Cocktails und Botanas

Markus Hofmann

Freiburgs Barlandschaft ist größer geworden: In der Kaiser-Joseph-Straße 263 hat gestern das Botana aufgemacht. Wir haben der Bar einen Testbesuch abgestattet.



Der Begriff "Botana" stammt aus Mexico. Dort ist es in vielen Bars und Restaurants üblich, zu einem Bier oder Cocktail kalte oder warme Beilagenhäppchen zu servieren. Diese Häppchen bezeichnet man als Botanas, sie sind vergleichbar mit spanischen Tapas. Botana-Barchef Hector Maciel (Foto rechts), den Freiburgs Nachteulen als Barkeeper der Jackson Pollock Bar kennen, hat das Konzept aus seiner Heimat Mexico nach Südbaden gebracht: "Bei jeder Bestellung ist eine kleine Botana inklusive."


Das Interieur der Bar ist schlicht, das Licht gedämpft, die Musik (Jazz, Latin Music) dezent. Eine Zimmerpalme gegenüber der Theke versprüht einen Hauch von Mexico-Feeling. Die ARD-Fernsehbilder, die während der Eröffnungsparty an die Decke projiziert werden, erwartet man nicht unbedingt in einer Bar, andernorts würden sie wohl als experimentelle Videoinstallation gepriesen werden. "Wir wollen keine Szenelokal werden", sagt Maciel. Abiturienten sind nicht die bevorzugte Zielgruppe des Botana, eher Leute Mitte 20 und älter.

Mehr als 75 Cocktails bietet die Karte, preislich befindet sich das Botana im mittleren Segment (die meisten Cocktails kosten zwischen 5.50 und 6 Euro). Klares Plus: Der Barkeeper mixt hier selbst, die Cocktails werden nicht - wie in anderen Lokalitäten - in der Badewanne vorproduziert. Das schmeckt man, der Test-Cocktail war lecker!

Ob die Cocktails seines Barchefs tatsächlich gut schmecken, kann Botana-Chef Mehdi Mousavi (49, auf dem Foto unten rechts zu sehen) gar nicht beurteilen: "Ich trinke keinen Alkohol mehr". Früher hat der gebürtige Perser in denselben Räumlichkeiten das Café Illy betrieben. Kaffee und Frühstück wird es morgens auch weiterhin im Botana geben, abends werden die Frühstückskarten dann aber gegen Cocktailkarten getauscht.