Coo.Boo: Das digitale Kochbuch

Bianca Fritz

Fettspritzer und wellige Seiten waren gestern. Die Kochbücher der Zukunft sind digital und einfach abwischbar. Zumindest, wenn es nach dem Basler Studenten Philipp Gilgen (31) geht. Er hat Coo.Boo entworfen – und sahnt damit auf Gastro- und Designmessen Preise ab. Dabei war sein Design ursprünglich nur als Semesterprojekt für die Fachhochschule gedacht. Bianca hat ihn für fudder interviewt.



Deine Erfindung sieht ganz so aus, als ob ich damit auch eine Pizza aus dem Ofen nehmen könnte.

(lachend): Ja, vielleicht wäre das möglich – hitze-, fett- und wasserresistent soll mein Gerät schon werden. Das Design orientiert sich auch an Küchengeräten. Aber eigentlich ist Coo.Boo kein Küchengerät. Und 200 Grad im Backofen wären vielleicht zu viel. Besser nicht probieren.

Und was kann dein Gerät dann?

Coo.Boo lädt sich via Wireless Lan Kochrezepte aus dem Internet. Die besten können gespeichert werden. Außerdem gibt es eine Timerfunktion, die hilft, das Kochen von Vor-, Haupt- und Nachspeise so zu koordinieren, damit alles zur rechten Zeit fertig wird.

Das klingt, als hättest du Ahnung vom Kochen...

Ja, ich koche sehr gerne. Auch stundenlang zur Entspannung. Eine Zeit lang war ich ziemlich auf Asiatisches fixiert. Jetzt koche ich aber wieder querbeet alles.



Sagt mir Coo.Boo auch, was ich kochen soll, wenn ich nur noch Eier, Dosentomaten und Kartoffeln im Haus habe?

Die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten geht ins Unendliche. Man könnte zum Beispiel auch Kochvideos aufspielen. Aber ich denke, die ersten Versionen des Coo.Boo werden eher übersichtlich. Durch die Verbindung mit dem Internet kann man ja jederzeit Softwareupdates machen.

Und wann soll die erste Version auf den Markt kommen?

Ich verhandle gerade mit Herstellern über die Konditionen. Wenn alles gut geht – und ich bin guter Hoffnung – soll das Gerät vor Weihnachten 2009 auf den Markt kommen. Ich hoffe, dass wir preislich unter 300 Franken (ca. 190 Euro) bleiben.



Aber mal ehrlich – muss denn heute alles digital sein? Nimmst du nicht auch gerne mal ein Buch zur Hand?

Doch! Die Schönheit eines gebundenen Buches, das Schmökern, der haptische Genuss – all das lässt sich nicht ersetzen. Ich persönlich finde digitale Nachschlagewerke sinnvoll, weil einfacher nach Begriffen gesucht werden kann. Aber lange Texte lese ich am liebsten auf Papier.

Mehr dazu:


Web:
Phlilipp Gilgens Website