Chummy: Neues Jugendzentrum für Betzenhausen

Julia Bauer

Kinder und Jugendliche vermissen schon seit Jahren einen festen Treffpunkt in Betzenhausen. Nachdem es diverse Behelfsörtlichkeiten gab, soll diesen Sommer das Jugendzentrum "Chummy" eröffnet werden. Dafür mussten die Chummy-Befürworter (siehe Bild: das Ehepaar Hammerich) viele Anwohner und Kritiker überzeugen.



Warum braucht man in Betzenhausen ein Kinder- und Jugendzentrum? Simone Ariane Pflaum, zweite Vorsitzende von "Junges Freiburg", sagt: „Betzenhausen ist in einer der Bezirke mit dem größten Kinder- und Jugendanteil. In ganz Freiburg gibt es 25 Jugendzentren, verteilt in allen Stadtteilen, außer in Betzenhausen." Es gebe zwar kirchliche Jugendarbeit, aber nicht jeder fühle sich von den Kirchengemeinden angesprochen. Genau diese Jugendlichen sollten eine Alternative bekommen.


Thomas Hammerich, Vorsitzender des Fördervereins Chummy e.V., fügt hinzu: „Wir haben hier viele Kinder aus sozial schwächeren Familien, die durch Chummy auch die Chance auf Förderung und Weiterentwicklung haben sollen."

Seit 2001 biete der Förderverein eine rudimentäre Kinder- und Jugendbetreuung an, die sich ausgezahlt habe. Gleichwohl mangele es in Betzenhausen an überdachten Treffpunkten für Jugendliche, daher gab es immer wieder Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigung.

Ein Ende des Provisoriums ist nun in Sicht. Chummy soll im Juli eröffnet werden, spätestens zu Beginn des neuen Schuljahrs im Untergeschoss der Matthäusgemeinde in Betzenhausen. Die Finanzierung übernimmt die Stadt, jedenfalls steht Chummy im Programm des neuen Doppel-Haushalts. Logisch, dass die Chummy-Befürworter die Befürchtungen mancher Anwohner nicht teilen: „Wir haben eine Hausordnung wie jedes Jugendzentrum in Freiburg. Es herrscht Rauch- und Alkoholverbot. Das wird konsequent durchgezogen, mit gelber Karte bis hin zu etwa einer Woche Hausverbot." Dies sei eine erzieherische Maßnahme. Die Jugendlichen sollten merken, dass man auch ohne Alkohol seine Freizeit verbringen könne.



Ein weiterer Kritikpunkt: das Nutzungskonzept des Jugendtreffs. Danach soll Chummy nicht nur an Wochentagen, sondern bis zu 15 Mal im Jahr auch an Samstagen für Veranstaltungen und Partys geöffnet sein. „Aber Jugendliche, die Lärm verursachen, gibt es immer", meint die Vertreterin von Junges Freiburg. "Und nur, weil dort bald ein Jugendzentrum entstehen soll, glaube ich nicht, dass es dadurch zu einer erhöhten Lärmbelästigung kommt.“ Thomas Hammerich mag die Befürchtungen der Anwohner auch nicht nachvollziehen, da es in all den Jahren, in denen Chummy aktiv war, nie zu größeren Problemen wegen Lärmbelästigung gekommen sei.

Vor einigen Wochen trafen sich Mitglieder des Fördervereins, Anlieger und andere Interessierte. Auch hier ging es um den befürchteten Lärm. Ein Polizist soll die Idee des neuen Jugendzentrums in der Matthäusgemeinde begrüßt haben, da die Jugendlichen nun endlich einen Platz hätten. Sie hofft, dass die Anlieger das Zentrum als Chance betrachten, um Einblicke in die Jugendarbeit zu gewinnen. Dank dem Informationsabend seien viele Zweifel zerstreut worden: „Einige Anwohner haben, nachdem sie gehört haben, was wir machen und wie wir uns das vorstellen, ihre Meinung geändert.“



Gezielte Integrationsarbeit ist im Chummy zwar nicht geplant, jedoch habe die Einrichtung an sich schon integrativen Charakter. Es kämen alle und man sei für alle da. Brigitte Hammerich sagt: "In unseren Hausregeln ist zusätzlich aufgeführt, dass fremdenfeindliche, rassistische Bemerkungen bei uns nicht gestattet sind.“ Chummy soll auch ein Ort sein für Jugendliche, die Hilfe brauchen: "Wir wollen Ansprechpartner werden für Sorgen, und sei es nur Hilfe bei Hausaufgaben“, so Brigitte Hammerich.

Ein konkretes Programm gebe es noch nicht, man wolle viel mit den Kindern und Jugendlichen zusammen entwickeln. Denkbar sind etwa Tanzgruppen, ein Mädchentreff etc. Da man vom Personal her gut ausgestattet sei, wird Chummy vorraussichtlich an jedem Werktag geöffnet sein.



Was: Jugendzentrum Chummy
Wann: ab Sommer 2009
Wo: Freiburg-Betzenhausen, Ev. Matthäusgemeinde, Sundgauallee 31