Club-Aktion: So war die Stadionführung bei den Wölfen

Leah Biebert

Eine exklusive Führung gab es am Freitag durch die Franz-Siegel-Halle mit fudders Club der Freunde: Es ging durch Gänge und Räume, die nicht öffentlich sind – und am Ende siegte der EHC.

Am Freitagnachmittag erwartet die Mitglieder in fudders Club der Freunde etwas Eiskaltes. Die Gewinner der Hautnah-Tickets für das Heimspiel des EHC Freiburg stehen zunächst abwartend auf dem Parkplatz vor der Haupteingang der Franz-Siegel-Halle. Dann bittet Karl Heidegger, Leiter der Bereiche Spielbetrieb und Kommunikation, die Anwesenden näherzutreten: Die Stadionführung bei den Wölfen kann beginnen.


Das erste, was die Gruppe sieht, als sie durch den Haupteingang des Stadions geht, sind zwei Spieler, die auf dem Vorhof des Stadions Fußball spielen. Fußball beim Eishockey? Das hat einen Grund, erklärt Heidegger später. "Alle Eishockeyspieler spielen Fußball, aber nicht alle Fußballspieler Eishockey." Zum lockeren Aufwärmen nämlich.

Es geht in Räume und Gänge, die sonst nur die Spieler sehen

Heidegger möchte Bereiche des Stadions zeigen, die die Gäste normalerweise nicht zu sehen kriegen. Momentan seien die Kabinen aber noch von den Spielern belegt. Das merkt die Gruppe, als sie den Spielergang betritt. Die meisten Gäste kennen ihn wohl vom Eislaufen. Der Boden ist mit schwarzen, weichen Platten bedeckt, an den grau-weißen Wänden hängen Logos und Wimpel von Gastmannschaften. Von dem Gang gehen links und rechts die Spieler- und Schiedsrichterkabinen ab. Nur ein kurzer, neugieriger Blick in die Kabine ist drin, denn die Spieler bereiten sich gerade auf das Spiel vor.

Auf dem Gang wird mit Schlägern hantiert, in einem der kleinen Räume hängen Unmengen von Eishockeyschuhen an den Wänden. In der Schirikabine wird der Spielbericht vorbereitet. Einfache Holzmöbel stehen darin. Ein Teil der hinteren Wand ist mit braunen Fliesen gekachelt, ein Waschbecken hängt an der Wand. Der EHC Freiburg ist einer der Vereine mit dem geringsten Budget in der DEL2. Das kann man dem Stadion an einigen Stellen schon ansehen.

Die Apparatur für den Videobeweis ist erstaunlich einfach

Am Ende des Ganges befindet sich der Halleneingang. Davor steht die Apparatur für den Videobeweis, weitaus einfacher als in der Fußballbundesliga und eines der Highlights bei der Stadionführung. Ein einfacher schwarzer Kasten, fast hüfthoch, mit Computer, Bildschirm und Tastatur. Drei Kameraperspektiven können darauf angezeigt werden, wovon zwei von Torkameras aufgenommen werden. In etwa drei von fünf Spielen kommt der Videobeweis zum Einsatz, erläutert Heidegger. Immer dann, wenn es um fragliche Tore geht. Die Gruppe steht aufgereiht an der Wand und hört aufmerksam zu. Aus der Halle dringen die Geräusche von Schlittschuhen auf Eis und das Schlagen von Pucks. Es riecht nach Kaffee.

Durch einen weißlichen Vorhang aus hartem Plastik geht es weiter in den Hallenbereich. Die Eisfläche liegt vor uns und sofort wird es kälter. Rechts vom Halleneingang befindet sich etwas, das für den Eissport unerlässlich ist: Die Eismaschine "Zamboni". Das blaue Gefährt schabt das Eis von der Spielfläche und verteilt wiederum warmes Wasser darauf. Warm ist das Wasser deshalb, weil dieses besser gefriert. Der Freiburger Eismeister steht hier für die Fragen bereit. Was die Teilnehmer unter anderem interessiert, ist die Höchstgeschwindigkeit der Zamboni. Diese liegt bei 11km/h. Außerdem darf sie auch ohne Führerschein gefahren werden.

