Comic-Check: The Lone Ranger

Christopher Bünte

Durch die Maske sieht der Lone Ranger aus wie ein Superheld, nicht ganz ohne Grund: der berühmte Western-Held ist älter als John Wayne und diente als Vorbild für viele spätere Superhelden. In aufpolierter Form kehrt er nun zu seinen Lesern zurück, zurecht gemacht in einem gewohnt schmucken Bändchen von Cross Cult.


Worum geht’s?

John Reid ist Texas Ranger, wie auch sein Bruder und sein Vater. Stolz tragen die Männer den Stern auf der Brust, der so viel Ruhm verheißt und so viel Ärger verspricht. In manchen Gegenden sind die einsamen Reiter oft die einzigen Vertreter von Ordnung und Gerechtigkeit. Denn der amerikanische Westen ist noch wild und ungezähmt.


In einer Schlucht geraten die Ranger plötzlich in einen Hinterhalt. Kugeln pfeifen durch die Luft, Pferde wiehern, niemand kann entkommen. Niemand? John ist dem Tode nahe. Regungslos liegt er am Grund der Schlucht. Die Kugeln haben ihn durchlöchert, aber nicht getötet. Bald beginnen die Geier über ihm zu kreisen. In letzter Sekunde rettet ihn der Indianer Tonto. Er versorgt seine Wunden und pflegt ihn. Nachdem sich John erholt hat, legt er eine Maske an und reitet mit Tonto los. Die Legende lebt! John wird zum Lone Ranger, zur letzten Instanz für die Gerechtigkeit. Sein erstes Ziel: Rache nehmen für die Morde an seinem Bruder und seinem Vater.

Wie kann ich mit diesem Comic Leute kennen lernen?

Im Saloon, beim Rodeo oder auf der Pferdekoppel findest Du leicht Gesprächspartner für diesen Comic. In den USA war der Start der neuen Serie sehr erfolgreich. Jetzt reitet der Lone Ranger auch wieder in Deutschland. Die Geschichte ist für jeden etwas, der Western im allgemeinen und den Lone Ranger im besonderen mag. Auch Superhelden-Fans kommen auf ihre Kosten, zumal der Lone Ranger hier nicht mehr der langweilige Saubermann ist, der er in den Fünfziger Jahren noch war.



Was würde Mutti dazu sagen?

Mutti hat nichts gegen den Lone Ranger. Vielleicht kennt sie ihn sogar noch aus ihrer eigenen Kindheit. Der Ranger ist gut. Er raucht nicht, er trinkt nicht und er flucht nicht. Er bekämpft Kriminelle. Und die Gewalt hält sich in Grenzen. Die Abenteuer des Lone Ranger können auch über der Bettdecke gelesen werden. Da kann Mutti ganz beruhigt sein. Selbst lesen würde sie den Comic aber nicht.



Klolektüre oder große Kunst?

Irgendwas dazwischen. Das Artwork ist prima, die Story auch. Rundum gute Unterhaltung. Auf dem Klo kann man den Lone Ranger ebenso lesen wie im Bus oder in der Uni. Aber aufpassen! »Hi-Yo, Silver!« durch den Hörsaal schreien, kommt nicht gut an. Da zückt so mancher Prof die Colts.

fudder-Bewertung

Anspruch


Humor


Action


Spannung


Story


Zeichnungen


Informationsgehalt






Mehr dazu:

The Lone Ranger 1: Für immer und ewig
Cross Cult, Mai 2009
Text: Brett Matthews
Zeichnungen: Sergio Cariello
Übersetzung: Marc-Oliver Frisch
144 Seiten, Hardcover, farbig; 19,80 Euro
ISBN 9783941248342>