Nachruf

Claudia Held ist gestorben: Das "Lollo" war ihr Leben

Thomas Fricker

Claudia Held war mehr als 20 Jahre lang Gesicht und guter Geist des Lorettobades in der Freiburger Wiehre. Die Badegäste werden sie vermissen: Nach langer Krankheit ist sie nun in der Nacht auf Donnerstag gestorben.

Manchmal konnte sie streng sein. Wenn Buben allzu grob im Wasser herumtobten, Mädels die Duschen blockierten oder rauchende Gäste die Liegewiese als Aschenbecher missbrauchten, fuhr Claudia Held energisch dazwischen. In "ihrem Lollo" sollten sich alle Besucher wohlfühlen. "Ihr" ist übrigens fast wörtlich gemeint.


Denn Claudia Held war mehr als 20 Jahre lang Gesicht und guter Geist des Lorettobades. Als Betriebsstellenleiterin führte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Günter Maier eine der liebenswürdigsten Institutionen Freiburgs auf eine Art, die mit den Jahren selbst Teil der Marke "Lollo" wurde. Was immer anfiel, Claudia Held erledigte es: Badeaufsicht, Dienstpläne, Wartung, zwischendurch auch mal Kassieren, Schreibkram – das "Lollo" war für die gebürtige Freiburgerin nicht Beruf, sondern Lebensinhalt. Dass der Feierabend ausfiel, wenn der Verein der Freunde eines seiner Konzerte im Damenbad veranstaltete oder die Bademeisterin nach Saisonschluss beim Flohmarkt mit anpackte, war selbstverständlich.

"Manches ist schwieriger geworden", hat Claudia Held einmal über ihre Arbeit erzählt. Zuwanderung, Sprachbarrieren, aber auch Aggressivität und Egoismus bei einem kleinen Teil des Publikums haben ihr manchmal zu schaffen gemacht. Zuweilen vermisste sie den Respekt einzelner Besuchergruppen voreinander. Lange aufhalten bei derlei Problemen wollte sie sich aber nicht: "Ich bin ein optimistischer Mensch."

Ein starker dazu, finden Wegbegleiter. Aber am Ende nicht stark genug. In der Nacht auf Donnerstag ist Claudia Held nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Sie wurde 48 Jahre alt.