Auf dem Eis trainieren auch Schweizer Mannschaften

"Unsere Zamboni ist aber eigentlich keine Zamboni", gibt Heidegger zu. Die Zamboni besitzt einen Kultstatus im internationalen Eishockey, deshalb wird auch die Eismaschine beim EHC so genannt.
Der nächste Halt ist die Haupttribüne. Von den Rängen können wir auf das Spielfeld hinunterblicken, auf dem gerade noch eine Schweizer Mannschaft trainiert. Die Eisfläche wird, wenn sie nicht anders benötigt wird, an Schweizer Mannschaften vermittelt, die in Freiburg trainieren, weil es günstiger ist als in ihrem Heimatland.

Ihre roten Trikots, die vielen Werbebanner und die farbigen Sitze bilden einen farbigen Kontrast zu den grauen Stahlträgern der Decke. 3.500 Zuschauer kann das Stadion fassen, die Zuschauerzahlen sind allerdings in höchstem Maße abhängig von den Ergebnissen der Mannschaft.

Beim EHC gibt’s viele Ehrenamtliche

Auf der Haupttribüne befindet sich der Pressebalkon. Jeder Verein in der DEL2 überträgt seine Spiele live im Straight TV, einer Firma, die die technischen Mittel dazu zur Verfügung stellt. Die Kameraführung, Regie und der Kommentator machen ihre Arbeit ehrenamtlich. Gleich neben uns reinigen einige Helfer noch die Böden und Sitze der Tribüne, auch sie sind Ehrenamtler. Die meisten Mitarbeiter beim EHC helfen mit aus Freude am Sport und der Liebe zum Verein. Diese Begeisterung merkt man auch Karl Heidegger bei der Führung an. In seine Erklärungen zu Technik und Infrastruktur lässt der Beirats-Vorsitzender des EHC immer wieder Anekdoten und kleine Geschichten aus der Vergangenheit und dem Alltag der Wölfe einfließen.

Wir verlassen die Haupttribüne und betreten wieder den Vorhof. Auf der gegenüberliegenden Seite des Haupttribünenaufgangs gibt es noch einen weiteren Raum. Die Buchstaben über der Tür, "VIP", werden in den Farben des Vereins beleuchtet. Drinnen ist der Bereich mit einem Ofen und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Und natürlich mit einer langen Theke, auf der das Essen angerichtet wird und hinter der große Kühlschränke mit Getränken stehen, die laut brummen. An den VIP-Bereich grenzt ein kleinerer Raum, in dem die Mannschaft nach dem Spiel sitzen wird. "Das Buffet ist für die Mannschaft des EHC reserviert", steht auf einem Schild an der Wand geschrieben.

Der Presseraum ist erstaunlich klein

Die Tische sind mit bunten Servietten, Kürbissen und Kastanien dekoriert. Von dort gelangt man in den Presseraum, wo die Pressekonferenzen abgehalten werden. Sehr groß ist er nicht, aber das Medieninteresse ist auch nicht so groß wie beispielsweise beim Fußball. Vor der großen Werbewand, auf der die Logos der Getränkesponsoren des EHC abgebildet sind, spendiert Heidegger den Teilnehmern eine Runde Apfelschorle – und ist am Ende seiner Führung angelangt.

In etwa 45 Minuten wird das Spiel anfangen, das alle Teilnehmer auf der Haupttribüne mitverfolgen können. In dem Block, wo auch die Spielerfrauen sitzen. "Die Führung war klasse", resümiert ein Mitglied aus fudders Club der Freunde den Abend. Vor allem die Fragerunde am Ende sei eine tolle Idee gewesen. Dann zerstreuen sich alle so langsam Richtung Wurst- und Bierstände. Und schlussendlich wird der Abend dann auch noch mit einem Sieg des EHC Freiburg gekrönt.

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