Cobocards: Karteikarten im Internet erstellen

Gina Kutkat

Der Countdown der letzten Woche des Wintersemesters läuft. Für viele Studenten heißt das: Prüfungsstress. Um sich möglichst viele Begriffe, Daten und Definitionen ins Gehirn zu hämmern, schwören viele Pauker auf die guten alten Karteikarten. Auf cobocards.com kann man sich digitale Lernkarten erstellen und alleine oder im Team lernen. fudder-Autorin Gina steht ebenfalls vor einer großen Prüfung und hat die Lernkarten im Netz ausprobiert.

Wie funktioniert's?


Nach einmaliger Registrierung auf Cobocards.com kann sich jeder seine eigenen Karteikarten erstellen. Zahlreiche Lernvideos führen durch die verschiedenen Anwendungen, die auf der Seite möglich sind. Man kann sich auch mit Klassenkameraden oder Kommilitonen zusammentun und die Karten als Team anfertigen. In der Tradition von StudiVZ & Co. gibt es die obligatorische Pinnwand und die Kategorie "Letzte Aktivität" - man ist also informiert darüber, was die Lernfreunde gerade so tun.

Die Kartenbeschriftung folgt dem Muster Frage-Antwort. Der Text kann beliebig verändert, formatiert oder mit Bildern und Links aufgepeppt werden. Eine Sortierung nach Themen ist möglich, sodass man sich verschiedene Kartensätze anlegen kann. Mitglieder eines Teams können Karten ihrer Freunde verbessern und kommentieren.

Hat man alle Karten zu einem Thema beschriftet, lassen sich die Karten als PDF-Datei generieren, ausdrucken, zusammenkleben und lernen. Es ist aber auch eine Abfrage im Internet - alleine oder als Team - möglich.

Zeitumfang

Bevor man die Karteikarten anlegen kann, muss man sich erst einmal über das "Wie" informieren. Die Lernvideos haben einen Umfang von ca. 30 Sekunden bis drei Minuten. Ohne diese Hilfe braucht man lange, um die einzelnen Anwendungen zu verstehen.

Die Beschriftung der Karten erfolgt relativ schnell. Es sei denn, man hat die Antworten nicht parat, sondern muss sich die Erklärungen noch aus dem Netz ziehen oder aus Büchern beschaffen. Minuspunkt: Im Lernvideo werden Informationen direkt aus Wikipedia kopiert.

Wer die Karten gerne in der Hand hält, um damit zu lernen, opfert kostbare Lernzeit. Die im Internet erstellten Karten müssen erst als PDF-Datei ausgedruckt, dann zusammengeklebt und anschließend ausgeschnitten werden. Bastelstress pur!



Der Lernfaktor

Wer alleine am Computer lernt, sucht sich die Karten aus, die abgefragt werden sollen. Auf dem Computerbildschirm erscheint die Frage und man tippt seine Antwort. Nach dem Überprüfen mit der richtigen Antwort sortiert man die Karte entweder zu "Gewusst", "Halb gewusst" oder "Gewusst". Die Karten können in einer Reihenfolge oder durcheinander gelernt werden.

Im Team ist die Sache schon komplizierter: Per Skype oder Telefon ruft man seinen Team-Partner an, der auf seinem Bildschirm Frage und Antwort der Karte sieht. Der Lernende gibt seine Antwort durch, die dann vom Lernpartner überprüft und ausgewertet wird. 

Die Kartenstapel geht man solange durch, bis alle unter "Gewusst" liegen.



Normale Karteikarten  vs. Cobocards

Auf Cobocards.com gibt es viele nette Ideen, mit denen das Lernen etwas versüßt wird. Wer ernsthaft im Lernstress steckt, sollte sich doch lieber auf die handgeschriebenen Karten berufen. Wobei sicher auch Geschmack und individuelle Lernmethoden eine Rolle spielen.

Die einen schreiben die Karten lieber selbst, weil dabei schon einiges hängen bleibt. Außerdem bestehen die Karteikarten aus festem Karton, der handlicher ist. Die ausgedruckten Cobocards sind im Gegensatz dazu ganz wellig vom Kleber. Die anderen schreiben nicht gerne oder haben eine karakelige Handschrift - hier ist Cobocards hilfreich. Doch ist die Gefahr, durch das Internet abgelenkt zu werden, am Computer sehr groß. 

All diejenigen, die in akutem Lernstress stecken, sollten im Moment die Finger von der Computertastatur lassen und: lernen!

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