Candela Walk,“ lacht Larsito.

Und so was ist im Zirkuszelt wahrscheinlich auch noch nie passiert: Alle Besucher müssen ein paar Meter nach rechts marschieren, natürlich darf das Po-Gewackel nicht fehlen. Und dann wieder nach links, noch mal rechts und noch mal links. Das ganze Zelt ist in Bewegung. Sieht hamma! Aus. Und als Zweites müssen sich alle Fans auf den Boden setzen. Natürlich dürfen auch hier die heißen rhythmischen Bewegungen nicht fehlen.

Das Publikum tobt nach diesen kleinen akrobatischen Einlagen. Immer mehr kleine Kinder werden von ihren Papis auf die Schultern genommen und besser sehen zu können. Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. Als dann auch noch Hits wie „Hamma“, „Eiskalt“ oder „Hey DJ“ gespielt werden ist jeder Culcha Candela Fan hin und weg.

Kurz vor 23 Uhr stimmen die Jungs ihren letzten Song an: Monsta! Das Publikum ist lautstark, textsicher und lässt den Jungs das ein oder andere Lächeln übers Gesicht huschen. Auf den Rängen hört man in manchen Situationen sein eigenes Wort nicht mehr, weil das Gekreische zu groß ist. Nach hamma 90 Minuten verlassen die Jungs die Zirkuszelt-Bühne. DJ Chino con Estilo: „Weil ihr heute Abend einfach genial wart, haben wir uns was überlegt. Wir kommen nachher noch ins andere Zelt und legen für euch noch ein paar Songs auf.“

Hamma Abend, hamma Gruppe, hamma ZMF!

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